Novemberzeit, Call-of-Duty-Zeit. Vor wenigen Tagen veröffentlichte Activision mit Call of Duty: Black Ops 2 seine diesjährige Auskopplung der Ballerserie. Fans loben das Spiel für seinen Mehrspieler-Modus, Hater meckern über mangelnde Spielinnovation - jedes Jahr dasselbe Schauspiel. Nur das Treyarch heuer wirklich ein paar Neuerungen angekündigt hat. Wie die ins Bild passen, erfahrt ihr in unserem Test.
Multiplayer: Ausstattung und Liga-Spiele
Quelle: Computec
Call of Duty: Black Ops 2 im Gamezone-Test (6)
Als einer der Entwickler uns beim Vorschautermin sagte, in Black Ops 2 stecken in Wirklichkeit drei Spiele, hat er nicht gelogen. Das merkt man am ehesten dann, wenn man zum Mehrspieler wechselt. Er ist von der Kampagne und dem Zombiespiel getrennt, um ihn zu erreichen muss man erst einige Sekunden ein separates Menü laden. Es wirkt, als würde man mit jedem Teil von Black Ops 2 wirklich ein eigenes Spiel starten.
Was sich hinter dem separaten Menü versteckt, ist altbekannt: Black Ops 2 setzt auf viele beliebte Spielmodi, die man aus Vorgängern kennt. Aus Modern Warfare 3 hat es beispielsweise der sehr taktische Modus "Abschuss bestätigt" in den neuen Ableger geschafft. Richtig spannend wird es mit drei Fraktionen auf einer Karte: Der Feind meines Feindes ist zwar mein Freund, aber wenn er nichts anderes mehr zum Abknallen hat, dann nimmt er halt mich. Nach dem Prinzip funktioniert dieses Spiel, das alle anderen Modi in sich vereint.
Gefallen hat uns der neue Pointstreak: Statt seine Spieler noch mehr zu Ego-Schweinen zu erziehen, indem man Killserien belohnt, wechselt Treyarch nun zu einem Punktemodell. Je mehr Punkte man freispielt, desto schneller kann man Unterstützungsaktionen ausführen, etwa Kampfhelikopter steuern. Die schaltet man aber auch durch Teamaktionen frei, etwa Unterstützung, Spielerrache oder Markierung von Feinden. Endlich werden Spieler dafür belohnt, im Team zu spielen – allzu weit hat es sich nur leider noch nicht rumgesprochen. Noch immer wirkt das Online-Schlachtfeld, als würde jeder nur seiner eigenen K/D hinterherhecheln. Da ist noch ein wenig mehr Überzeugungsarbeit nötig, um das jahrelang antrainierte Gehabe abzulegen. Nur wer in einer Party oder mit richtigen Pros spielt, wird einen Unterschied bemerken.
Zombies: Eine lästige Seuche
Quelle: Computec
Call of Duty: Black Ops 2 im Gamezone-Test (10)
In Black Ops war es noch eine scherzhafte Zugabe, nun ist es ein eigenständiger Spielteil: Der Zombiemodus, genannt Überlebenskampf, ist eine eigener Spielmodus, der allein, kooperativ und gegeneinander bestritten werden kann. Wir haben im Vorfeld viel Hoffnung in das Zombiegefecht gelegt. Die Idee, eine eigene, kleine Kampagne vorgelegt zu bekommen, hat uns gefallen. Kampagne? Story? Pustekuchen. Auf gerade mal drei Karten (Bus-Depot, Farm und Stadt) bekämpfen wir wellenweise Zombies. Drei verschiedene Modi gibt es hierfür, TranZit ist tatsächlich der lustigste: Vier Spieler müssen versuchen, zusammen so lange wie möglich zu Überleben. Alle starten nur mit einer Pistole, verdienen mit jedem Zombie-Kill Geld. Dieses kann investiert werden, um neue Räume zu öffnen und Knarren zu kaufen. Hat man die erste Welle überlebt, ruft vor der Tür hupend ein Bus. Ein robotischer Fahrer fährt uns nun durch die drei Maps von Überlebenskampf – und immer trifft man auf mehr Zombies.
Der Bus entwickelt schnell eine coole Eigendynamik. Wenn er hupt, sollte man schnellstens nach dem Weg zurück suchen. Denn der Robo-Fahrer fährt irgendwann einfach weg. Wer zurückbleibt, hat Pech gehabt und muss entweder warten, bis die Kumpels wieder da sind, oder zu Fuß hinterherrennen. Weil die Verbindungsgänge aber stark vernebelt und zudem von fiesen Zombies verseucht sind, ist das oft gar nicht so easy. Die Suche nach Autoteilen, die man am Bus anbringen kann, erweist sich daneben als äußerst trickreich: Immer wieder wird man verführt, auch weite Strecken zurückzulegen. Die Gefahr ist, dass man es eventuell nicht mehr zeitig zurück schafft.
In den anderen Spielmodi geht es ums reine Überleben, entweder als Team oder auch im Modus "Last Man/Team Standing". Besonders attraktiv sind diese Modi aber nicht, und die drei verfügbaren Karten, die nur in TranZit verbunden sind, hat man schon nach kürzester Zeit komplett erkundet.
Größtes Manko ist die hässliche Optik. Die Welt in Überlebenskampf ist in einen dicken Nebel gehüllt, die Level sind düster. Das nervt, denn Lichteffekte sind tatsächlich das Einzige, was an Black Ops 2 halbwegs gut aussieht. Weil der Modus um sie entschlackt wurde, sieht man nun Ecken, Kanten und wirklich hässliche Texturen – und das spürt man auch. Wer doof geht, verkeilt sich in der Welt, der Bus als sich bewegendes Objekt tut sein Übriges dazu.
