Bulletstorm im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Ein durchwegs unterhaltsames und rasantes Spiel, das mit jeder Menge Bombast und noch mehr Action für schwitzige Hände sorgt.

Die deutsche Version

Bulletstorm Bulletstorm Die deutsche Version kommt extrem stark geschnitten daher. Bulletstorm ist ein riesiges Blutgemetzel voller fleischiger Klumpen, jeder Menge Gore und abgetrennter Körperteile. Manchmal sieht man vor lauter Blut das eigentliche Spiel kaum mehr. Da die Gewalt stark übertrieben wirkt, stellt sie sich jedoch als eine Karikatur dar. In Deutschland ist das Spiel jedoch völlig blutleer erschienen, während sich Feinde nicht mehr verstümmeln lassen. Ein Headshot wird demnach nicht optisch realisiert. Das führt jedoch auch dazu, dass man keine ausreichende Rückmeldung bei Treffern bekommt. Ansonsten wurde an der Spielmechanik nichts gedreht. Man kann immer noch fröhlich aufspießen, allerdings verschwinden die Leichen sehr schnell.

Etwas unschön ist, dass auch Videosequenzen verändert und Objekte daraus entfernt wurden. Das sieht dann extrem abgehackt und nicht "wie aus einem Guss" aus. Man ist es ja gewohnt, dass in deutschen Versionen Blut entfernt wird, doch Electronic Arts ist meiner Meinung nach an anderer Stelle zu weit gegangen und ich bezweifele stark, dass diese Kürzungen für eine USK-Freigabe notwendig gewesen wären. Da auf dem Planeten lauter Wilde leben, die gerne Leichen auf Pfählen aufspießen und Totenköpfe verteilen, trägt das natürlich zur bedrohlichen Atmosphäre bei. EA, Epic Games oder People Can Fly haben viele dieser Elemente aus den Maps entfernt, ebenso wie jegliche Blutlachen und einfach nur am Boden liegende Leichen, die von einem vorherigen Kampf zeugten. Ich frage mich, ob ein Totenschädel einen erwachsenen Spieler derart negativ beeinflusst, dass er unbedingt entfernt werden muss.

Bulletstorm Bulletstorm Es wurde einfach zu sehr übertrieben. Obwohl das Spiel immer noch ab 18 Jahren freigegeben ist und nicht etwa ab 12 oder 16, bekommt man ein sterilisiertes Bulletstorm abgeliefert. Ich bezeichne Bulletsstorm als durchaus gewaltverherrlichend, auch wenn das Ganze sehr augenzwinkernd geschieht. Die Protagonisten machen sich am laufenden Band über ihre Opfer lustig und verspotten den Tod, also ob die Flucht von dem Planeten ein einziger Witz wäre. Gewalt wird in Bulletstorm wie in kaum einem anderen Spiel derart verharmlost, auch wenn es ein Karikatur derer ist. Doch an genau diesen Elementen stört sich in der deutschen Version absolut niemand, Hauptsache es ist nichts Rotes mehr zu sehen. Auch der Umstand, dass man den Feind möglichst "cool" erledigen muss, wiegt für mich schwerer als etwas Blut oder ein Totenkopf. Bulletstorm wurde in meinen Augen einfach nur wirr und total planlos zusammen geschnitten. Aus diesem Grund kam es zu einem Wertungsabzug, nicht weil wir so geil auf Blut und Gewalt sind, sondern weil die deutsche Anpassung einfach lächerlich überzogen und wenig konsequent wirkt sowie den Tatbestand der Gewaltverherrlichung ad absurdum führt. Wenn es nach meiner bescheidenen Meinung geht, hätte man sich diese Farce letztendlich auch sparen können und Bulletstorm erst gar nicht in Deutschland veröffentlichen sollen.

Meinung

Wertung zu Bulletstorm (PS3)

Wertung:

8.2 /10
Pro & Contra
rasante Daueractionmotivierende und sehr gut umgesetzte Skill-Shotsviel Abwechslung bei den Mapsteils kreative und aufrüstbare Waffensolide Physik-Engineviele wahnwitzige Tötungsartenextrem schwarzer Humor mit viel Beleidigungen und markigen Sprüchengigantischer Bossgegnerjede Menge krachende Explosionengut umgesetzte SteuerungUnreal Engine 3 zaubert viele tolle Szenen auf den Bildschirmläuft stets flüssigsehr gute deutsche Sprachausgabeganz netter Online-ModusUmfang geht in Ordnung
extreme und übertriebene Kürzungenmanchmal schleicht sich die eine oder andere Länge einirgendwann ist der Skill-Shot-Faktor abgenutztder gewaltverherrlichende Grundton dürfte nicht jedem steckenab und zu geht bei zu vielen Feinden die Übersicht verlorenKampagne hat kaum Wiederspielwert
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