Brütal Legend ist ein Spiel welches die Klänge grandioser Bands in einer unwirklichen "Plattencover"-Welt zum Leben erwachen lässt.
Technik, Motoren, Metal, Blut und ... Stahl
Brütal Legend
Die Steuerung ist neben der eben erwähnten, kurzen Spielzeit eine weitere große Schwäche von Brütal Legend. Eddie steuert sich vor allem in der offenen Welt etwas schwammig und die Fahrphysik ist beileibe nicht Heavy. Dazu kommt eine etwas zu träg eingestellte Kamera die dem Spielverlauf nicht immer zu 100% folgen kann, was besonders bei schnellen Fahrmissionen und eventuellen Unfällen unschön auffällt. Zu langsam richtet sich die Kamera hinter dem Fahrzeug aus, so dass man immer wieder manuell nachjustieren muss. Klar, mit der Zeit gewöhnt man sich daran und steuert zielsicherer durch die Landschaft, doch hätte man sich eine solidere Steuerung gewünscht in die man sich nicht erst "einarbeiten" muss.
Quelle: Electronic Arts
Brütal Legend
Die Grafik hingegen lässt so manchen Groll vergessen, denn auch wenn die Darstellungen eher minimalistisch sind, so überzeugen sie durch ihre Wahnwitzigkeit. Die Proportionen der Charaktere sind maßlos überzogen und wirken dadurch entsprechend witzig, sowie charmant zugleich, wobei die Mimik der einzelnen Protagonisten am herausragendsten ist. Allen voran natürlich die von Eddie Riggs, welcher das Metal-gewordene Abbild von Jack Black höchstpersönlich zu sein scheint. Eine derartige Emotion in den Gesichtszügen hat man selten gesehen und obwohl alles eher unreal und comichaft aussieht, so erkennt man die eindeutig die Leistung der Animationsexperten von Double Fine.
Brütal Legend
Dazu kommt die unwirkliche Landschaft! Diese wirkt wie ein lebendig gewordenes Cover aus der Feder von Metalkünstlern wie Dan Seagrave oder Derek Riggs, welche Cover für bekannte Bands wie Morbid Angel oder eben Iron Maiden gezeichnet haben. Gepaart mit dem ebenfalls comichaften Stil wird somit eine wahre Metalwelt erschaffen in der sich die urigsten Gestalten tummeln. Da wären die Headbanger mit ihren riesigen Stiernacken, die "Black Metallischen" Metal Biester und ihre Beschützer oder die heißen Feuerklingen-Mädels. Alle Gruppierungen der gängigen Metalklischees sind hierbei vertreten, wobei die Schergen des Bösen mitunter in Form einer gewissen Gothic- und Emobewegung kommen, was den "true Spirit" des wahren Metallers natürlich innerlich zum lachen bringt. In beinahe jeder der reichlich vorkommenden Zwischensequenzen wird ein neuer Gag gezündet, der vor allem die Fans des Genres in Verzückung versetzen dürfte. Und auch wenn der ein oder andere "Unbedarfte" vielleicht weniger lachen kann als der geneigte Metaller, so bietet Brütal Legend genügend witzige Szenen die man als Videospieler einfach gesehen haben muss.
Brütal Legend
Absolutes Highlight des Spiels ist jedoch der gewaltige Soundtrack mit seinen insgesamt 108 (!) verschiedenen Songs unterschiedlichster Metal Größen. Angefangen bei Stücken von Black Sabbath, Megadeth und Mötley Crüe über harte Klänge von Enslaved, Carcass und Slayer bis hin zu kultigen Kombos wie Judas Priest oder Manowar. Alle Facetten des Metals werden im Soundtrack zu Brütal Legend abgebildet und schicken den Spieler auf eine zusätzliche Reise durch die Geschichte des Heavy Metal. Die hervorragende Synchronisation rundet den perfekten Soundfaktor krönend ab, da Jack Black, sowie seine deutsche Stimme Tobias Meister eine ausgezeichnete Arbeit abliefern. Sie sind es letzten Endes die Eddie zu einer solch sympathischen und glaubwürdigen Figur werden lassen. Doch auch Musikerlegenden wie Lemmy Kilmister (Motörhead), Rob Halford (Judas Priest), Ozzy Osbourne (Black Sabbath), Lita Ford (The Runaways) oder Schauspieler Tim Curry (Rocky Horror Pictuire Show) geben sich im Spiel die Ehre und haben ihre Abbilder mit der nötigen Portion Selbstirnonie höchstpersönlich nachvertont. Zumindest in der englischen Version des Spiels, wobei auch in der deutschen Version eine sehr gute Arbeit in Sachen Übersetzung und Wortwitz abgeliefert wurde.
