Battlefield 3: End Game im Konsolen-Test: Gelungener Abschluss, aber was hat man sich bei Air Superiority gedacht?

Special Sandro Odak

Mit End Game läutet DICE das Ende von Battlefield 3 ein. Der Name sagt es bereits: Die fünfte Erweiterung des Ego-Shooters wird die letzte bleiben. Demnächst, vermutlich Ende des Jahres, steht schon Battlefield 4 an. Wir haben den Abschluss-DLC angespielt und berichten von der Front.

Air Superiority. Wer sich das nur ausgedacht hat. Auf dem Papier klingt einer der zwei neuen Spielmodi in Battlefield 3: End Game eigentlich ganz cool. Große Maps, schwebende Zeppeline als Flaggenpunkte und Flugzeuge. In meinem Kopf sah das total cool aus. Zu den Jets, das täuschte der erste Trailer an, könnten sich Helis gesellen und am Boden könnten vielleicht ein oder zwei vereinzelte Luftabwehrgeschütze stehen. Mit Air Superiority in meinem Kopf hat der reale Spielmodus für insgesamt 24 Spieler (auch am PC) aber nichts zu tun. Helis? Gibt es nicht. Fahrzeuge? Gibt es nicht. Aus dem Jet aussteigen? Gibt es nicht. Oh Mann, als wäre man mit dem Cockpit festgewachsen. Tatsächlich spawnt man im Flieger und stirbt darin. Unentwegt.

In Air Superiority kann man nicht aussteigen - doof. Quelle: EA DICE In Air Superiority kann man nicht aussteigen - doof. Schade, denn der Einstieg ist richtig toll. Beim Spawn sitzt man schon in der Luft hinterm Steuerknüppel eines Fighters und muss nicht erst abheben. Das Bild dabei ist grandios. Lens Flare, Lichtüberlagerungen und dutzende kleine Punkte, die am Himmel schweben wie die Fliegen. Auf der einen Seite Leuchtspurgeschosse, auf der anderen eine kleine Explosion – wow! Was für ein Anblick! Eine riesige Luftschlacht, in die man sich voller Tatendrang werfen will. Der Enthusiasmus wird vielen Normalo-Spielern an dieser Stelle verloren gehen. Denn wie erwartet, beherrschen einige Level-100-Helden den Luftraum, indem sie Gegner anscheinend mühelos mit einer kurzen MG-Salve vom Himmel holen. Wer gehofft hat, endlich auch mal zu lernen wie man Jets fliegt, ist falsch gewickelt.

Für alle anderen, meist die guten Piloten, verkommt die eigentliche Spielaufgabe, nämlich die Flaggen zu halten, zur nachrangigen Aufgabe. Dadurch spielt sich der Modus, auch wegen der eingeschränkten Bewegungsfreiheit, wie Deathmatch in der Luft. Zumindest auf der Xbox 360, die wir getestet haben, kommt dazu ein ziemlich vorhersehbares Problem: Der Luftraum ist einfach zu niedrig. Schon in sehr geringer Höhe beginnt der Strömungsabriss. Situationen, in denen mehrere Jets an der "Decke" der Map hängen und leichte Beute sind, traten während unserem Test noch haufenweise auf. Hier spielt den Jägern in die Hand, dass man nicht aus den Jets aussteigen kann. Man ist auf Gedeih und Verderb dem Feind ausgesetzt und selbst wenn der Flieger brennt, gibt es kein Entkommen. Wenigstens die Wahl, dem Gegner nicht den Punkt zu schenken, hätte man Spielern lassen können. Hätte DICE einfach den Boden zur "Nicht-Spielfläche" erklärt, hätte man so wenigstens versuchen können, einen Feind mit Stingern vom Himmel zu holen, während man dem sicheren Tod am Fallschirm entgegen segelt.

