Burnout Paradise im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Burnout wagt den nächsten Schritt und bietet uns mit Paradise neuerdings eine komplett frei befahrbare Spielwelt.

Als Entwickler einer etablierten Serie hat man es nicht leicht. Zum einen muss man die Erwartungshaltung der Spieler bezüglich des bekannten Gameplays erfüllen, quasi der Serie treu bleiben um die Fans nicht vor den Kopf zu stoßen, gleichzeitig aber erwartet der Käufer natürlich mit jedem neuen Teil der Serie auch etwas Neues, sonst könnte er ja gleich den Vorgänger spielen. Spätestens seit der Demo zu Burnout Paradise weiß ein jeder, dass man im aktuellsten Burnout keine festen Routen mehr vorgeschrieben bekommt, sondern sich stattdessen frei in "Paradise City" bewegen kann. Da blieben die negativen Stimmen natürlich nicht aus, die befürchteten, dass es sich nicht mehr um ein richtiges Burnout handelt. Nun, nach etlichen Testkilometern und Stunden des Online-Gamings können wir aber Entwarnung geben, Burnout hat nichts von seinem ursprünglichem Charme verloren und brilliert noch immer mit seiner unglaublich hohen Geschwindigkeit und den spektakulärsten Chrashes überhaupt.

Paradise City

Burnout Paradise Burnout Paradise Paradise City bietet uns über 400 km Strassen auf denen wir heizen können, sowie eine unglaubliche Anzahl an Abkürzungen, Sprungmöglichkeiten und sogar Tunnels, die allesamt erst entdeckt werden wollen. So warten insgesamt 400 Absperrungen auf uns gefunden und umgefahren zu werden, 120 Werbetafeln möchten zerstört und 50 Supersprünge vollführt werden, während wir dem sogenannten "Freeburn" frönen. Man hat also neben den 120 Renn-Events eine Menge zu tun. Trotzdem sind es natürlich die Rennen selbst, weswegen man Paradise City besucht, so viel Spaß das Drumherum auch macht. Die insgesamt 120 Events befinden sich allesamt auf den Kreuzungen von Paradise City. Um eines davon zu starten, genügt es an der jeweiligen Kreuzung beide Trigger für Gas und Bremse gleichzeitig zu ziehen. Fast ohne Ladezeiten wird dieses augenblicklich gestartet.

Burnout Paradise Burnout Paradise Dabei haben wir die Wahl zwischen den ganz regulären Rennen, bei denen lediglich der Startpunkt und das Ziel festgelegt ist, und wir uns den optimalen Weg dorthin selbst suchen müssen. Dabei unterstützt werden wir vom Navigationssystem, welches uns aber keine Strecke auf der Karte vorgibt, schließlich soll man nach wie vor nach Abkürzungen und Sprüngen Ausschau halten, sondern bei Bedarf den Blinker unseres Wagens anschmeißt und zusätzlich noch oben im Bild einblendet in welche Strasse wir einbiegen sollen. Trotzdem kann es nicht schaden immer einen Blick auf die Karte zu haben, denn den kürzesten Weg weist uns das Navi nicht, eher den für Sonntagsfahrer. Selbstverständlich besteht nach wie vor die Möglichkeit unsere Gegner von der Strasse zu kicken, was uns einen gehörigen Boost verschafft. Boost ist aber nicht gleich Boost, es gibt nämlich drei verschiedene davon. Je nach Typ verfügt unser Wagen über einen Stunt-Boost, einen Crash-Boost oder einem Renn-Boost. Der Stunt-Boost lädt sich besonders schnell auf wenn wir Stunts machen, wie Rolls, Spins, Sprünge oder Drifts. Der Crash-Boost hingegen eignet sich besonders für aggressive Fahrer die sich auf der Gegenfahrbahn wohler fühlen als auf der richtigen Seite, und der starke Renn-Boost schließlich kann erst ausgelöst werden, wenn sich die Boost-Anzeige komplett gefüllt hat. Er ist es auch, der sich ideal eignet wenn wir eine Burnout-Reihe hinlegen wollen, dafür ist er auch im schwierigsten einzusetzen.

Burnout Paradise Burnout Paradise Völlig neu in Burnout Paradise sind die Marked Man Rennen, bei denen der Spieler von einer Meute computergesteuerter Fahrzeuge gejagt wird und es darum geht, möglichst ohne Crash das vorgegebene Ziel zu erreichen. Darf man sich als Fahranfänger noch drei Crashes erlauben bis der Event als nicht geschafft abgebrochen wird, muss man als A-Lizenz Fahrer schon ohne Unfall ans Ziel gelangen. Spätestens an dieser Stelle wird sich so mancher fragen, wie es denn mit der Orientierung im Spiel aussieht? Besteht nicht die Gefahr sich ständig zu verfahren oder die Rennen zu verlieren weil man in der Hektik die falsche Abzweigung genommen hat? Ja, die besteht, aber nur Anfangs. Denn so groß Paradise City auch ausgefallen ist, die normalen Rennen ebenso wie die Marked Man und die Burning Route Rennen kennen allesamt nur acht Ziele, die außen um die Stadt herum angeordnet wurden. So kommt es, dass man schon nach kurzer Spielzeit immer wieder über die gleichen Kreuzungen "stolpert" und intuitiv den richtigen Weg einschlägt, bestenfalls per Abkürzung oder Sprung an den Gegnern vorbei. Zudem darf man nicht unerwähnt lassen, dass es die KI-Fahrer nicht unbedingt darauf anlegen zu gewinnen, sie scheinen viel mehr zu unserer Unterhaltung unterwegs zu sein. Denn selbst wenn wir uns verfahren sind wir meist nicht allein und werden trotzdem attackiert.

