Ein guter Third-Person-Shooter mit Macken, der aber spielerisch überzeugt und somit der ideale Happen für Zwischendurch ist.
Ich muss mal mit dir reden...
Binary Domain
In Person von Dan "Survivor" Marshall seid ihr Teil eben dieser Rost-Crew welche aus den Elitesoldaten verschiedenster Geheimdienste besteht. Neben euch und eurem Kumpel Roy "Big Bo" Boateng geben sich auch Vertreter aus Frankreich, China, Großbritannien und der japanischen Freiheitsbewegung die Ehre euch im Kampf beizustehen. Anstatt allerdings nur stupide für sich zu kämpfen, steht in Binary Domain vor allem die Interaktion mit den Crew-Mitgliedern im Vordergrund. Sowohl im Kampf als auch in Konversationen habt ihr je nach Situation zwischen zwei und vier Antwortmöglichkeiten bzw. Befehle. Diese können von uns entweder per Eingabe über die Face-Buttons oder per Headset an die Kameraden gebracht werden. Die Befehlsannahme funktioniert zwar über die Tasten ein wenig genauer, verlangt im Gefecht jedoch den Daumen vom Analogstick zu nehmen. Über die Schultertaste aktiviert haben wir in Konfrontationen die Wahl uns von unseren Teammitgliedern decken zu lassen, uns neu zu formieren, die Kollegen zum ballern zu animieren oder sie auch in die bedingungslose Offensive zu schicken.
Binary Domain
Die KI agiert dabei überraschend effektiv und hält uns den einen oder anderen Roboter vom Leib auch wenn wir gewohntermaßen den Großteil der Aufräumarbeit verrichten. Am Ende einer solchen Auseinandersetzung bekommen wir von unserer zumeist dreiköpfigen Crew, die wir vor oder auch während der Mission durchmischen dürfen, ein Feedback über unsere Fähigkeiten als Team-Leader. Und hier beginnt dann auch schon der Zerfall des an sich wirklich vielversprechenden Features. Zwar steht und fällt das Vertrauen unserer Mitstreiter und damit auch ihr Gehorsam mit unseren Entscheidungen und Antworten, jedoch sind die Unterhaltungen derart flach und generisch gehalten, dass man in 99 Prozent der Fälle die richtige Antwort gibt. Zwar kann man die Teamkameraden auch ordentlich anmotzen sowie wüst beschimpfen, ein wirklicher Anreiz ist diese Möglichkeit aufgrund fehlender Konversationstiefe nicht. Auch den Teamkameraden ein Lob auszusprechen hat mehr symbolischen als spielerisch wertvollen Charakter. Hier hätte es gereicht die Befehle auf die Gefechte zu beschränken, den aus unserer Sicht gelungensten Aspekt des Spielelements.
I-Gears oder Robot of War?
Binary Domain
Spielerisch bietet Binary Domain etablierte Gameplay-Kost aus dem Third-Person-Genre. Ausgestattet mit Granaten und Minen jeglicher Couleur, Handfeuerwaffe, einem Spezialgewehr, geladen mit einer plasmaartigen Materie namens Boson, und einem freien Slot für eine Alternativwaffe huschen wir von Deckung zu Deckung und rücken den Robotern auf den blechernen Skalp. Dabei können wir uns zum Zielen aus der Deckung begeben oder einfach blindlinks in die Gegnermassen ballern. Wer das Spielprinzip von Gears of War kennt, wird sich hier sofort heimisch fühlen. Wie vielleicht zu erahnen ist, bekommen wir es im Spiel nämlich nicht mit menschlichen Widersachern sondern mit Verteidigungsrobotern unterschiedlichster Form zu tun. Neben den normalen Soldaten stellen sich uns Roboter in den Weg die entweder besonders flink, gut gepanzert oder äußerst schussgewaltig sind. Die Roboter verfügen zudem über ein realistisches Schadensmodell das Rüstungspanele bei exakten Treffern abbrechen lässt und so den Blick aufs Innenleben der Maschine freigibt, sie dementsprechend also umso verwundbarer macht. Ebenfalls möglich ist es beispielsweise flinken Robotern die Beine bleihaltig zu entfernen um sie so auf den Boden der Tatsachen zu holen. Vorsicht sei dabei jedoch in jedem Fall geboten, denn die Blechbüchsen kämpfen um ihr Leben bis die Lichter ausgehen und kriechen euch bei Bedarf auch hinterher.
Binary Domain
Richtig ernst wird es in den zahlreichen Bosskämpfen. Egal ob nun ein normales Luftschiff, randvoll gefüllt mit Raketen, eine Riesenspinne oder ein Robo-Gorilla,7 diese Feinde fordern unser Können und unseren Magazininhalt gleichermaßen aufs Äußerste. Für das Erledigen der Feinde erhaltet ihr in Binary Domain Credits, welche uns das Aufleveln unseres Charakters ermöglichen. Die Fähigkeitsaufwertungen werden an einem der im Spiel zu Hauf zu findenden Munitionsautomaten vorgenommen. Darunter fallen Kategorien wie Magazinvolumen, Nachladezeit, Präzision oder Schusskraft. Wie ihr den Entwicklungsprozess angeht bleibt völlig euch selbst überlassen, denkt jedoch dran dass immer nur die aktuellen Team-Member von euch aufgerüstet werden. Im Itemshop des Automaten können wir neben Munition, Medikits und Granaten auch sogenannte Nanomaschinen erwerben. Diese decken die von der direkten Charakterentwicklung nicht abgedeckten Features ab und können von uns individuell für jeden Team-Kameraden gekauft und ausgerüstet werden. Um die Nanomaschine auf die Spielfigur unserer Wahl anzuwenden platzieren wir farbige Kugelketten in einem Rechteck mit sechs Kästchen in feinster Tetris-Manier. Je besser die Nanomaschinen werden umso weniger Platz benötigen sie für ihre Leistung, was natürlich den Platzverhältnissen zugute kommt.
