Altair macht auf der PSP eine gute Figur, auch wenn das Abenteuer recht kurz ausgefallen ist.
Während zwei Jahre nach dem Erscheinen von "Assassin's Creed" gerade der Nachfolger auf den stationären Konsolen erschienen ist, wurde nun erstmals auch auf Sonys Handheld PSP ein Ableger der Serie veröffentlicht. Anders als in Assassin's Creed II, wo Ihr einen neuen Helden spielen dürft, schlüpft Ihr in "Assassin's Creed: Bloodlines" wieder in die Rolle des Helden des ersten Teils namens Altaïr. Auf eine Rahmenhandlung, die in der Gegenwart spielt, wird dabei verzichtet, die Geschehnisse des Spiels beginnen direkt im 12. Jahrhundert n. Chr. und führen Euch nach Zypern, wo Ihr Euch auf Seiten des Widerstands gegen die Templer auf die Suche nach einem seltenen Artefakt begebt. Spieler, die Teil eins nicht kennen, werden Schwierigkeiten damit haben, der Handlung zu folgen oder die Bedeutung von Ausdrücken wie "Gedächtnis-Abschnitt" zu verstehen.
Assassin's Creed: Bloodlines
Kenner der Serie dagegen werden sich schnell zurechtfinden, da sich Altaïr fast genauso wie in der großen Version bewegt und steuert, alle anderen können sich in einem kurzen Tutorium mit der etwas überladenen Steuerung vertraut machen. Auch das Spielprinzip wurde zumindest im Groben übernommen. So bewegt Ihr Euch als Assassine laufend und kletternd durch mittelalterliche Städte und Festungen, um Leute zu verfolgen und zu verhören oder Auftragsmorde auszuführen. Dabei solltet Ihr immer aufpassen, nicht die Aufmerksamkeit der zahlreichen Wachen zu erregen. Seid Ihr nämlich entdeckt worden, müsst Ihr entweder kämpfen oder Euch in Heuhaufen oder Dachgärten verstecken und warten, bis die Gefahr vorüber ist. Werdet Ihr in einen der zahlreichen Kämpfe gegen Soldaten und Templer verwickelt, stehen Euch Schwert, Wurfmesser oder die blanken Fäuste als Waffen zur Abwehr zur Verfügung. Um eine Wache lautlos von hinten auszuschalten, habt Ihr außerdem die versteckte Klinge. Für getötete Gegner erhaltet Ihr Münzen. Mit diesen Münzen, die ihr z.B. auch auf Dächern finden könnt, könnt Ihr im Menü Upgrades erwerben, durch die Altaïr beispielsweise mehr Lebensenergie erhält oder in Kämpfen mehr Schaden anrichtet.
Assassin's Creed: Bloodlines
Um die recht belanglose Story voranzutreiben, müsst Ihr den roten Symbolen auf der eingeblendeten Karte folgen, die Euch stets Euer nächstes Ziel anzeigen. Neben den linearen Hauptmissionen könnt Ihr euch in einigen Nebenmissionen ein paar Münzen dazuverdienen. Sobald Ihr in einem Stadtteil das höchste Gebäude erklommen habt, werden die Orte der Nebenaufgaben auf der Karte markiert. Hier müsst Ihr meist bestimmte Personen verfolgen und zur Strecke bringen, Bürger vor aufdringlichen Wachen beschützen oder einfach von A nach B laufen.
Der große Kritikpunkt an Assassin's Creed, nämlich die mangelnde Abwechslung, trifft auch auf "Bloodlines" zu. Die Missionen sind alle sehr ähnlich gestrickt, lediglich Zeitlimits oder Bosskämpfe sorgen ab und zu für ein wenig Abwechslung im Attentäter-Alltag. Die Animationen in den Kämpfen überzeugen zwar, trotzdem spielen sich die einfachen Gefechte sehr undynamisch. Es stehen viel weniger Moves als im Vorgänger zur Verfügung, mehr als Ausweichen, Blocken und Drücken des Schlag-Buttons im richtigen Moment müsst ihr nicht tun.
Assassin's Creed: Bloodlines
Als Ausgleich für die Eintönigkeit konnte Assassin's Creed auf den Konsolen mit einer weitläufigen Oberwelt, einer fantastischen Weitsicht und großen, lebendigen Städten punkten, in denen es purer Nervenkitzel war, von Wachen durch die Menschenmengen in den Gassen gejagt zu werden, über die Dächer zu fliehen oder einfach von einem hohen Turm den Ausblick über das riesige Häusermeer zu genießen. "Bloodlines" enttäuscht hier jedoch, was sicher auch zu einem großen Teil der schwächeren Hardware geschuldet ist. So gibt es hier nur zwei Städte, die jeweils in unterschiedliche, recht kleine Stadtteile unterteilt sind, welche durch Tore verbunden wurden. Es kann von einem hohen Gebäude also stets nur ein kleiner Abschnitt überblickt werden, in dem die detailarmen Häuser dazu noch alle ziemlich gleich aussehen und in der Ferne im Nebel verschwinden.
