13 Sentinels Aegis Rim im Test: A Dream in a Dream

Test Ronja Häußer Katharina Pache
13 Sentinels Aegis Rim im Test: A Dream in a Dream
Quelle: Sega

Nach gut anderthalb Jahren erscheint das bisher Playstation-exklusive 13 Sentinels: Aegis Rim für die Nintendo Switch. Ein guter Anlass, um dem preisgekrönten Spiel vom japanischen Entwickler Vanillaware einen umfangreichen Test zu widmen und zu erfahren, was diese Kaiju-Invasion so besonders macht.

Es ist gar nicht so leicht, einen guten Anfangspunkt für diesen Test zu finden. Das liegt vor allem daran, dass 13 Sentinels: Aegis Rim ein Spiel ist, das man schwer erklären kann. Naja, man kann sagen, es ist der neueste Titel des japanischen Entwicklers Vanillaware, der bereits mit Titeln wie Odin's Sphere aus der Menge herausstach. Man kann sagen, es ist eine Mischung aus Adventure und Strategiespiel mit einem Sci-Fi-Setting und einer Menge Anime. Man kann sagen, es geht um eine Gruppe Teenager, die in Mechs ihre Heimat von einer Kaiju-Invasion befreien müssen.

Aber irgendwie wird das 13 Sentinels nicht gerecht. In Reviews werden dann oft Sachen gesagt wie: "Das ist kein Spiel. Das ist ein Erlebnis." Das passt aber auch nicht. Es ist nicht eure Geschichte. Es ist die Geschichte der 13 Sentinels. Der beste Vergleich, der nach langem Überlegen einfällt ist "Die unendliche Geschichte". Wie Bastian liest du eine Story über eine ferne Welt. Gleichzeitig aber, hast du die Verantwortung, herauszufinden, was eigentlich passiert und dann die Sentinel-Piloten im Kampf zu steuern. Es ist ein Spiel wie kein anderes. Deswegen werden wir unser Bestes geben und versuchen euch in diesem Test zu erklären, warum es etwas so Besonderes ist.

Ein neuer Schüler

In der Moduswahl können wir entscheiden, ob wir lieber kämpfen, den Geschichten der Charaktere folgen, oder im Archiv stöbern. Die drei Prozentangaben entsprechen dem Fortschritt in den jeweiligen Modi. Quelle: PC Games In der Moduswahl können wir entscheiden, ob wir lieber kämpfen, den Geschichten der Charaktere folgen, oder im Archiv stöbern. Die drei Prozentangaben entsprechen dem Fortschritt in den jeweiligen Modi. Wir starten beim Anfang: Bevor 13 Sentinels: Aegis Rim (jetzt kaufen ) richtig loslegt, spielen wir einen etwa zweistündigen Abschnitt, der die Grundlagen vermittelt. Er macht uns mit ein paar Protagonistinnen und Protagonisten bekannt und schickt uns in erste Schlachten.

Das Tutorial funktioniert gut, da es kein klassisches Tutorial ist: Durch den großen Umfang der Einleitung werden Informationen stückweise während des Spielens vermittelt, anstatt eimerweise über den Spieler gekippt zu werden. Wir haben das Gefühl, uns das Spiel selbst beizubringen.

Im Prolog bedeutet dies, dass die anfangs etwas sperrige Steuerung der Charaktere schnell Gewohnheit wird und wir verstehen, wie Welt und Charaktere funktionieren. Noch positiver fällt die Einführung in das Kampfsystem auf. Über die ersten sogenannten Wellen hinweg erhalten wir Stück für Stück Hinweise, wie das System funktioniert.

Wir haben Raum zum Experimentieren und dürfen Fehler machen, der Schwierigkeitsgrad ist milde. Unsere ersten Kämpfe verliefen tollpatschig, aber am Ende hatten wir ein solides Fundament für die kommenden Herausforderungen.

Der Engel im System

Die Geheimakten halten allerlei Informationen bereit, die manchmal mehr und manchmal weniger mit der Haupthandlung zusammenhängen. Die Mysterienpunkte sind sie aber trotzdem immer wert. Quelle: PC Games Die Geheimakten halten allerlei Informationen bereit, die manchmal mehr und manchmal weniger mit der Haupthandlung zusammenhängen. Die Mysterienpunkte sind sie aber trotzdem immer wert. Im ersten Abschnitt folgen Abenteuer und Kampf noch automatisch aufeinander. Sobald wir das Hauptspiel erreichen, sehen wir uns allerdings einem Auswahlbildschirm gegenüber, der drei Modi präsentiert und zeigt, wie viel Prozent der Anteile wir bereits absolviert haben. Kampf und Abenteuer sind nahezu separate Spielmodi, die dennoch clever miteinander verbunden bleiben.

Oft langweilen Spiele mit überlangen Cutscenes und öden Dialogen. Oder es passiert andersherum, dass Gameplay-Abschnitte so umfangreich ausfallen, dass wir an deren Ende vergessen haben, worum es eigentlich ging. Tatsächlich war das ein Problem bei Odin's Sphere, bei dem man vor lauter Leveln nicht verstand, was passiert.

Manche Spiele umgehen dieses Problem, indem sie Gameplay oder Story beinahe ganz weglassen - siehe Super-Mario - oder Telltale-Titel. Vanillaware hatte für 13 Sentinels eine andere, unserer Meinung nach geniale Idee: Sie überlassen es uns, wie wir spielen möchten. Wir können weder Abenteuer noch Kampf völlig ignorieren, aber entscheiden, wann wir eine Pause von einem der beiden Teile benötigen.

Nach ein paar Stunden etwa konnten wir dem Abenteuer-Modus nicht mehr folgen. Angesichts der Informations- und Textmenge zum Lesen schwand die Konzentration. Sobald dies der Fall ist, können wir einfach zum Kampf wechseln und sind sofort wieder hellwach.

Und wenn unsere Aktionen im Kampf fahrig wurden, wechselten wir wieder zum Abenteuer. Wir können uns also eine Auszeit vom Spiel nehmen, während wir das Spiel spielen! Mit dieser Strategie verbrachten wir ohne Probleme (und ohne es zu merken) den halben Tag mit 13 Sentinels.

Egal, mit welchem Modus wir uns beschäftigen, alles trägt zum Fortschritt bei. Dies wird besonders am dritten Modus deutlich, dem Archiv. Das Archiv ist zweigeteilt in Chronik und Geheimakten: Die Chronik füllt sich automatisch durch das Spielen des Abenteuer-Modus und ist im Prinzip ein Logbuch aller Ereignisse. Geheimakten erhalten wir in den Modi Kampf und Abenteuer.

Manche werden automatisch freigeschaltet, andere müssen wir mit Mysterienpunkten (MP) erwerben, die wir nach einem siegreichen Kampf erhalten. In den Geheimakten stecken mehr oder weniger relevante Informationen zu Charakteren, Geschehnissen, Objekten und Orten. Hier findet man alles von relevanten Zusatzinformationen und hilfreichen Erklärungen bis hin zu Zweizeilern über Softeis und Essstäbchen.

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