Battlefield 4: Battlefield 4: Dragon's Teeth im DLC-Test: Zu Fuß in Nordkorea

Test Sandro Odak
Battlefield 4: Dragon's Teeth im Test: Der neue DLC klingt nach einer Häuserkampf-Erweiterung. Wir haben getestet ob das stimmt.
Quelle: DICE

Battlefield 4: Dragon's Teeth bringt vier Karten, ein paar neue Waffen und Items und einen neuen, und trotzdem altbekannten Spielmodus mit. Wir haben den DLC getestet und uns nicht von den anfänglichen Technik-Problemen unterkriegen lassen.

Nach fast einem Jahr könnte man meinen, dass ein Spiel fertiggepatcht ist. Selbst der größte Perfektionist muss seine Arbeit irgendwann abschließen. Wenn sie dann nicht fertig ist, dann doch zumindest in einem akzeptablen Zustand. Wenn man über Battlefield 4 spricht, ist dieser akzeptable Zustand immer wieder Grund für Diskussionen. Denn wer auf den großen 64-Spieler-Karten, sozusagen die DANN von Battlefield, mitspielen will, musste lange Zeit mit Bugs kämpfen. Lags und das sogenannte Rubberbanding machten den Shooter lange Zeit fast unspielbar. Bis das Problem irgendwann vom einen auf den anderen Tag verschwand.

Es war ein guter Tag. Bis schließlich Dragon's Teeth erschien. Plötzlich waren all die Fehler und Problemchen, mit denen ich schon abgeschlossen hatte, wieder da. Die neuen Karten: Unspielbar. Ich und andere zuckelten auf den Karten hin und her, der One-Shot-Kill war wieder da. Als wäre der Shitstorm der vergangenen Monate an DICE einfach abgeprallt. Ich habe dann gewartet. Und jetzt, pünktlich zum Start der Erweiterung für den nicht-Premium-habenden "Pöbel", kann man Dragon's Teeth auch tatsächlich spielen.

Die vier neuen Karten
Panzer und Infanterie treffen sich in Pjöngjang, Nordkorea. Quelle: EA Panzer und Infanterie treffen sich in Pjöngjang, Nordkorea. Im Mittelpunkt der Erweiterung steht wie immer das Kartenpaket. Vier neue Kampforte sind enthalten. Einer sticht heraus: Nordkorea! Oh Gott, hat EA denn nichts gelernt! Als Hollywood kürzlich eine Kim-Il Sung Parodie ankündigte, wollte der Irre aus Pjöngjang den Film direkt als Kriegsakt werten. Wäre doch schade, wenn das isolierte Nordkorea nun auch Schweden den Krieg erklären müsste.

Alle vier Karten sind überschaubar groß, bieten vor allem Nahkampf- und Stadtkämpfe an. Pjöngjangs "Propaganda"-Karte ist noch die ausbalancierteste: Auf ihr gibt es schwere Panzer, doch es gibt lange nicht für jeden ein Fahrzeug. Die meisten Spieler sind deshalb zu Fuß unterwegs und verstecken sich in den verwinkelten Straßen oder hinter Statuen der Kim-Dynastie. Ein witziges Element findet man in der Mitte der Karte: Regelmäßig fährt ein schwerer Güterzug durch die Karte und zerstört alles, was in seinem Weg steht: Infanteristen, Panzer und leichte Fahrzeuge explodieren sofort.

Pearl Market ist das genaue Gegenteil. Enge Gassen, Häuserkampf und keine freie Schusslinie bestimmen hier das Gameplay. Spieler rennen hier viel rum, müssen schon aktiv nach Gegnern suchen. Einfach mit dem Snipergewehr irgendwo liegen, bringt einen nicht ans Ziel. Dafür ist die Sichtweite einfach zu gering. An fast jedes Fenster reiht sich direkt die nächste Häuserwand. Und unten auf den Straßen kommt das einzige schwere Fahrzeug zum Teil gar nicht mehr durch: Einige Gassen sind so eng, dass der Truppenpanzer einfach steckenbleibt. Das gefällt uns sehr gut! Die Karte setzt dadurch auf quirliges Treiben und Horizontalität: Der Kampf findet auf den Dächern, auf den Straßen und in den Häusern statt – immer auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig.

Lumphini Garden mit seiner weiten Ebene und zwei hochgelegenen Plateaus lässt sich mit Fug und Recht als Sniperkarte betiteln. Auf einem erhöhten Bahngleis und einem Hausdach liegen Dutzende Scharfschützen, das Handgemenge in der Mitte fällt da irgendwie gar nicht weiter auf. Die Sniperhatz nervt im Test ganz schön, hier fehlt das typische Battlefield-Balancing.

Die vierte Karte im Bunde ist Sunken Dragon. Auch sie ist eher großflächig, bietet viel höhere Schussdistanzen als die zwei Stadtkarten. Doch anders als Lumphini Garden entwickelt sich die Map nicht zum kompletten Sniperfest. Dank vieler Hochhausdächer bietet die Karte zwar viele Versteckmöglichkeiten, Helikopter halten aber diese Dachsniper in Schach. Sunken Dragon und Pearl Market könnten sich zu richtigen Klassikern entwickeln, die anderen zwei Karten sind jetzt schon als Lückenfüller verschrien.

Der neue Spielmodus
Der ballistische Schild ist eines der neuen Items und nur für Teamspieler interessant. Quelle: EA Der ballistische Schild ist eines der neuen Items und nur für Teamspieler interessant. Selten hat man vorher so wenig Tamtam über einen neuen Spielmodus in Battlefield 4 gehört. Vermutlich zurecht: Chainlink, zu Deutsch Bindeglied, ist eigentlich nur ein modifiziertes Conquest-Match. Die Flaggenpunkte sind nun nur in Reihe geschaltet. Je mehr Flaggen man in einer Reihe einnimmt, desto schneller fallen die Tickets der Gegner. Will man den Feind ausbremsen, nimmt man ihm einfach die Mitte der Kette.

Das klingt wenig taktisch, ist es aber. Vor allem auf den ganz engen Karten sorgt Chainlink für eine hohe Dynamik. Denn es geht nicht mehr nur darum, irgendwelche Flaggen einzunehmen, sondern in der richtigen Reihenfolge. Das können die Gegner sehen und entsprechend reagieren. Wenn sie eine Kette von vier Punkten haben, können sie in etwa erahnen, dass der Feind die mittleren zwei angreift. Nur so zerschlägt er die Kette, nimmt er seitlich einen Flaggenpunkt weg, bleiben ja noch drei zusammenhängende Punkte übrig.

Waffen und Items, beispielsweise der taktische Schild, passen gut ins Sortiment von Battlefield 4. So gibt es nun endlich die Desert Eagle, eine der beliebtesten und durchschlagskräftigsten Pistolen überhaupt. Sie ist natürlich ziemlich mächtig, hat aber auch ihre Schwächen. Ähnlich verhält es sich beim Schild: Nutzt man ihn klug, schützt man damit sein Squad. Ist man aber allein unterwegs, ist man damit eigentlich aufgeschmissen.

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