Battlefield 3: Close Quarters - Der explosive Nahkampf-DLC im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Premium-Spieler können den neuen Battlefield 3 DLC "Close Quarters" schon spielen, wir haben die Nahkampf-Gefechte daher auf Herz und Nieren überprüft. Ist das noch Battlefield? Bleibt sich Reihe auch ohne ihre charakteristischen Fahrzeuge treu? Lest es in unserem Test!

Der Name Battlefield steht schon immer für einen ausgeklügelten Mix aus Fahrzeuggefechten, Long-Range Ballereien und Häuserkampf. DICE schneidet mit der Veröffentlichung des zweiten Battlefield-Add-Ons aber einfach zwei der drei Gameplay-Grundpfeiler weg: In Close Quarters gibt es weder Fahrzeuge, noch große Karten. Stattdessen tummeln sich die Spieler auf relativ kleinen, engen Karten und vor allem in geschlossenen Räumen. Sogar die Spielziele wurden leicht verändert: Man spawnt im neuen Modus Conquest: Domination nicht mehr an euren Flaggenpunkten, sondern immer an zufälligen Punkten auf der Karte. Dadurch verfällt man schnell in einen Trott: Anstatt sich wirklich zu bekämpfen, rennt man von einer Flagge zur nächsten. Manchmal treffen wir, selbst auf vollen Servern, minutenlang keine Gegenspieler, weil wir uns parallel die Flaggen zurücknehmen, die der Gegener eben eingenommen hat. Dabei wollte DICE genau dieses Herumirren auf der Karte unterbinden!

Der Battlefield 3 DLC 'Close Quarters' liefert uns Häuser- und Nahkampf (4) Quelle: EA Der Battlefield 3 DLC "Close Quarters" liefert uns Häuser- und Nahkampf (4) Die karten des Mappacks sind nicht mit allen alten Spielmodi kompatibel, stattdessen wird erwähntes Domination gespielt. Wer das satt hat, kann aber auch Deathmatches auswählen und sich den zweiten neuen Spielmodus anschauen: Gunmaster (Waffenmeister) ist eine interessante Waffenspielerei. Dabei wählt man seine Klasse und Knarre nicht selbst, alle Spieler beginnen mit einer einfachen Pistole und müssen dann zwischen ein und drei Kills damit schaffen. Haben sie das Limit erreicht, bekommen sie sofort eine neue Waffe in die Hand gedrückt. Das folgt einem festen Ablauf, man bekommt also erst eine M-443, dann eine M93R und so weiter. insgesamt 17 dieser Levels gibt es, die Mitspieler werden jeweils informiert, wer wo steht. Das Spiel endet, wenn der erste Spieler auf Level 17 alle Kills mit der Endwaffe, einem Messer, absolviert hat. Das finden wir super interessant, weil die Waffenwahl wegfällt und verhasste Gegner, die beispielsweise voll auf Shotguns trainiert sind, dadurch gezwungen werden, sich mit allen Waffenklassen auseinanderzusetzen.

Vier neue Karten bringt Close Quarters mit. Donya Fortress (Donya Festung) ist sicherlich eine der hübschesten. Der orientalische Palast hat einen großen Innenhof und wird von mehrstufigen Balkons und Ebenen eingerahmt. Weil man vom Keller bis zum Dach kämpft, entbrennt schnell auch ein vertikaler Kampf, man muss nicht nur auf einer Ebene die Augen offenhalten. Wer schnell unterwegs sein will, rennt durch den Innenhof, dazu gehört aber Mut und etwas Glück. Denn von hier aus ist zwar alles schnell erreichbar, egalwelche Flagge gerade eingenommen werden soll, aber die Position ist sehr exponiert. Wer Pech hat, wird schon auf dem Weg zu seinem Ziel kaltgemacht. Scrapmetal (Altmetall) spielt in einem Industriekomplex. Zwei Fabrikgebäude sind von Zugschienen getrennt, werden jedoch an drei Verbindungsgängen vereint. An ihnen entbrennt ein harter Kampf, aber man kann auch von Dach zu Dach kämpfen, was Scrapmetal zur "offensten" Karte des Mappacks und einzigen richtigen Snipergelegenheit macht.

