Bulletstorm im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Ein durchwegs unterhaltsames und rasantes Spiel, das mit jeder Menge Bombast und noch mehr Action für schwitzige Hände sorgt.

Ich ballere dich zu Brei!

Bulletstorm Bulletstorm Doch was machen wir eigentlich mit den verdienten Skill-Points? Wir investieren sie, um die eigenen Waffen aufzurüsten. Mehr Feuerkraft oder mehr Magazin-Kapazität stehen zur Auswahl, während zudem mächtige Energieladungen erworben werden können. Diese sollte man sich dann für etwas dickere Feinde aufheben. Und wenn die Munition ausgeht, kann man sich an speziellen Versorgungseinheiten auch damit versorgen. Gleich neben dem Kaufmenü findet man zudem alle bisher entdeckten Skill-Shots fein säuberlich aufgelistet. Bei den Waffen darf man auf bewährtes Material wie ein Sturmgewehr, eine Schrotflinte oder den Revolver bauen. Es gibt jedoch auch weitaus interessanteres Gerät: Die Flailgun verschießt eine Kette mit zwei Granaten, die sich herrlich um den Feind wickelt. Der Penetrator feuert hingegen eine riesige, rotierende Schraube ab, die keinen schönen Anblick hinterlässt. Mit dem Scharfschützengewehr lassen sich die Projektile im Stil eines Wanted in Richtung des Opfers lenken, PENG, Headshot!

Bulletstorm Bulletstorm Bulletstorm gibt sich viel Mühe, möglichst genügend optische Abwechslung ins Spiel zu bringen: Felslandschaften, ein zerstörtes Feriendorf, die Ruinen einer einst riesigen Metropole oder die engen Korridore eines Raumschiffs, man kommt reichlich herum. Auf die Dauer wirkt das Gameplay allerdings zu wiederholend. Man zieht die Feinde immer wieder zu sich und tritt sie gegen allerlei tödliche Gegenstände. Mal ist es ein Hubschrauberrotor, dann ist es Säure, ein Fallgitter oder ein Blitzgewitter, doch letztendlich sind die Handgriffe immer identisch. Immerhin ist bei den einzelnen Gegner eine differenzierte Vorgehensweise nötig. Die menschlichen Opponenten lassen sich zum Beispiel problemlos mit der Energie-Peitsche heranziehen oder Treten. Die Creeps sind für beide Manöver jedoch zu schnell unterwegs. Die einzige Möglichkeit: Wir müssen mit mächtig viel Geschwindigkeit in sie hinein rutschen, um sie in ihr Verderben zu befördern. Dann gibt es auch noch die Mutanten, die nur an orange leuchtenden Stellen verwundbar sind, oder die schwer gepanzerten Soldaten des Generals.

Bulletstorm Bulletstorm Kleinere Zwischenbosse erfordern ein wenig mehr Geschick, doch da gibt es auch haushohe Viecher, die Godzilla völlig alt aussehen lassen. Die Inszenierung ist an einigen Stellen absolute Spitzenklasse: Während wir uns durch das übliche Gesocks ballern, zerstört im Hintergrund diese riesige Echse ganze Hochhäuser und faucht wild herum. Später setzen wir uns in einen Hubschrauber und ballern das Drecksding mit einer mächtigen Chaingun zu Klump, einer der spektakulärsten Momente im gesamten Spiel. Jedoch kracht und explodiert es grundsätzlich an jeder Ecke. Auch wenn Bulletstorm immer mal wieder kleinere Längen aufweist und man von den Feindeswellen zunehmend gelangweilter wird, kommt dann doch wieder eine kreative Szene, die zum Weitermachen animiert. So steuert man via Fernbedienung zum Beispiel eine mechanische und deutliche kleinere Version des oben beschriebenen Mistviechs, das eigentlich in einem Vergnügungsparks eingesetzt wurde. Umgerüstet mit einem mächtigen MG geht es dann zur Sache. Später muss man unter Zeitdruck aus einem einstürzenden Gebäude fliehen. Und ihr dürft nicht vergessen, man wird immer wieder durch die dämlichen Sprüche der Protagonisten erheitert.

Was gibt es sonst noch so?

Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn einen recht kurzen Story-Modus erwartet habe, da ich nicht daran geglaubt habe, dass das Spielprinzip über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten werden kann. Aber es funktioniert, zumindest mit einigen Abstrichen. Erstaunlich ist zudem, dass der Umfang im Singleplayer größer ist als bei einem Killzone 3. Auf einem mittleren Schwierigkeitsgrad schafft man die Kampagne nicht in unter acht Stunden. Dafür ist der Wiederspielwert eher gering, trotz einiger Sammelgegenstände.

Bulletstorm Bulletstorm Doch dann steht noch der Echos-Modus zur Verfügung. In diesem spielen wir einzelne Abschnitte ohne Videosequenzen, Kommentare oder anderes Story-Material nochmals ohne Zusammenhang durch. Hier geht es darum, möglichst viele Skill-Points zu erringen, die in ein Leaderboard hochgeladen werden. Ansonsten wird eine Sternewertung vergeben, mit der weitere Abschnitte freigeschaltet werden. Der Online-Multiplayer ist als kooperatives Spielerlebnis ausgelegt. Hier finden sich vier Spieler in einer Arena wieder und müssen Wellen von Feinden erledigen. Dabei heißt es jedoch nicht nur zu überleben, man muss auch eine vorgegebene Anzahl von Punkten erreichen, ansonsten muss wiederholt werden. Zwischen den Angriffswellen versorgen sich die Spieler an Kapseln mit neuer Munition sowie Waffen und werten ihre Gerätschaften auf. In jedem Fall sind Zusammenarbeit und Absprachen sehr wichtig. Der Online-Modus ist zwar ein kurzweiliger Spaß, doch trotz der Levelaufstiege dürfte sich die Langzeitmotivation in Grenzen halten.

Bulletstorm Bulletstorm Die Unreal Engine 3 leistet übrigens eine sehr gute Arbeit. Der typische Look ist zwar noch erkennbar, doch dafür bekommt man teils monumentale Aussichten und ein riesiges Feindaufkommen geboten, ohne dass die Bildrate ins Stocken gerät. Die schicken Explosionen und Spezialeffekte sehen ebenso beeindruckend aus, wie der kreative Detailreichtum der einzelnen Gebiete. Bulletstorm entzündet ein riesiges Feuerwerk ohne merkliche Schwächen zu offenbaren. Da hinter dem Spiel jedoch auch Epic Games steckt, wäre es ja traurig, wenn man seine eigene Engine nicht im Griff hätte. PS3- und Xbox 360-Version sehen übrigens nahezu identisch aus. Die deutsche Sprachausgabe ist hervorragend gelungen und trägt die herrlich trashigen Konversationen über die gesamte Spielzeit. Auch der treibende Soundtrack passt zum flotten Gameplay.

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