Lohnt sich für Kenner der Bioshock-Spiele ein Kauf der Collection, oder nur für Spieler die noch etwas nachzuholen haben?
Mit Bioshock: The Collection erhalten wir für relativ günstige 40-50 Euro die Möglichkeit alle drei Bioshock-Titel noch einmal zu erleben oder nachzuholen. Besonders die Konsoleros profitieren dabei von grafisch aufgepeppten Versionen der ersten beiden Teile, die mit höher ausgelösten Texturen und der vollen HD-Auflösung von 1080p glänzen. Wir stürzten uns deswegen erneut in die drei Abenteuer um festzustellen, für wen sich ein Kauf der Collection lohnt und wie gut die Titel auf die aktuelle Generation portiert wurden.
Quelle: 2k Games
Bioshock 2
Ich muss es gleich zu Beginn sagen, Bioshock: The Collection hat mich durch ein Wechselbad der Gefühle getrieben. Zum einen haben die Spiele bis dato nichts von ihrer Faszination verloren und es machte heute ebenso viel Spaß wie damals, in die Unterwasserstadt Rapture abzutauchen und noch einmal nach Columbia aufzusteigen. Bioshock ist einfach ein Ausnahmeerlebnis und hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Was Ken Levine da geschaffen hat, ist ein Kunstwerk in Ego-Shooter-Form, welches einen ein Leben lang begleiten kann. Auf der anderen Seite aber fühlte ich mich als Fan etwas vernachlässigt.
In der Collection enthalten, für deren Umsetzung nicht mehr Irrational sondern Blind Squirrel Games verantwortlich zeichneten, sind die drei Bioshock-Titel einzeln enthalten. Es gibt also kein zusammenfassendes Menü, von dem aus wir auf die Spiele oder Zusatzinhalte zugreifen können. Bioshock und Bioshock 2 wurden grafisch aufgepeppt, allerdings beschränkt sich dies auf eine höhere Auflösung und höher aufgelöste Texturen. Neue Effekte wurden nicht hinzugefügt und auch die Objekte blieben unangetastet. Da ist es kein Wunder, dass man dem Titel sein Alter inzwischen ansieht. Trotzdem kann sich das Gezeigte noch heute sehen lassen und muss sich nicht verstecken. Denn nach wie vor fasziniert der Titel mit seinem einmaligen Art-Deco-Stil und der bedeutungsschwangeren und hochpolitischen Geschichte.
Quelle: 2k Games
Bioshock
Der erste Teil wurde zusätzlich mit zehn recht ausführlichen Interviews angereichert, die der bekannte Moderator Geoff Keighley mit Game Director Ken Levine führte, sowie weiteren Entwicklern. Diese muss man sich aber erst erspielen, indem man neu in den Leveln verteilte Filmrollen findet. Die allerdings wurden recht billig ins Spiel integriert. Findet man sie und schaltet man so die einzelnen Director's Commentary frei, verschwinden sie nicht etwa, wie jedes andere eingesammelte Objekt im Spiel, sie bleiben an Ort und Stelle liegen. Leider auch sind die Videos von nicht besonders hoher Qualität, stark komprimiert und ruckeln leicht, so als würden sie mit 20 Frames laufen. Als Fan ist man da schon bisschen enttäuscht, handelt es sich dabei doch um den einzigen neuen Zusatzinhalt. Die Interviews selbst aber sind durchaus interessant und dürften selbst für Bioshock-Kenner noch manch neue Information parat haben. Insofern sie der englischen Sprache mächtig sind, denn deutsche Untertitel sucht man vergebens.
Generell muss man den ersten beiden Teilen der Collection attestieren, dass es sich tatsächlich um direkte Portierungen der Originalversionen handelt, denen man lediglich eine höhere Auflösung spendierte, ansonsten jedoch keine Hand anlegte. So sind auch uralte Glitches noch vorhanden, wie die Möglichkeit beim Achievement für das Durchspielen auf hohem Schwierigkeitsgrad betrügen zu können, oder die schlecht abgemischte deutsche Sprachausgabe. Da versinken die Gespräche der Bewohner und Widersacher schon mal im Umgebungslärm oder längst still liegende Objekte rumpeln noch vor sich hin.Hinzu gesellt sich ein neuer Effekt, der mir so bei den Originalspielen auf den Konsolen nicht aufgefallen wäre, nämlich die zickige Steuerung in den Menüs. Diese resultiert aus einer viel zu kleinen toten Zone der Analogsticks und sorgt dafür, dass man beim Navigieren gerne gleich mehrere Menüpunkte überspringt, statt nur einen weiter zu schalten. Im ersten Bioshock sogar kann man das Menü der Rapture Metro nur mit dem Steuerkreuz bedienen, hier sind die Analogsticks komplett deaktiviert. Als letzten Kritikpunkt muss man noch anführen, dass uns Bioshock 2 während der Testphase zweimal abgestürzt ist, ohne dass man das an einem bestimmten Ereignis festmachen könnte. Beides Male war es notwendig das Spiel von der letzten Vital Chamber fortzusetzen.
Quelle: 2k Games
Bioshock: Infinite
Bei all der Kritik muss man aber sagen, dass es sich im Grunde nur um Kleinigkeiten handelt, welche es nicht schaffen das Spielerlebnis wirklich zu trüben. Für die PC-Version, welche wir nicht testeten, wurde bereits ein Patch angekündigt und es ist zu erwarten, dass man auch an der Konsolenversion noch etwas Feinschliff vornimmt, besonders die Absturzursache sollte behoben werden.
An Bioshock Infinite hingegen gibt es im Grunde nichts zu bemängeln, was kein Wunder ist. Denn es handelt sich quasi um das Originalspiel mit höchsten Grafikeinstellungen. Es ist noch viel zu jung, als dass sich da etwas groß geändert haben könnte.
Auf eine Wertung für Bioshock: The Collection verzichten wir bewusst, denn die drei Titel wurden bereits ausführlichst getestet und bewertet und daran ist auch nichts zu rütteln. Da die Collection, ausgenommen der Interviews, nichts Neues bietet, erübrigt sich auch eine Neubewertung.