Der Battlefield 3 DLC 'Close Quarters' liefert uns Häuser- und Nahkampf (5) Quelle: EA Der Battlefield 3 DLC "Close Quarters" liefert uns Häuser- und Nahkampf (5) Ziba Tower ist ein Hochhausgebäude, wir kämpfen auf dem Dach. Dachaufbauten umrahmen hier einen Innenhof, der mehrere Pools beherbergt und natürlich geht es auch hier in die Vertikale: Am Kopfende hat man von einem Balkon aus einen guten Überblick über den Hof, ist im Zweifel aber auch von zwei Seiten, den Aufgängen aus dem Haus, bedroht. Die teils zerstörbaren Wände machen Ziba Tower zum Spielplatz für Explosivgeschosse. Mit Granatwerfern, Explosionsgeschosse und Raketen kann man dünne Trennwände einfach zerschießen. Deckung, hinter der man sich eben noch versteckt hat, kann so schon im nächsten Moment in die Luft gehen. Das gefällt uns, ist aber leider trotzdem nicht zu Ende gedacht: Viel zu wenig Schaden richten Raketen an, belassen dicke Betonwände unangetastet. Das fen wir schade, wir würden gern endlich mal richtig die Sau auf den Maps rauslassen! Die vierte Karte im Bund ist Operation 925. Die Mission spielt in einem Bürogebäude auf mehreren Ebenen. Man kämpft in der brennenden Tiefgarade und auf der Büroebene um die Vorherrschaft, weil die Karte so verwinkelt ist, kommt hier das Nahkampf-Gefühl am meisten auf. Und natürlich muss man Acht geben: Die dünnen Trennwände der Büros sind sicher kein guter Schutz vor Shotgun-Kugeln!

Weniger Spieler, mehr Shotguns, mehr Zerstörung

In Close Quarters können auf den Konsolen nur noch 16 Spieler pro Karte mitspielen, nicht mehr 24 wie im Hauptspiel. Diese begrenzung finden wir, mit Verlaub, wirklich ärgerlich! Begründet wird diese Limitierung leider nicht, am PC können auch weiterhin bis zu 64 Spieler gegeneinander antreten. Mit nur acht Spielern pro Team wirken die, im Vergleich, richtig winzigen Karten aber plötzlich ziemlich leer und entvölkert, was uns ehrlich ärgert. Auf der anderen Seite aber entwickelt sich Battlefield durch die hohe Anzahl an Spielern auf kleinem Raum schnell zu einem Call of Duty. In Domination laufen wir immer nur im Kreis, sterben andauernd und spawnen binnen ein bis zwei Sekunden wieder auf der Karte. Das sind Bedingungen, wie man sie aus Activisions Shooter kennt und ein ganz großer Unterschied zum eher langsam verlaufenden Gameplay von Battlefield.

Der Battlefield 3 DLC 'Close Quarters' liefert uns Häuser- und Nahkampf (10) Quelle: EA Der Battlefield 3 DLC "Close Quarters" liefert uns Häuser- und Nahkampf (10) Zu den beliebtesten Waffen gehört in Close Quarters alles was explodiert und Shotguns. Die SPAS-12, die mit dem Add-On erstmals in BF3 auftaucht, ist in guter Gesellschaft, denn auch USAS und DAO werden gerne und oft benutzt. Das sieht ganz spektakulär aus, weil DICE auf den neuen Karten sogenannte "HD-Destruction" nutzt, also mehr Zerstörungseffekte, aber spielerisch mag es den ein oder anderen auch ärgern, dauernd nur auf Pumpguns zu treffen.

Besonders tragisch finden wir die Entwertung von Squads. Man wird zwar in allen Spielmodi in Suqads verteilt, kann aber nur in Domination auch bei seinen Kameraden spawnen. In allen anderen Spielmodi muss man an einem zufälligen Ort ins Spiel starten, was einerseits Spawnkilling ermöglicht (was wir glücklicherweise nur ganz selten beobachtet haben) und andererseits den Teamplaygedanken total entkräftet.

Meinung

Wertung zu Battlefield 3 (X360)

Wertung:

80 /10
Pro & Contra
neuer Spielmodus Gunmaster macht echt Spaß und forderttrotz der Kartengröße ist nicht immer nur Daueraction angesagtHD-Zerstörung nett anzusehenfür Fans von Metro gibt es nun vier weitere, genial verwinkelte, enge Karten!
auf Konsole nur 16 statt 24 SpielerSquads und Teamplay werden noch weiter entwertetZerstörungs-Feature angekündigt aber nicht zu Ende gedachtschnelle Tode, schnelles SpawnenGranatwerfer und Shotguns nehmen Überhandkeine Fahrzeuge!Warum kann man an Flaggen nicht mehr spawnen? Das ist für uns keine Verbesserung...
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