Ein durchwegs unterhaltsames und rasantes Spiel, das mit jeder Menge Bombast und noch mehr Action für schwitzige Hände sorgt.
Bulletstorm hat sich in Trailern als äußerst blutige Daueraction mit einem irgendwie doch recht neuartigen Skill-Shot-System gezeigt. In Deutschland erscheint das Spiel stark geschnitten. Da fragt man sich doch, ob die vermutete Massenballerei über mehrere Stunden hinweg fesseln kann und Spielen wie Serious Sam oder Painkiller etwas voraus hat.
Rache ist Blutwurst
Bulletstorm
Bereits im Vorfeld konnte man sich denken, dass die Geschichte von Bulletstorm nicht unbedingt preisverdächtig ausfallen wird. Das ist jedoch nur zum Teil so. Wir übernehmen die Rolle des Weltraumsöldners Grayson Hunt, der als ehemaliges Mitglied der Spezialeinheit "Dead Echo" von General Sarrano für Morde sowie andere Missetaten missbraucht wurde und sich fortan rächen will. Irgendwann trifft er zufällig auf das Flaggschiff des Generals und schafft es sehr glücklich, es über einem ehemaligen Urlaubsplaneten abzuschießen. Leider stürzt er auch selbst ab. Als Spieler muss man Sarrano finden und vom Planeten fliehen. Zur Seite steht uns unser Kollege Ishi. Später begegnen wir noch dem vorlauten Kampfbabe Trishka, das alles andere als wehrlos ist.
Bulletstorm
Diese Rachestory hört sich auf den ersten Blick keinesfalls interessant an, doch People Can Fly hat es tatsächlich geschafft, mit interessanten Charakteren und kleinen Wendungen eine überaus sehenswerte Erzählweise zu kreieren. Bulletstorm ist ein extrem sarkastisches und gewaltverherrlichendes, aber auch letztendlich sehr witziges Erlebnis. Die Charaktere weisen eine ungewöhnliche Tiefe auf und haben alle mit irgendwelchen Problemen aus der Vergangenheit zu kämpfen. Dies wird in den zahlreichen Zwischensequenzen ziemlich gut eingefangen. Besonders herausstechend ist jedoch die Tatsache, das unheimlich viel geflucht wird. Die Protagonisten mögen sich zwar, doch ein machohafter One-Liner folgt der nächsten Beleidigung, während immer wieder neue Wortkreationen zum Lachen verleiten. Selbst eingefleischte South-Park-Fans werden die eine oder andere Beleidigung für den Alltag finden. Dabei wird natürlich auch vor der süßen Trishka kein Halt gemacht. Bis Duke Nukem Forever erscheint, hält Bulletstorm den Spitzenplatz bei dummen Sprüchen.
Kill with Skill
Bulletstorm
In den ersten 30 Minuten müssen wir noch ohne das Skill-Shot-System zurecht kommen, doch schnell findet sich die passende Energie-Peitsche, die fortan die Spielweise vorgibt. Dabei bekommt man für allerlei Aktionen reichlich Punkte auf das Konto gutgeschrieben. Headshots, ein Schuss in die Kronjuwelen oder in den Hintern verhelfen ebenso zu Punkten wie Explosionen. Darüber hinaus ist die Spielumgebung nur so mit spitzen Gegenständen gespickt. Wir müssen den Gegner also nur gegen abstehende Rohre oder einen Kaktus treten und schon wird er fachmännisch durchlöchert. Offene Energieleitungen, Abgründe, Feuer usw. lassen sich ebenfalls prima für stylische Kills nutzen. Jedes Mal wenn wir einen Gegner treten, wird er zurückgeschleudert und eine leichte Zeitlupe setzt ein. Damit ist es möglich, gezielt Körperteile anzuvisieren.
Bulletstorm
Sehr hilfreich bei diesem Unterfangen ist die Energie-Peitsche, mit der man Feinde zu sich ziehen kann, um sie in Richtung des nächsten Riesenventilators zu befördern. Das Skill-System bietet unzählig verschiedene Arten, seine Gegner zu töten. Werden die Aktionen geschickt verkettet, bekommt man zudem Bonus-Punkte geschenkt. Jeder einzelne Skill-Shot hat eine ironische Bezeichnung, während sexuelle Anspielungen am laufenden Band verwendet werden. Wenn man einen explosiven Kanister in Richtung einer Gegnergruppe befördert und auf ihn schießt, kann unter Umständen eine verheerende Kettenreaktion ausgelöst werden, die dem Spieler ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert und den Bildschirm mit Punkteanzeigen flutet.
