Wohl eines der minimalistischsten Flugspiele überhaupt, noch weniger und es wäre kein Spiel mehr übrig.
Mit Air Conflicts schickt uns Frogster Interactive wieder einmal in den zweiten Weltkrieg. In Person eines Piloten der alliierten, der Russen oder der Deutschen können wir an den bekannten und weniger bekannten Luftschlachten teilnehmen, selbstverständlich in originalgetreu nachgebildeten Flugzeugen, und belohnt für unseren Einsatz werden wir mit ebenfalls originalgetreuen Orden.
Air Conflicts
Doch bevor wir uns in den Einsatz stürzen, müssen wir uns erst einmal für eine Steuerungsart entscheiden, denn Air Conflicts lässt sich mit der Maus ebenso wie mit der Tastatur oder einem Joypad bzw. Joystick spielen. Natürlich ist der Joystick allen anderen Varianten vorzuziehen, denn einzig er ist in der Lage uns das erwünschte Fluggefühl zu suggerieren. Aber auch mit einem Joypad und sogar mit der Maus lässt sich das Spiel gut steuern, einzig die Tastatur sollte man vermeiden, da man mit ihr kaum richtige Luftkämpfe austragen kann.
Air Conflicts
Ist der Stick also bereit können wir uns auch schon in die erste von über 100(!) Missionen stürzen. Die uns übertragenen Aufgaben reichen dabei vom Schutz einer Bombenstaffel über die Abwehr angreifender Jäger bis hin zum Bombeneinsatz über großen Städten. Das besondere an dem Missionsdesign ist, dass uns immer die nächste Mission präsentiert wird, auch wenn wir versagt haben, denn der Krieg geht auch ohne uns weiter. Erst wenn wir all unsere Flugzeuge verloren haben ist das Spiel wirklich zuende, und dafür muss man sich schon besonders anstrengen. Auch wenn Air Conflicts sicher eher ein Arcade-Spiel als eine Simulation darstellt, gilt es doch auf einige Dinge zu achten. So verfügen wir beispielsweise nur über begrenzte Munition, ist diese verbraucht stehen wir hilflos da und müssen umkehren, weswegen der Auslöser nur mit Bedacht gezogen werden sollte. Gleiches gilt natürlich für die mitgeführten Bomben oder Raketen, je nach Flugzeugtyp. Doch auch auf unsere Geschwindigkeit müssen wir achten, denn werden wir zu langsam schmiert das Flugzeug gnadenlos ab und wagen wir einen zu schnellen Sturzflug gibt das zwar schöne Geräusche, dafür wird das Flugzeug immer instabiler und schwerer zu kontrollieren. Übertreibt man es also mit seinen Flugkünsten, ist man schneller wieder am Boden als die Mission zu Ende.
Air Conflicts
Sehr angenehm ist, dass man sich beim Starten aussuchen kann, ob man diesen selbst in die Hand nimmt und manuell startet, also beschleunigt, abhebt und das Fahrwerk einzieht, oder ob man dies dem Computer überlässt, der uns die Kontrolle wieder übergibt sobald das Flugzeug in der Luft ist. Beides geht gleich schnell und keine Variante hat der anderen gegenüber einen Vorteil, es liegt also am Spieler was ihm lieber ist. Etwas seltsam, obwohl sie im klassischen Design gehalten wurden, wirken die Radar- sowie die Schadensanzeige. Ein Radar kann man sich ja noch erklären, auch wenn die damaligen Flugzeuge sicher keines an Bord hatten, aber einen Zeiger welcher in Prozent den genommenen Schaden anzeigt ist dann doch etwas ungewöhnlich, eigentlich sogar unnötig. Denn abbekommene Treffer gehen nicht spurlos an uns vorbei, wir verlieren Öl oder Treibstoff, der sich auch entzünden und zu qualmen beginnen kann, bis sich eben das komplette Flugzeug in seine Bestandteile aufzulösen beginnt. Wer braucht da noch eine Schadensanzeige? Aber vielleicht hat sie auch nur aus Verlegenheit ins Spiel gefunden, denn auf älteren Screenshots vor dem Release war an der Stelle noch eine Tankanzeige zu sehen, die offensichtlich wegrationalisiert wurde.
Air Conflicts
Erscheinen einem Anfangs die angekündigten 100 Missionen recht viel, merkt man recht schnell wie wenig uns das Spiel zu bieten hat. Denn nicht wenige der Missionen dauern nur wenige Minuten, manchmal sogar nicht mal diese. Es gibt zum Beispiel Aufklärungsmissionen die von uns nur verlangen drei Navigationspunkte abzufliegen, was in wenigen Sekunden erledigt ist, wobei während des Fluges nichts passiert. Wir werden weder angegriffen noch irgendwohin beordert. Gerne folgen darauf Missionen die "nur" das Abschießen eine gegnerischen Einheit aus gerade mal drei Flugzeugen verlangt, schon ist auch diese Mission erfüllt.
Air Conflicts
Und weil während des gesamten Spiels, welches uns mit einer wirklich üblen Hintergrundmusik quält, nicht ein Wort gesprochen wird, es gibt kein Briefing und keinerlei Funksprüche oder Ähnliches, kommt auch keinerlei Gefühl auf wirklich ins Spiel involviert zu sein. Kennt man die Flugzeuge und ihre Markierungen nicht, weiß man nicht mal für welche Seite man eben kämpft, oder ob überhaupt und warum. Denn auch die Missionen selbst wirken wahllos aneinandergestückelt, ohne eine wirkliche Geschichte zu erzählen.
Air Conflicts
Denn auch wenn es sich bei dem Titel um ein leicht zugängliches Arkadespiel handeln soll, vermisst man doch jeglichen Eindruck tatsächliche Luftkämpfe auszutragen. Weder verhalten sich die Gegner wie Flugzeuge, noch ist man selbst in der Lage die einfachsten Manöver durchzuführen, weil es die einfache Physik nicht zulässt. So arten alle Luftkämpfe in dieselben Manöver aus: Dem Gegner entgegenfliegen, eine Schleife drehen und sodann versuchen ihn trotz heftiger Schlenkerbewegungen zu durchlöchern. Nur ganz selten wird man dabei von dessen Flügelmännern gestört wie es eigentlich sein sollte. Generell scheint es ihnen egal zu sein was mit ihren Leuten passiert, denn eine Zusammenarbeit der feindlichen Flieger ist nicht zu erkennen.
Multiplayer
Air Conflicts
Air Conflicts besitzt auch einen Multiplayer-Part, aber keinen richtigen. Nur wenn die IP-Adresse des jeweiligen Hosts bekannt ist kann man an einem MP-Spiel teilnehmen. Einen zentralen Server also gibt es ebenso wenig wie die Möglichkeit im Internet nach Spielen zu suchen. Einzig bereits laufende Spiele im LAN können angezeigt werden. An Spielvarianten stehen uns lediglich ein Deathmatch (Jeder gegen Jeden) oder ein Team-Deathmatch zur Verfügung, wobei noch das Zeitlimit festgelegt werden kann. Mehr gibt's nicht.
