Schon im Early Access wirkt inZOI vielversprechend. Allerdings gibt es ein Feature, das Redakteurin Anni am liebsten sofort rausschmeißen würde.
Das Leben ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Klingt abgedroschen und ist es im Grunde auch. Aber wer kennt es nicht, sei es durch stressige Zeiten, glückliche Umstände oder so simple Dinge wie den eigenen Hormonhaushalt: Verschiedene Gemütszustände gehören einfach zum Leben dazu.
Dementsprechend ist es kein Wunder, dass Lebenssimulationen wie Die Sims 4 und nun auch inZOI darauf zurückgreifen, um das Verhalten der Charaktere noch realistischer zu gestalten. Allerdings sind es genau diese virtuellen Emotionen, die mir in meinen Life-Sims gestohlen bleiben können!
Zoi.exe has stopped working
Eigentlich ist es paradox, dass mich die Gefühlslage meiner Marionetten so stört. Schließlich freue ich mich besonders deshalb über inZOI als Sims-Konkurrenten, weil ich sehr schätze, wie realistisch das Spiel aussieht. Und dazu stehe ich auch, denn in vielen Punkten gefällt mir das eben sehr gut.
Quelle: PC Games
Wenn ich dem Alltag entfliehen und dabei mal möglichst wenig an meine menschliche Existenz erinnert werden möchte, bleiben mir ja immer noch Spiele wie Animal Crossing. Dort kann ich ganz entspannt ein zweites Leben führen, ohne an reale Probleme erinnert zu werden.
Zumindest sorgten mein Lieblingsnachbar Felix und die anderen knuffigen Tierchen noch nie dafür, dass ich beim Spielen auf Dinge wie den Haushalt, Rechnungen oder sonstige Bürden der Erwachsenenwelt aufmerksam gemacht wurde - na ja, außer vielleicht von Tom Nook.
Aber manchmal steht mir der Sinn eben mehr nach etwas, in dem ich eine Art Abbild von mir selbst erschaffen und mich dort in einem realistischen Setting austoben kann. Eine Ausbildung zum Idol, wie ich sie meiner Zoi aufgedrückt habe, würde ich im echten Leben zwar niemals machen wollen, aber den Stil und die modernen Möglichkeiten bei inZOI weiß ich trotzdem sehr zu schätzen.
Allerdings trieb mich meine Zoi neulich fast in den Wahnsinn, weil mir ihre Gefühlslage in die Quere kam. Denn ihre Trübsal fand ihren Ursprung nicht in einem Lebensereignis, bei dem ich die emotionale Reaktion verstehen kann und sie daher trotz allem gut umgesetzt finde.
Nein, ganz im Gegenteil: Es lag an ihrer künstlerischen Persönlichkeit, die regelmäßig aus dem Nichts für eine traurige Stimmung sorgte. Na super. Damit war ich zwar selbst schuld an der Misere, schließlich suchte ich diese charakterliche Ausrichtung ja ganz ohne Zwang für sie aus.
Aber als sie trotz mehrfacher Versuche einfach keiner Aktivität nachgehen wollte und das Buch, auf das ich sie stupste, mehrfach kommentarlos zurück ins Regal legte, ohne auch nur eine Seite zu lesen ... puh, das fing doch schnell an, mir ziemlich auf die Nerven zu gehen. Vielleicht aber auch nur, weil es dann doch ein wenig zu realistisch wurde.
Sul Sul, Stimmungslage!
Das finde ich ja selbst schade, gerade weil es eben nicht zu meinem eigentlichen Anspruch passt. Trotzdem wundert mich mein Frust nicht, denn ein sehr ähnliches Problem hatte ich auch schon mit Die Sims 4.
Eigentlich war ich immer großer Fan der Reihe, seitdem ich als Kind den zweiten Teil in die Finger bekam. Auch mit dem dritten Spiel hatte ich großen Spaß, genau wie mit dem Mittelalter-Ableger. Die Wendung kam dann beim vierten Teil, den ich - und das muss in ganz große Anführungszeichen gesetzt werden - "nur" etwa 50 Stunden lang gespielt habe.
Denn im Vergleich zu den anderen Spielen ist das wohl gerade mal ein Bruchteil der Spielzeit! Und es lag nicht etwa daran, dass sich mein Geschmack im Laufe der Jahre verändert hätte. Schließlich begeistert mich eine neue Life-Sim wie inZOI auch heute noch und ich freute mich riesig über den Port von Die Sims 2, der Ende Januar rauskam.
Quelle: Krafton
Neben den zunächst fehlenden Erweiterungen, die ich vom Vorgänger gewohnt war, störten mich vor allem die Emotionen. Wenn es um Lebenssimulationen geht, bin ich leider eine absolute Mikromanagerin. Meistens wird der freie Wille einfach ausgeschaltet und ich scheuche die Charaktere genau so hin und her, wie ich das gerade haben will.
Da kommen mir ihre Emotionen natürlich total in die Quere. Das liegt vor allem daran, dass sie mir eine spielerische Richtung vorgeben wollen, indem eine Stimmungslage besondere Vor- oder Nachteile mit sich bringt. Oder, wie im Falle meiner Zoi, sabotieren sie schlichtweg meine Pläne.
Ab und zu lasse ich die Figuren auch mal ihr eigenes Ding durchziehen und schaue, was sie so treiben, wenn ich mich mal nicht einmische. Meistens will ich jedoch die Kontrolle darüber haben, in welche Richtung sie sich entwickeln - sonst würde ich mir schließlich keine Lebenssimulation aussuchen.
Daher wünsche ich mir, dass sich die Emotionen einfach in den Einstellungen ein- und ausschalten lassen, genau wie es auch mit der Autonomie möglich ist - ohne Cheats und ohne Mods, die das eventuell kurzfristig ermöglichen könnten. Nicht, dass deshalb noch irgendwann meine eigenen Emotionen überkochen.
