Bakugan: Beschützer des Kerns im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Die Kämpfe spielen sich angenehm zügig und geben auch den strategischen Aspekt des Spielprinzips grundsolide wieder.

Knapp über ein Jahr ist es nun her als wir das erste Mal virtuell mit den Bakugans unterwegs waren. Wir konnten - entgegen unserer ersten Annahme - dem Titel überraschend doch mehr abgewinnen als wir zunächst dachten. Das Spielprinzip funktionierte, ließ sowohl Kindern als auch Erwachsenen Fans genug Raum zur Entwicklung eigener Strategien und individueller Spielweise und vermittelte den Charme der Serie zur Videospielpremiere ebenfalls auf akzeptable Art und Weise. Umso mehr erstaunt es uns, dass sich das Spiel schon in seiner zweiten Auflage komplett neu erfinden oder wie es auf der Verpackung steht "revolutionieren" möchte. Na dann: Bakugaaaaaan Kampf!

Lost in simulation

Bakugan: Beschützer des Kerns Bakugan: Beschützer des Kerns In Bakugan: Beschützer des Kerns nimmt alles im so genannten Interspace seinen Anfang. Während einer Trainingseinheit, dem Tutorial, mit Serienheld Dan fängt die für die virtuelle Realität verantwortliche Maschine plötzlich an verrückt zu spielen. Als letzte Rettung dienen die sehr stark an Raumschiff Enterprise angelehnten Teleportationsplattformen. Bevor ihr euch verseht wacht ihr mitten in Japan auf und habt zudem nicht den blassesten Schimmer wo eure Freunde Dan und Marucho abgeblieben sind. Auf einem Bildschirm seht ihr dann aber, wie euren Freunden im Kampf mit Spectra, einem Mitglied der Räuberbande Vexos, nicht nur die Bakugans sondern auch per Vexos-Kristall die Kampfesfähigkeit per se genommen wird. Zwar eilt ihr zur Rettung herbei, könnt das persönliche Unheil für den Moment jedoch nicht abwenden. Damit das letzte Refugium des Widerstands, die Erde, nicht auch noch in die Hände der Vexos fällt greift von nun an vehement und vor allem aktiv in die Feindabwehr ein und rettet im Alleingang die Erde. Eure Hoffnung ist es nämlich, auf euren Heimatplaneten Neu Vestoria zurückzukehren, welcher von den Vexos erobert wurde.

Dragugan oder Bakuball?

Bakugan: Beschützer des Kerns Bakugan: Beschützer des Kerns Im Spielverlauf hüllt sich Bakugan: Beschützer des Kerns in ein Kleid aus bivalenter Monotonie. Denn das gesamte Spiel besteht aus lediglich 2 sich immer gleich anfühlenden Spielelementen. Zum einen den im Vergleich opulent in Szene gesetzten Kämpfe und der Weg zum Kampfplatz. Von eurer Basis in Maruchos Flugzeug aus macht ihr euch auf die Socken die Aufgaben eines Helden zu erfüllen. Der Weg in Richtung Action gestaltet sich bis auf die teils unterschiedlichen Umgebungen allerdings immer gleich. Ständig müsst ihr euch an Vexos-Wachen vorbeischleichen und an einen bestimmten Ort gelangen. Auf dem Weg dorthin warten derweil Kisten darauf von euch geöffnet zu werden und Energiekristalle darauf aufgesammelt zu werden. In den Kisten finden sich nützliche Dinge wie Vexos-Ausweise, welche euch einmalig aus der Patsche helfen, wenn ihr doch von einem Aufpasser erwischt worden seit. Der Blickwinkel der Wachen wird mit einem roten Trichter gekennzeichnet. Dreht sich das Hindernis mal nicht von euch ab, müsst ihr nicht erst bis zur Wachablöse warten um unbesehen vorbei zu kommen. Hier nehmt ihr einfach euer Bakugan und pfeffert es gegen eine Mülltonne oder was ihr sonst so in näherer Umgebung finden könnt. Der entstehende Lärm wirkt meist so gut, dass ihr leicht fünf mal hin und her laufen könntet bevor die Wache wieder ihrem Auftrag nachgeht. Hier zeigt sich jedoch deutlich, dass es sich bei Bakugan um ein Spiel für jüngere Zocker handelt. Denn durch eine Ablenkung wird manchmal auch nur der Blickwinkel eingeschränkt. Da kann es schonmal vorkommen, dass die Wache euch beim vorbeigehen zuschaut, aber einfach nicht eingreift - das ist selbst für Kinder zu leicht! Ebenso unglaubwürdig ist, dass euer Charakter ein verkappter McGyver zu sein scheint. Braucht ihr ein Hologramm-Gerät, eine Spezialbrille, oder auch ein Unsichtbarkeitsmodul, bastelt ihr das nötige Gadget einfach aus dem Nichts zu einem perfekt funktionierenden Gerät zusammen. Das hätte man deutlich feinfühliger Lösen können, indem man einfach Maruchos Flugzeug als Schauplatz für die Equipment-Erneuerung hergenommen hätte. Und wo wir gerade on board des Flugzeugs sind sehen wir uns hier doch gleich etwas um. Hier findet sich eigentlich alles was eine ordentliche Schickalskämpfer-Basis ausmacht. Ihr verwaltet Fundsachen aller Art, verbessert eure Bakugans und ändert euer Aussehen nach Belieben. Im wieder reparierten Interspace ist immer ein Trainingsraum für euch bereitet.

