Call of Duty: Ghosts war schon auf Xbox 360 und Playstation 3 kein großer Reißer. Grafisch und inhaltlich war der Ego-Shooter schon seit Jahren angezählt. Nur der Mehrspieler durch sein kompetitives Gameplay hat Spaß gemacht. Wie sieht es auf Xbox One und Playstation 4 aus?
Als ich vor ein paar Monaten zum ersten Mal Call of Duty: Ghosts auf einer Next-Gen-Konsole, der Xbox One, gespielt habe, war sich ohne darüber nachdenken zu müssen entsetzt. Die Multiplayer-Levels waren statisch und leblos, komplett ohne Bewegung oder Rührung. Wo in der Kampagne noch tolle Effekte, hochaufgelöste Texturen und eine "neuartige" Engine gepriesen wurden, war Ghosts im Mehrspieler genau das Gegenteil. Aus Performance-Gründen hat sich Infinity Ward entschieden, den Ball flach zu halten. Wer will es den Machern von Call of Duty auch verübeln? Guerrilla Games macht mit Killzone: Shadow Fall immerhin das gleiche. Aber auf einem höheren Level.
In der Kampagne sieht Call of Duty: Ghosts noch ganz nett aus. Licht-, Blend- und Schatteneffekte lassen die lahme Story glänzen, die Gesichter der Charaktere in Zwischensequenzen sind besonders toll modelliert. Doch sobald Ghosts in Bewegung ist, verliert es sein hübsches Antlitz. Mit der grafischen Qualität von Sonys Killzone kann Call of Duty nicht mithalten. Die Next-Gen-Version von Ghosts ist nicht ganz so veraltet wie die Last-Gen-Versionen. Aber wie ein Next-Gen-Spiel fühlt sich Call of Duty nicht an.
Unterschiede zwischen Xbox One und Playstation 4
Quelle: PC Games Hardware
Call of Duty: Ghosts im Next-Gen Technik-Check (2)
Seit Wochen treiben Fanboys eine Sau namens native Auflösung durchs Dorf. Viele von ihnen wissen wahrscheinlich gar nicht, was das ist. Hier nun due Aufklärung: Gemeint ist die Auflösung, also die Bildgröße, mit der die Konsole Call of Duty: Ghosts intern berechnet. Zwischen Playstation 4 und Xbox One gibt es dabei einen eklatanten Unterschied: Die Playstation-4-Version ist mit 1080p intern doppelt so hoch aufgelöst wie die Xbox-Fassung, die nur 720p auf die Waage bringt. Microsoft zieht das Signal jedoch durch einen Upscaler auf 1080p auf und nutzt einen Schärfefilter. Das soll über die niedrigere Auflösung hinwegtäuschen, schafft aber nur noch mehr Probleme. Auf der Xbox One sieht Call of Duty: Ghosts dadurch unschärfer aus und es kommt teilweise zu gewaltigem Kantenflimmern. Microsofts Konsole hat anscheinend mit Sonys Kiste den Platz getauscht: In der letzten Generation war die Xbox 360 immer die mit der höheren Auflösung und Hardware-beschleunigten Kantenglättung. Nun hat sich der Spieß umgedreht.
Für mich war native Auflösung keine große Sache. Manch ein Launchtitel kam schon auf der Xbox One mit 720p oder 900p heraus, sah aber genauso hübsch aus wie sein Playstation-4-Bruder. Call of Duty: Ghosts ist einen der ganz wenigen sichtbaren Ausreißer. Wer Xbox One und Playstation 4 direkt vergleicht, sieht einen Unterschied. Wer die Wahl hat und entscheiden kann, zu welcher Fassung er greift, ist mit der Playstation 4 besser beraten.
Im Multiplayer erreichen beide Versionen jedoch flüssige 60 Frames. Das ist das erklärte Ziel der Entwickler, einer der Dreh-und Angelpunkte der ganzen Serie. Schon immer war Call of Duty so ein starkes Wettbewerbsspiel, dass konstante 60 Frames pro Sekunde die Grundvoraussetzung für spannende Mehrspieler-Gefechte waren.
Quelle: PC Games Hardware
Call of Duty: Ghosts im Next-Gen Technik-Check (3)
Aber ist der Weg, den Infinity Ward einschlägt, wirklich der richtige? Wird ein Spiel wirklich zum Next-Gen-Spiel, weil es flüssige Frameraten bei verringerter Grafikleistung und leblosen Umgebungen bietet? Für mich nein. Wettbewerber, die auch mit Next-Gen-Versionen an den Start gingen, zeigen wie man sich zum Start einer neuen Hardware-Generation von der letzten abhebt. DICE lässt den Spieler in Battlefield 4 sogar im Multiplayer Hochhäuser einstürzen, verändert das Wetter und zerstört auf Spieleranweisung wichtige Wege zu bestimmten Zielen. So entscheidet jedes Team selbst, wo man ein Bottleneck anlegt und seine Feinde erwartet. Die Karten sind dynamisch und anpassungsfähig, etwas das Call of Duty einfach fehlt. Killzone: Shadow Fall zeigt im Singleplayer, wo die Reise hingeht. Texturdetails, durchgehend hohe Auflösung und diese coole Farbenpracht, die Killzone anhängt, machen sich bezahlt. Call of Duty: Ghosts wirkt dagegen nur in vorgeskripteten Zwischensequenzen richtig hübsch.
Welche Erfahrungen habt ihr mit Call of Duty: Ghosts auf Xbox 360 und Playstation 3 oder Xbox One und Playstation 4 gemacht? Seid ihr mit dem Ergebnis zufrieden, falls ihr die Next-Gen-Version schon habt? Erfüllt der Ego-Shooter eure Erwartungen an eine neue Generation von Spielen? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!
