Batman: Arkham Asylum ist der Meilenstein, der garantiert noch für einige Jahre über allen Film- oder Comicumsetzungen stehen wird.
Nacht war's und Batman schien hell
Batman: Arkham Asylum
Damit Batman auch das Spiel wird, für das es schon im Vorfeld teuer verkauft wurde, bediente man sich der Unreal Engine 3 und einigen überaus bekannten Synchronsprechern, gleichermaßen gültig für die deutsche als auch englische Sprachausgabe. Das Resultat spiegelt die Klasse der Zutaten vollkommen wieder. Doch gehen wir dieses gelungene Hauptgericht der Reihe nach an:
Sieht man sich Batman genauer an, wünscht man sich instinktiv kein Opfer seiner Schlagkraft zu werden. Beim Anblick von Jokers Zähnen ist man froh keinen Fernseher mit Geruchsübertragung zu haben und erblickt man die Kurven der halbnackten "Poison Ivy" wünscht man sich, sie würde euch mit ihren verführerischen Pheromonen auch mal locken. Die unterschiedlichen Lichteffekte gerade in der Anstalt sind schön und verstörend zugleich. Warum allerdings Batman am Kinn genauso glänzt wie der Rest seines Anzugs, bleibt wohl eines der vielen Geheimnisse des dunklen Ritters und es darf getrost als zu beschmunzelndes Gimmick hingenommen werden. Wiederum besonders cool: Im Laufe der Zeit zerfleddert Batmans Umhang! Sein Anzug reißt an manchen Stellen auf und sein Gesicht bleibt nicht vom eigenen roten Lebenssaft verschont.
Auf der langen Jagd nach Joker kommt man in Arkham in allerhand ansprechende Umgebungen. Bei den Innen- als auch Außenareale wirken allerdings gerade die Texturen der unwichtigen Ecken matschig und weisen zudem Treppchenbildung an den Kanten auf. Dabei stehen sich die beiden Konsolenvertreter in nichts nach und sie wirken beide gleich.
Batman: Arkham Asylum
Wie schon der Held des Comic-Epos sind auch die vermeintlich kleinen Opfer im Spiel ordentlich gestaltet worden, wenngleich sie immer im Schatten ihres Widersachers stehen werden. Dazu kommt noch ein kleiner Wehrmutstropfen die Fieslinge im Spiel betreffend: Bis auf unterschiedliche Hautfarbe und vielleicht mal ein Overall anstelle einer Hose mit nacktem Oberkörper, lassen die Gegner ein wenig Vielfältigkeit vermissen. Ein paar Variationen mehr erwarten den Spieler allerdings auf der Seite der Guten leider auch nicht. Die Kollisionsabfrage in Kombination mit der gut austarierten Steuerung ist überdurchschnittlich gut gelungen. Selten werdet ihr in die Verlegenheit kommen, dass ihr Luft, Umgebungen oder sonstiges darnieder prügelt. Das Fokussieren auf die Gegner sowie das gewandte Handhaben der eigenen Figur geht butterweich von der Hand und bietet zudem optischen Hochgenuss. Im direkten Vergleich hat die Playstation 3-Version gegenüber der Xbox360-Version ein klein wenig das Nachsehen, da die Videosequenzen mit starken, als auch nervigen Rucklern zu kämpfen und das trotz der Tatsache, dass das Spiel zu Beginn installiert wird.
Batman: Arkham Asylum
Ausnahmsloses Glanzstück des Titels ist definitiv die Vertonung. Was dem Spieler in der Anstalt geboten wird, ist schlichtweg fantastisch. Der Soundtrack allein könnte glatt für einen weiteren Batman-Film verwendet werden. Auch der hervorragende Einsatz der Synchronsprecher, wie bereits angesprochen, erinnert eher an eine Hollywood Produktion die für das deutsche Kinopublikum eingesprochen wird. Bekannte Stimmen, wie z.B. das deutsche Sprachrohr von "Christian Bale" mit von der Partie. Serien geschulte Ohren werden überdies weitere durchaus bekannte germanische Stimmen wieder erkennen. Und selbst abseits des Spielgeschehens, in den erwähnten Tonbändern und Artefakten des Arkham-Erbauers, zahlt sich der Aufwand der Vertonung vollkommen aus. Gekonnt ziehen sie euch in den Bann und vermitteln das Gefühl, ihr erlebt die Freaks hautnah obwohl sie doch "nur" einem Spiel entspringen.
