Assassin's Creed 4: Black Flag im Test: Umfangreiches Piratenabenteuer mit Problemen in der Gegenwart

Test Philipp Mentel

Assassin's Creed geht in eine neue Runde und widmet sich einem komplett neuem Setting: Der Piratenwelt! In der wunderschönen Karibik sticht man als Edward Kennway in See und raubt Handelsschiffe aus. Die Welt ist riesig! Aber reicht das, um Fans ruhigzustellen? Kam der neueste Teil vielleicht doch zu schnell? Wir haben uns Black Flag ganz genau angesehen.

Die Geschichte rund um Desmond Miles ist mit Assassin's Creed 3 zu Ende gegangen. Seit Beginn der Serie durfte man sich vom Mittelalter bis hin zur amerikanischen Revolution meucheln. In Assassin's Creed 4: Black Flag erzählt Ubisoft die Geschichte des jungen Edward Kennway, dem Großvater von Protagonist Conner aus dem Vorgänger. Zwischen karibischen Inseln erlebt man ein Piratenabenteuer, wie man es vielleicht nur aus Filmen wie Fluch der Karibik kennt. Was alles funktioniert und welche Dinge wir am liebsten über die Planke gehen sehen wollen, erfahrt ihr in unserem Test.
In Swansea gibt's keinen Rum

Assassin's Creed 4: Black Flag im Test (4) Quelle: Ubisoft Assassin's Creed 4: Black Flag im Test (4) Im walisischen Städtchen Swansea geboren und aufgewachsen, will Protagonist Edward Kennway endlich das große Geld verdienen. Das allerdings verdient der Freibeuter zu Hause bei seiner Ehefrau nicht. Kurzerhand beschließt er für zwei Jahre auszureisen und sich als Piraten in der Karibik einen Namen zu machen. Dieses Unterfangen wird schon früh unterbunden und so trifft man nach einem Schiffbruch am Strand auf einen Mann in Kutte, der einen lukrativen Auftrag an der Backe hat. Kuttenmann getötet, Kleidung genommen und Kapuze übergezogen: Ein neuer Assassine ist geboren.

Doch so sehr man sich mit Edward identifizieren möchte, ein richtiger Assassine ist er nicht. Zumindest ist er es nicht im Geiste und so sieht man diesen jungen Mann eher als Piraten. Eben als das was er ist. Der Auftrag, den man bekommt, ist erst unklar. Man findet ein gläsernes Artefakt und weiß noch nicht so Recht, was einem das sagen soll. Erst spät fängt die Geschichte von Black Flag so langsam an Fahrt aufzunehmen. Man bekommt es mit den Templern zu tun und macht sich auf die Suche nach dem sogenannten Observatorium, welches einem ungeahnte Macht über die Menschen geben soll.

Lahmes Gegenwartsszenario

Assassin's Creed 4: Black Flag im Test (10) Quelle: Ubisoft Assassin's Creed 4: Black Flag im Test (10) Zwischendurch verlässt man das goldene Piratenzeitalter und findet sich in der Gegenwart wieder. Als frischer No-Name Mitarbeiter bekommen wir von Abstergo Entertainment ein Büro zugeteilt, in welchen wir vom Computer aus Zugriff auf die Geschichte rund um den Piraten Edward Kennway erhalten. Dass es sich bei der Firma um eine Anspielung an das Ubisoft Studio in Montreal handelt, wird einem schon in den ersten Minuten klar. Immerhin legt einem die Instrukteurin den PS-Vita-Ableger Assassin's Creed 3: Liberations ("Und, kennen sie schon...?") näher. Allerdings muss man sagen, dass es dem Gegenwartsszenario an etwas fehlt.

