Aggression: Reign over Europe im Gamezone-Test

Test BigJim

...erlaubt es uns die kriegerische Geschichte zwischen 1910 und 1950 komplett neu zu schreiben.

Aggression: Reign over Europe Aggression: Reign over Europe Sound mäßig ist weniger Abwechselung angesagt. Die Gewehre der Infanteristen klingen wie Erbsenpistolen und die an sich stimmige Tam-Tam-Musik nervt spätestens nach dreißig Minuten aufgrund ihrer ständigen Wiederholung. Fahrzeuggeräusche (Motoren der Panzer usw.) klingen hingegen recht ordentlich. Die Steuerung ist unnötig kompliziert. Das kleinteilige Interface erschwert die Übersicht. Positiv: Die Kamera lässt sich drehen und zoomen. Als großes Manko muss die KI angesehen werden. Die Wegfindung unserer Einheiten ist für gewöhnlich unter aller Kanone; die häufigen Irrwege kosten den Spieler Zeit und Nerven. Eine rasante Panzeroffensive zum Beispiel kann sich dadurch häufig nicht richtig entwickeln. Besonders ärgerlich: Von uns angewiesene Feldartillerie weigert sich oft, das Feuer zu erwidern, reagiert nicht auf Befehle bzw. lässt sich nicht einmal anwählen. Merkwürdig auch, dass unsere Infanterieeinheiten Häuser zwar besetzen, nicht aber wieder verlassen können (es fehlt ein "Aussteigen"- bzw. "Verlassen"-Button).

Aggression: Reign over Europe Aggression: Reign over Europe Überhaupt klappt das mit den Anzeigen oftmals nicht. So werden gegnerische Angriffe und Feindberührungen auf der Mini-Map durch zwei sich überkreuzende Schwerter symbolisiert. Dummerweise sind besagte Schwerter auch dann noch sichtbar, wenn der Angriff schon längst zerschlagen bzw. der Feindkontakt beendet ist. Diese und ähnliche "Pannen" führen immer wieder zu Irritationen. Und zu Frust. Denn der Spieler stellt schnell fest, dass er sich auf seine Informationen, die ihm der Computer liefert, nicht wirklich verlassen darf. Dafür stimmt wenigstens die Abschlussstatistik, die am Ende einer Schlacht eingeblendet wird und die eigenen Verluste und die des Feindes ausweist. Wer möchte, kann die Gefechte innerhalb des Kampagnenmodus auch vom Computer austragen lassen. Aufgrund der mäßigen Gegner-KI, die noch schlechter ausfällt als die unserer eigenen Truppe, sind die Einheiten der Gegenseite meist eh keine übergroße Herausforderung. Selbst auf den höheren der insgesamt drei einstellbaren Schwierigkeitsgrade nicht.

Aggression: Reign over Europe Aggression: Reign over Europe Unverzeihlich schließlich der komplette Verzicht auf Munitions- und Reparaturfahrzeuge oder Pioniertruppen, die für die Versorgung der kämpfenden Truppe zuständig sind bzw. Instandsetzung betreiben, Schützengräben ausheben, Brücken bauen oder Hindernisse beseitigen könnten. Das Fehlen dieser logistischen Truppenteile beraubt uns zahlreicher taktischer Vorgehensweisen. Unverständlich auch, warum uns die Entwickler zwar allerhand Panzer, Flugzeuge (Jäger, Bomber, Aufklärer), Geschützeinheiten, Artillerieschläge und gegen Ende gar eine Atombombe zur eigenen Nutzung spendiert haben - meist stehen uns über 150 Einheiten pro Schlacht zur Verfügung (lediglich die Anzahl der Artillerieschläge und Nuklearbomben ist extrem begrenzt) -, aber gänzlich auf den Einsatz von Seestreitkräften (Schlachtschiffen, U-Booten etc.) verzichteten. Immerhin gab es diese Dinge schon 1950, 1939 und auch 1914. Wer alternativ auf den Multiplayerteil ausweichen möchte, wird enttäuscht. Ein solcher existiert nicht. Als Trostpflaster gibt es allerdings noch sechs weitere Einzelschlacht-Szenarien von kürzerer Dauer (Die Kollision, Schützengrabenkrieg, Zwischen den Kriegen, Panzerschlacht, Überraschungsangriff, Entscheidungskampf), bei denen es einzig darum geht, den Feind vernichtend zu schlagen und alle auf der Mini-Karte markierten Hauptpunkte zu erobern.

Meinung

Wertung zu Aggression: Reign over Europe (PC)

Wertung:

6.7 /10
Pro & Contra
Viel Handlungsfreiheitrelativ niedrige Hardwareanforderungen (kurze Ladezeiten)lange Spielzeit (vier umfangreiche KampagnenEinzelschlacht-Szenarien)
Umständliche Steuerung (Interface)deutliche Schwächen bei KI und Wegfindungkeine Seestreitkräftekeine Logistiktruppen (weniger taktische Möglichkeiten)kein Multiplayer
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