Bakugan: Beschützer des Kerns Bakugan: Beschützer des Kerns Doch kommen wir zum Ernst des Geschehens. Schließlich lassen sich beim derzeitigen Stand der, nennen wir es politisch komplizierten, Lage wenig bis gar keine Konflikte ohne einen ordentlichen Bakugan-Kampf lösen. Werdet ihr durch einen Schurken also zum Kampf gefordert gelangt ihr in den Vorbereitungsbildschirm. Hier könnt ihr, taktisch kluges Verhalten vorausgesetzt, den Kampf schon früh für euch entscheiden. Zunächst einmal solltet ihr aufgrund der Kenntnis über Elementarstärken und -schwächen der einzelnen Bakugans eure eigene Kreatur mit Bedacht wählen. Dazu kommen die im Kampf aufladbaren Torkarten, die euch in brenzlichen Situationen einen Energieschub oder eine Superattacke adhoc an die Hand geben. Mit dem oben erwähnten Hologramm-Modul könnt ihr euch zusätzliche Kraft durch einen so genannten Hologramm-Turm im Kampf sichern. Zwar kostet dieser wertvolle Energiekristalle, lohnt aber gerade wenn es gegen mehrere große Brocken geht. Allerdings können die Kristalle auch als Bakugan-Anabolika Verwendung finden. Habt ihr genügend Punkte auf dem Konto stehen starken Schüssen, mehr Lebensenergie oder schnellem Sprint Tür und Tor offen. Ist das Feintuning abgeschlossen geht es endlich los. Anstatt noch wie im Vorgänger nur mit den Kugeln zu spielen und den wahren Monstern beim Kämpfen tatenlos zuzusehen, seid ihr nun im Körper des Bakugans. In der peripheren Draufsicht gesteuert, laufen die Bakugans über Häuser hinweg und tragen in schwindeleregenden Höhen ihre Kämpfe aus. Erinnerungen an Gozilla oder die Zords der Power-Rangers werden hier mehr als nur wach. Das vom Kampf vermittelte Gefühl errinnert dabei aber sehr stark an die rasanten Kämpfe der Dragonball-Reihe. Schnelle Sprints oder Flugeinlagen zum nächsten Gegner, verheerende Schlagkombinationen und grell leuchtende Geschosse lassen uns kurz zweifeln ob wir das richtige Spiel eingelegt haben. Dabei laufen die Keilereien stets flüssig ab und machen eine gehörige Menge Spaß. Denn mal ganz ehrlich: Wer wollte sich als Kind nicht im Körper des Lieblings-Fabelwesens durch Häuser schlagen und nebenbei die Welt retten? Haben wir lange genug auf einen Gegner eingewirkt stehen uns die oben erwähnten Karten auf dem Digipad zur Verfügung. Gekonnt eingesetzt sind diese ein wahres Wundermittel zum Sieg. Zerstören wir während des Kampfes Häuser werden uns diese in der Endbewertung von der erspielten Kristallmenge abgezogen. Allerdings stecken unter so manchen Häusern wertvolle Power-Ups versteckt - so steht der Spieler vor der Wahl, ob nun das Ranking oder der Sieg an sich wichtiger sind. Prinzipiell gilt ein Kampf als Erfolg wenn sowohl Kreaturen, als auch Vexos Kristalle dem Erdboden gleich gemacht wurden. Wird das in eurer Verantwortung stehende Denkmal zerstört gewinnt die Gegenseite.

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