Assassin's Creed: Revelations im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Wir haben Ezio auf seine letzte Reise begleitet. Ist das das Ende von Assassin's Creed?

Assassin's Creed: Revelations Assassin's Creed: Revelations Anders als in den Vorgängern steuert man dieses mal nicht den jungen Hüpfer Ezio, der sich aus der Not heraus zum Assassinenmeister hocharbeitet, um seine Familie zu rächen. Stattdessen erlebt Desmond die letzten Erinnerungen seines Vorfahren wieder, um aus diesen Erfahrungen Rückschlüsse auf die geheimnisvolle Zivilisation, die den Edenapfel gebaut haben, zu ziehen. Wer sind sie, was haben seine Vorfahren Alta'ir und Ezio damit zu tun und wie kann Desmond damit den drohenden Weltuntergang im Jahr 2012 abwenden? Das sind die Fragen, die Desmond beantworten muss; Fragen, deren Antworten er am Ende von Ezios Karriere als Oberster des Assassinenordens vermutet. Wir möchten nicht zu viel verraten, aber so viel: Gewisse Fragen wird Revelations beantworten, andere lässt das Trilogie-Ende offen - und ist damit auch eine Steilvorlage für ein Assassin's Creed 3!

Assassin's Creed: Revelations Assassin's Creed: Revelations Der auffälligste Unterschied zum Vorgänger findet sich bestimmt im Design: Statt auf römischen Dächern und Renaissance-Kirchen zu kraxeln, klettert Ezio nun auf deutlich osmanisch geprägten Gebäuden herum. Statt Kirchen gibt es Moscheen, die Architektur hat sich entsprechend komplett gewandelt. Spitze, schmale Türme und Torbögen verleiten aber dennoch zum Erkunden der Stadt, immerhin hat Ezio einige neue Tricks drauf. In seinem Ärmel versteckt er etwa eine Hakenklinge, mit der er angreifen und sich verteidigen kann, aber auch klettern und weiter springen. Hat man früher versucht, mit den Händen voran von Dach zu Dach zu springen, kann sich der Meuchelmörder sich nun einfach an Vorsprüngen einhaken. Sehr cool: Wenn man mal schnell verschwinden muss, kann man sich mit der Klinge auch an über Dächern gespannten Seilen hinabstürzen.

Spielgefühl in Konstantinopel

Assassin's Creed: Revelations Assassin's Creed: Revelations Obwohl Assassin's Creed in Sachen Gameplay mittlerweile auf der Stelle tritt und sich kaum weiterentwickelt, macht das Trilogie-Ende definitiv Spaß. Wie in den Vorgängern weiß die Umgebung einfach mit einer unvorstellbaren Spieldichte zu überzeugen: Wenn man über einen Marktplatz wandert, schreien einem die Händler Angebote hinüber, Herolde verkünden an allen Ecken und Enden Neuigkeiten aus dem Sultanat und Haremsdamen tauschen Tratsch und Klatsch aus. Manchmal wirkt das ein wenig aufgesetzt, etwa wenn die Bewohner einen als besoffenen Irren darstellen, wenn man waghalsige Stunts ausführt (es galt damals ein umfassendes Alkoholverbot). Insgesamt aber verschlingt einen die Welt von Revelations genauso schnell, wie die Vorgänger.

Assassin's Creed: Revelations Assassin's Creed: Revelations Ein paar Kritikpunkte bleiben aber. Wir fragen uns noch immer, weshalb sich Wachen dann und wann für uns interessieren, wenn wir uns auf einem Dach aufhalten. Auch andernorts gibt es offene Fragen: Wir haben den Auftrag am Hof des Sultans mit dessen Sohn, der sich als Ezios Freund und Auftraggeber herausstellt, zu sprechen. Hinein kommt man aber nicht ohne Probleme. Der Bezirk ist ein abgesperrter Bereich, wir müssen uns also ein- und wieder ausschleichen. In den Zwischensequenzen aber ist es den Wachen egal, wenn wir mit dem Sultansprössling durch den Garten wandeln. Das man bei solchen Aufträgen nicht einfach mit der Tür ins Haus platzen kann ist zwar atmosphärisch, zerstört aber auch irgendwie das Gefühl einer echten Welt.

Bombige Stimmung

Auf Gegnerseite gibt es, bis aufs Design, lediglich eine Änderung. Die Osmanen tragen zum Teil Schusswaffen, die zwar langsam und träge sind, jedoch massig Schaden anrichten. Ezio ist von daher nicht mehr der einzige, der Kugeln rumballern kann, was die Macher in einer Kletterszene ziemlich zu Beginn der Kampagne auch schön in Szene setzen. Darüber hinaus sind viele von ihnen mittlerweile gepanzert - der Fortschritt macht nun nicht mehr bei der Ausrüstung des coolen Assassinen Halt.

Assassin's Creed: Revelations Assassin's Creed: Revelations Für Ablenkung sorgen deshalb Bomben, die es in ähnlicher Form auch schon vorher gab. Nur: Jetzt kann man diese komplett selbst zusammenbauen. In einer Art kleinem Crafting-Menü lassen sich Zutaten, die überall in der Stadt versteckt sind, zu Bomben zusammenbauen. Dabei stehen einem mehrere Gefäße, Schießpulver und Effektverstärker zur Verfügung. Einfache Rauchbomben wie im Vorgänger gehören damit der Vergangenheit an, stattdessen setzt man lieber auf Münzbomben (die Bürger sind verrückt danach und versperren nachlaufenden Wachen den Weg), Splitterbomben oder sogar Minen.

Was nach nettem Gimmick klingt, ist in Wirklichkeit an einigen Stellen fest ins Gameplay eingebaut. Es gibt Schleichmissionen, in denen man die volle Synchronisation nur erreicht, wenn Wachen einen nicht sichten. Dafür muss man sie mit überproportionierten Knallfröschen ablenken. Ein wenig unlogisch erscheint dann aber das Bombenbau-Menü: An Wänden findet sich nun oft ein kleiner Kasten, in dem man die Bomben zusammenbaut. Die Frage ist: Was machen solche Kästen in seit Jahrhunderten verfallenen Kellergewölben?

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