Ein alter Bekannter: Capture the Flag

Der neue CTF-Modus ist ein Klassiker im Shooter-Genre: Chaotisch und trotzdem sympathisch. Wie die Gamezone-Redaktion! Quelle: EA DICE Der neue CTF-Modus ist ein Klassiker im Shooter-Genre: Chaotisch und trotzdem sympathisch. Wie die Gamezone-Redaktion! Der zweite "neue" Spielmodus ist eigentlich ein alter Bekannter bei Shooter-Fans: Capture the Flag ist endlich zurück! Die Regeln sind einfach: Jedes Team hat eine Flagge, die man klauen und zu seiner Flagge zurückbringen muss. Ist die eigene Flagge beim Gegner, muss man sie zuerst zurückerobern. Das macht auch nach so vielen Jahren mit diesem Spielmodus noch immer Spaß. Gerade wenn man der Flaggenträger ist, der in die leere Base zurückkehrt, ist die Stimmung großartig. Jeder Feind weiß nun, wo man sich befindet. Nur wenn das Team jetzt zusammenhält, kann es was reißen.

Insgesamt ist CTF wie immer etwas chaotisch. Weil es nur zwei feste Punkte gibt, an denen immer Action ist, bieten die Flaggenpunkte viel Spielraum für Camper. Das war nicht großartig anders zu erwarten und macht, obwohl es arg auf die K/D gehen kann, ziemlich Laune. Die neuen Dirtbikes tragen sicherlich ihr Übriges dazu bei. Auf den Motorrädern kann man richtig schnell über die Karten heizen und selbst Panzer ausmanövrieren. Die Lenkung ist zwar sehr hölzern und fühlt sich wie auf Schienen an, aber mit ein bisschen Übung kann man mit den Bikes trotzdem viel Schaden anrichten. Ärgerlich ist die Lange Zeitspanne beim Aufspringen. Das dauert spürbar etwa eine Sekunde lang, in der der Bildschirm schwarz bleibt. Dieselbe Kritik hagelte es schon bei Armored Kill und den Quads: Es kann doch nicht sein, dass in einem so Performance-getriebenen Multiplayer-Spiel eine Animation einfach fehlt und stattdessen ein Schwarzbild gezeigt wird. In dieser Sekunde – und das werden Shooter-Fans wissen – kann viel passieren. Gerade in engen Situationen in CTF entscheidet diese Sekunde über Leben und Tod.

Vier neue Karten

End Game, das bedeutet im Klartext: Vier neue Karten, drei neue Fahrzeuge und ein Dropship. Letzteres kommt im Eroberungs-Modus vor und fliegt, wie die AC-130 über das Schlachtfeld. Spieler des Teams, das eine besonderes Basis hält, können darin spawnen und mit dem Fallschirm abspringen. Außerdem kann das Dropship ein gepanzertes Fahrzeug, entweder ein LAV oder einen BMP, abwerfen. Dieser segelt dann stylisch am schweren Lasten-Fallschirm zu Boden herab und kann schon in der Luft seine tödliche Munition abfeuern. Die vier neuen Maps vereinen die Jahreszeiten in sich: Frühling, Sommer, Herbst und Winter (ja, es gibt Schnee!) finden sich darin. Sie sind gut ausbalanciert und passen gut ins Battlefield-Mittelfeld – sie sind weder zu weitläufig wie in Armored Kill, noch zu klein.

Aus dem Dropship kann man mit einem Schützenpanzer spawnen - episch! Quelle: EA DICE Aus dem Dropship kann man mit einem Schützenpanzer spawnen - episch! Neben den Dirtbikes haben noch zwei weitere Fahrzeuge Einzug gehalten. Es sind Anti-Air Jeeps, die wendig genug sind, um Helis auszuschalten, aber gegen Feinde am Boden nur wenig ausrichten können. Die AA-Fahrzeuge stellen dafür die Balance im CTF wieder her. Sie sorgen dafür, dass ein Team nicht einfach mit dem Heli in eine Basis einfällt, die Flagge stiehlt und einfach wegfliegen kann.

Mit dem DLC erschien auch das Multiplayer Update 6. Zusammen wiegen die Inhalte auf der Xbox 360 satte 3,7GB. Gerade in den ersten Runden hatten wir beim Test noch mit den üblichen Problemen zu kämpfen, die komischerweise immer nach BF-Updates auftreten: Teilweise haben Server bis zu 15 Minuten lang ein Match geladen. In der Zeit ist man vor einem schwarzen Titel-Screen. Diese Performance-Probleme kriegt DICE aber meist innerhalb weniger Tage in den Griff.

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