Vier Karten, eine Waffe und eine Extinction-Mission - der Inhalt des Onslaught-DLCs für Call of Duty: Ghosts ist eher mager. Mit 15€ schlägt das Downloadpaket teuer zu Buche. Ein Lichtblick sind jedoch zwei der vier Karten: Fog und BayView gehören zum Besten, was Call of Duty Leveldesigner bislang gebaut haben.
Call of Duty Fans haben ihn eh schon, den Season Pass. Wer aber nicht direkt 50€ hinlegen wollte, muss nun die DLC-Pakete einzeln kaufen. 14,99€ kostet Onslaught, das erste richtige Add-On für Call of Duty: Ghosts. Seit Ende Februar ist der Download nicht nur auf Xbox One und Xbox 360 verfügbar, sondern auch auf Playstation 3, Playstation4 und PC.
Quelle: Activision
Im Hintergrund von Ignition startet eine Rakete - fast der einzige Unterschied zum Klassiker Scrapyard.
Inhaltlich bietet Onslaught leider nicht viel Neues. Vier Karten sind enthalten, eine davon, "Ignition", ist eine recycelte Version der Modern-Warfare-Map "Scrapyard". Wer es genau nimmt, bekommt also nur drei brandneue Karten. Die einzige Neuerung ist eine im Hintergrund startende Interkontinentalrakete. Der Rest ist altbekannt: Das recht offene Gelände mit hohen Übersichtspunkten ist gefundenes Fressen für Camper und Sniper. Das genaue Gegenteil ist Containment. In dem Dorf geht es recht eng umschlungen zu, viele kleine Gassen und Hütten bieten Schutz. Immer wieder verwickeln einen Feinde in Nahkämpfe. Das Highlight der Karte ist eine Atombombe, die in der Mitte liegt. Sie stört mit ihrer radioaktiven Strahlung die Minimap und ist ein taktisches Zusatzelement. Findige Gamer können sie nämlich durch Field Orders in die Luft jagen. Das verändert die Map in ihren Grundfesten und öffnet Wege und Durchgänge, wo vorher keine waren. Der Effekt ist cool, ohne ihn wäre Containment aber auch recht langweilig.
Mehr haben es uns da schon die Karten Fog und BayView angetan. BayView erinnert ein wenig an die Seepromenade von San Francisco und speziell die Docks des idyllischen Städtchens. Inmitten von kleinen Geschäften und Kiosken ballern Ghosts und die Föderation aufeinander, nur gestört von einer im Halbkreis fahrenden Bimmelbahn. Ein perfekter Spot für Camper! Die hellen Farben wirken freundlich und die Umgebung so ungewohnt – das macht BayView zu einer der hübschesten Karten von Call of Duty: Ghosts.
Quelle: Activision
Die düstere Grusel-Karte Fog gehört zu den besten Karten der CoD-Geschichte!
Fog setzt genau am anderen Ende der Farbpalette an. Grau in Grau, viel Dunkel, viel Schatten. Die Karte könnte in einem Moor liegen, mehrere kleinere Häuser stehen darauf, allesamt schon halb verfallen. Im Hintergrund düdelt gruselige Horrorfilmmusik. Die Atmosphäre ist gelungen! Das Highlight verbirgt sich aber im Mittelteil. Der ist nämlich unterhöhlt und auf zwei Ebenen. Unter dem Boden schlängeln sich enge Tunnels von der einen Seite zur anderen und erlauben es, ungesehen von A nach B zu kommen, überirdisch gibt es einen gruselig gewachsenen Gang von Dornenbüschen. Sie geben ein wenig Deckung, nehmen durch das füllige Aussehen aber auch Sicht. Und wenn man plötzlich drin steht und kein Lichtstrahl scheint mehr hinein, dann ist die Gruselstimmung perfekt! Fog und BayView gehören zu den besten Karten, die jemals ein Call of Duty Studio verlassen haben, vor allem weil sie trotz ihrer Eigenarten perfekt ausbalanciert sind.
Maverick, eine wandelbare Waffe
An der Waffenfront tut sich nicht viel. Eine einzige neue Waffe bietet das DLC-Pack Onslaught, sie ist dafür wandelbar: Die Maverick kann man vor Beginn einer Runde entweder als Sturmgewehr oder Snipergewehr auswählen, im Match ist sie dann aber nicht mehr veränderlich. Sie passt sich gut in das Arsenal ein, ist weder overpowered, noch anderweitig falsch ausbalanciert.
Quelle: Activision
Die Bosse in der Extinction-Mission Nightfall sind spannend - das Missionsdesign jedoch nicht.
Aber neben der Tatsache, dass sie wandelbar ist, hat sie auch keine anderen erwähnenswerten Features. Call of Duty Fans, die ihr Loadout perfekt eingerichtet haben, können ruhig daran vorbeigehen. Sie werden sowieso lieber bei ihrem alten Kram bleiben.
Extinction-Karte Nightfall
Ein größeres Update bekommt auch der Extinction-Modus. Die Mission Nightfall ist eine dramaturgisch ganz nett in Szene gesetzte Alienhatz, in der man herausfindet wo die Viecher herkommen. Allzu viel sollte man aber auch von dieser neuen Mission nicht erwarten: Mehr Tiefgang als "Setze den Bohrer ab und verteidige ihn gegen die heranrückende Welle von Gegnern" bieten die neuen Missionen nicht. Sie sind zwar, vor allem durch die fetten Boss-Aliens, eine Herausforderung, aber genauso langweilig erzählt wie die Vorgänger.