Wen spiele ich da eigentlich? Diese Frage stellt man sich die ganze Zeit, wenn man in der Gegenwart im Firmengebäude umherläuft und sich Computer von Kollegen näher ansieht (Stichwort: Hacken). Das alles ist zwar ganz nett aufgemacht, allerdings fehlt hier die große Bedrohung. Man ist jemand, der einfach diese Simulation nachspielt? Ein Spiel im Spiel? Nachdem man Desmond Miles ad acta gelegt hat, fehlt es hier an etwa Neuem. Man identifiziert sich mit Niemanden und spielt quasi eine leere Hülle. Was der Background-Story in der Realwelt an richtiger Bedrohung und Zielen fehlt, gibt es wenigstens in der Karibik zu genüge.

Insgesamt 20 Stunden unterhält einen die Geschichte von Black Flag. Das allerdings auch nur, wer sich strikt an den roten Faden im Spiel hält. Wer sich nicht nur von Auftrag zu Auftrag hangelt, wird sich auf eine Spielzeit von mindestens 60 Stunden einstellen müssen. Das alles schafft Entwickler Ubisoft durch die schier unermessliche Größe der Spielwelt. In 40% der Spielzeit findet man sich an Bord des eigenen Schiffes "Jackdaw" wieder und darf in großartig aufgemachten Schlachten andere Schiffe versenken oder entern.
Segel setzen

Assassin's Creed 4: Black Flag im Test (12) Quelle: Ubisoft Assassin's Creed 4: Black Flag im Test (12) Genau darauf legt das Spiel auch so ein bisschen das Hauptaugenmerk. Während die Schiffssequenzen in Assassin's Creed 3 eher wie eine nette Dreingabe wirkten, sind sie im vierten Teil ein wichtiger Bestandteil und machen den großen Reiz des Spiels aus. Das Karibik-Szenario ist hervorragend darauf ausgelegt und die offene Spielwelt lädt einen zum Erkunden ein. Doch bis man sich an die wirklichen großen Brocken machen darf, vergeht noch einiges an Spielzeit. Im Verlauf der Hauptstory schaltet man nach und nach weitere Ausbaumöglichkeiten für den Kahn frei. So kann man später auch in den als "schwierig" eingestuften Gewässern mal Land (!) gewinnen. Übrigens sind alle Orte im Spiel nur mit dem Schiff zu erreichen.

Wer also alles sehen und entdecken will, muss schon viel herumsegeln und das Spiel schafft es, das Ganze ordentlich in Szene zu setzen. Die Crew trällert Shantys (Musikstücke) während der Seefahren und man selbst macht sich wie ein echter Pirat mit Fernrohr auf die Suche nach dem nächsten potenziellen Opfer. Gegnerisches Schiff entdeckt (man kann es markieren) und der Spaß kann losgehen. Mit Kanonenkugeln bombardiert ihr euch in den Seeschlachten und versucht den Kontrahenten als Erstes fahruntüchtig zu machen. Danach kann gekapert werden und man darf sich am nächstbesten Seil rüber zum anderen Schiff schwingen und die Seemänner bekämpfen. Die Beute gibt es dann zum Schluss und dient zum weiteren Ausbau des Schiffes.

Natürlich legt sich das Spiel nicht vollkommen auf das Wasser fest. Auch am Land ist man unterwegs und hier spielt sich auch mehr als die Hälfte des Geschehens ab. Die großen Städte Nassau, Havanna und Kingston beeindrucken mit unterschiedlicher Architektur. So ist Nassau fast schon nicht mehr als eine Holzsiedlung, während Havanna an einige Bauten aus Assassin's Creed 2 erinnert. Groß sind sie zwar nicht, dafür allerdings vollgepackt mit Nebenbeschäftigungen und ein paar Aufträgen. So lassen sich hier frei herumfliegende Shantys fangen oder Schätze erbeuten. Aber auch Auftragsmorde sind immer willkommen und nicht nur in den drei großen Städten verfügbar.

  1. Seite 1 Assassin's Creed 4: Black Flag im Test: Die Story
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  3. Seite 3 Assassin's Creed 4: Black Flag im Test: Technik, Fazit, Wertung
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