Alarm für Cobra 11: Das Syndikat im Gamezone-Test
Das schön umgesetzte Köln kann leider nicht über das langweilige Gameplay hinwegtäuschen.Seit unzähligen Jahren läuft die Actionserie Alarm für Cobra 11 auf RTL mit großem Erfolg und bringt fast jährlich auch ein neues Videospiel hervor. In den letzten Jahren hat sich Synetic um die Umsetzungen gekümmert und hat nun Alarm für Cobra 11: Das Syndikat veröffentlicht.
Verbrecher in Köln
Alarm für Cobra 11: Das Syndikat
Ben Jäger und Semir Gerkan sind in der Rhein-Metropole Köln einem Verbrecher-Syndikat auf der Spur, was dem Spieler das passende Open-World-Szenario verschafft. So darf man sich in zwei Gebieten, der Innenstadt von Köln und der nahegelegenen Autobahn, nach Lust und Laune austoben. Die Story von Alarm für Cobra 11: Das Syndikat ist überschaubar und handelt von einem Informanten, der die beiden Protagonisten um Hilfe bittet. Erzählt wird die lahme Handlung anhand grausiger Ingame-Sequenzen, doch da Synetic keinerlei Menschen in das Spiel integriert hat, sieht man immer nur Außenaufnahmen von Wagen, in denen sich die Kollegen unterhalten.
Alarm für Cobra 11: Das Syndikat
Die Storymissionen sind noch das Beste am Actionracer, glänzen allerdings nicht immer durch Abwechslung. Grundsätzlich gilt es irgendwelche Wagen zu verfolgen oder möglichst schnell zu einem Ort zu gelangen. An anderer Stelle werden Verdächtige beschattet, weswegen man nicht zu nah auffahren darf. Abseits der Verbrecherjagd kann man sogar an Checkpoint-Rennen teilnehmen oder sich auf einer Rennstrecke gegen ein paar KI-Gegner austoben. Letzteres ist aber furchtbar langweilig, da man nach kurzer Zeit uneinholbar vorne liegt und komplett unterfordert wird. Ist gerade keine Story-Mission verfügbar, spuckt der Generator immer wieder 08/15-Aufträge aus, die wir nach Belieben annehmen, wechseln oder abbrechen können. Diese optionalen Aufgaben sind stark repetitiv und werden schnell ignoriert.Hier werden Transporte beschützt oder Verbrecher verfolgt, bis der Tank leer ist, im übertragenen Sinne.
Die merkwürdigen Aufgaben eines Polizisten
Alarm für Cobra 11: Das Syndikat
Um dem Syndikat auf die Spur zu kommen, müssen Informationsquellen erschlossen werden, die uns immer wieder neue Mitglieder ausspucken. Zuerst müssen wir jedoch einem Autohändler einen Wagen ausliefern, in einem Krankenwagen Organe transportieren oder einer Imbissbudenbesitzerin eine Bratwurst (WTF?) ausliefern. Danach rücken sie mit den Infos heraus. Noch langwieriger ist es, an 155 vorgegebenen Positionen Überwachungskameras zu installieren und nach 144 Gangverstecken zu suchen, die durch eine Lupe gekennzeichnet werden. Das ist kein gelungenes Gamedesign, das ist die pure Beschäftigungstherapie und verschlingt einen nicht unwesentlichen Teil der gesamten Spielzeit.
Alarm für Cobra 11: Das Syndikat
Einige spaßige Momente hat Alarm für Cobra 11: Das Syndikat trotzdem, da man schon Mal mit einem Monstertruck durch eine Bergbaugrube hetzt, über Rampen auf Container springt oder allerlei verrückte Stunts macht. Das ist aber viel zu wenig, um dauerhaft zu motivieren. Positiv zu erwähnen ist, dass man vor jeder Missionen aus unzähligen Wagen wählen kann, die recht schnell freigeschaltet werden. Obwohl es keine Lizenzen gibt, sehen Audi, BMW, Opel und Co. ihren echten Vorbildern sehr ähnlich und sind sofort erkennbar. Fahrphysik und Steuerung sind bewusst einfach gehalten, wodurch man sich schnell einfindet. Ein optisches Schadensystem ist ebenfalls vorhanden und sorgt für reichlich Blechschäden. Dabei muss man sich möglichst vorsichtig durch den Straßenverkehr bewegen, da während der Aufträge nur begrenzt viel Schaden angerichtet werden darf. Leider bewegt sich der Straßenverkehr recht dümmlich durch Köln und reagiert kaum bis gar nicht auf Sirenen. Mit einer Spielzeit von 6-8 Stunden ist Alarm für Cobra 11: Das Syndikat zudem auch recht kurz ausgefallen.