Burnout Paradise Burnout Paradise Einzig beim Road Rage, wo es einfach darum geht die vorgegebene Anzahl an Takedowns hinzulegen, und zwar egal wo in der Stadt, sowie den Stuntrennen, gibt es kein Ziel zu erreichen. Stattdessen müssen wir die entsprechende Punktzahl hinlegen um den Event zu gewinnen. Etwas Besonderes stellen dabei die Burning Route Rennen dar, die man nur mit dem jeweils dafür bestimmten Auto fahren kann, wobei wir als Belohnung ein neues Fahrzeug erhalten. Die zweite Möglichkeit an neue Fahrzeuge zu kommen ist es sie einfach abzuschießen. Entdecken wir in Paradise City einen anderen Rennfahrer, heften wir uns an seine Fersen und kicken ihn raus, schon wird der Wagen zu unserem Schrottplatz geliefert. Dieser dient über das gesamte Spiel hinweg als Garage, und dorthin müssen wir uns begeben wenn wir den Wagen wechseln wollen. Seltsamerweise kann man online vor jedem Rennen seinen Wagen auswählen, offline müssen wir erst den Schrottplatz aufsuchen.

Burnout Paradise Burnout Paradise Vielleicht eine der meist gestellten Fragen zu Burnout Paradise ist die nach den Crash-Kreuzungen, welche bekanntlich schon immer die Burnout-Spiele auszeichneten. Die gibt es in dieser Form nicht mehr, aber es gibt Ersatz dafür, die sogenannte "Showtime". Haben wir einen Crash gebaut, egal ob während des Freeburn oder eines aktiven Rennens, können wir die Showtime auslösen, was alle anderen aktiven Aufgaben unterbricht. Ziel ist es so viel Schaden wie möglich anzurichten, indem wir den Wagen im Flug von einem zum nächsten Auto bugsieren. Wie gehabt können wir unser Wrack bei vorhandenem Boost springen lassen, in der Luft drehen und kippen, so dass man mitunter minutenlang wie ein Hoppelhase durch Paradise City springt und eine Spur der Zerstörung hinter sich lässt. Besonders online ist es lustig anzusehen wenn gleich mehrere Spieler versuchen ihren Autos das Tanzen beizubringen. Das ist zwar nicht realistisch, macht aber unglaublich viel Spaß.

Drive-Thrus

Neben den fünf Schrottplätzen wo wir unsere Autos lagern, gibt es noch drei weitere Drive-Thrus im Spiel, nämlich Tankstellen die unsere Boost-Anzeige auf der Stelle voll auffüllen, Werkstätten die unseren Bolliden quasi im vorbeifahren reparieren und nicht zuletzt die Lackierwerkstätten, die aber erst funktionieren wenn der Wagen repariert ist. Denn verbeulte Kübel werden nicht lackiert, wäre ja schade drum. All das müssen wir aber erst einmal finden um es auf der Stadtkarte einzuzeichnen. Erst wenn wir eine Tankstelle oder Werkstatt besucht haben, finden wir sie auch auf der Karte wieder.

Online Freeburn

Burnout Paradise Quelle: videogaemszone.de Burnout Paradise Auch Burnout Paradise gehört zu den Spielen bei denen der Offline- und Online-Mode fast nahtlos ineinander übergehen. Es genügt das Steuerkreuz nach rechts zu drücken, schon werden wir mit einem Online-Freeburn verbunden. Bis zu achts Spieler tummeln sich dann in Paradise City und können gegeneinander antreten, oder einfach nur die Stadt unsicher machen. Dem Host kommt dabei eine besondere Rolle zu, denn nur er kann die Rennen starten und hat Zugriff auf die Challenges. Die Rennen selbst muss man sicher niemandem erklären, und die Challenges darf man wirklich wörtlich nehmen. Da gibt es die lustigsten Sachen zu erledigen, wie achtmal über die Teufelsschlucht zu springen oder von jedem Spieler eine Barrel Roll zu verlangen.

Schade in diesem Zusammenhang ist, dass es online wirklich nur die normalen Rennen gibt, aber kein Road Rage beispielsweise. Zwar kann man auch online die Showtime auslösen oder die Rekorde der einzelnen Strassen überbieten, aber einen richtigen Crash-Mode gibt es in der bisher bekannten Form nicht. In der Praxis aber stört eher der Umstand, dass die Stadt die Spieler dazu verführt alles Mögliche zu machen, nur keine Rennen zu fahren. Ob man online Spaß hat hängt also stark davon ab an wen man gerät.

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