Bugfest statt Dino-Horror: Darum ist Code Violet kaum spielenswert

Test Vivien Ziermann
Bugfest statt Dino-Horror: Darum ist Code Violet kaum spielenswert
Quelle: PC Games

In Code Violet trifft schwache Technik auf schlechte Kopien - darum konnte der Dino-Horror weder visuell noch atmosphärisch überzeugen.

Grafisch veraltetes Bugfest mit furchtbarem Sound

Auch technisch macht Code Violet keine gute Figur. Immer wieder fällt auf, dass Texturen und Grafikabschnitte nachladen und plötzlich aufploppen. Stellen wir uns zu nah an eine Wand, verschwimmt plötzlich das Bild oder die Wand glitcht in die Kamera. Generell wirkt die komplette grafische Gestaltung eher wie aus der PS3-Ära, mit ein paar kleinen Aufhübschungen hier und da. Die Gesichter der NPCs sind leblos, ohne Mimik oder Emotion. Die Raptoren sind einfach nur grau, ohne Details wie Hautmuster oder Ähnliches.

Beim Soundtrack wurde sich hauptsächlich an bereits bekannten Tracks orientiert. So hören wir zum Beispiel in einem Abschnitt ein klassisches Schlaflied für Kinder in Dauerschleife. Die Vertonung und Geräuscheffekte hingegen sind eine Vollkatastrophe. Die Dinosaurier kündigen sich immer mit einem lauten Trampeln an, das sich allerdings hohl anhört, als würde jemand für diesen Effekt auf einen umgedrehten Eimer trommeln. Auch Violets Schritte klingen eher hohl und immer gleich. Egal, ob wir über Holzboden, Beton oder durch Gras laufen.

Um eine bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen, hören wir ständig das Kreischen der Saurier. Auch dann noch, wenn wir unsere Umgebung vollständig von den Kreaturen gesäubert haben. Damit geht der gewünschte Horroreffekt schnell verloren und das ständige, immer gleiche Kreischen wird schnell nervig.

Violet schaut in Richtung eines bedrohlichen Flurs mit roter Beleuchtung. Rechts ein buntes Mosaik-Gemälde. Quelle: PC Games Die Inspiration, die das Entwicklerteam hatte, ist oft deutlich zu erkennen. Leider ohne Substanz. Zwar geben die Sprecher in den Cutscenes ihr Bestes, was leider im Kontrast zur visuellen Darstellung steht, doch Gespräche, die außerhalb der Sequenzen stattfinden, sind kaum zu verstehen. Direkt zu Beginn bekommen wir von einem NPC Tipps, wo wir Ausrüstung finden und wie wir dahin kommen. Das war allerdings so schwer zu verstehen, dass wir zunächst keine Ahnung hatten, wo wir hingeschickt wurden. Bei fehlenden Questmarkern, die für das Genre eigentlich typisch wären, ist das besonders zu Anfang ärgerlich.

Zu all diesen Schwächen kommen zusätzlich jede Menge Bugs obendrauf, die die Spielerfahrung maßgeblich beeinträchtigen. Schon im ersten Gebiet haben sich Gegner in Bänken festgebuggt und Bomben haben durch eine geschlossene Stahltür Schaden verursacht (allerdings nicht an der Tür). Eingesammelte Items respawnen nach kurzer Zeit, sodass wir in Waffen- und Heilungsräumen praktisch unendlich viel Loot finden können. Generell buggten sich die Dinos regelmäßig in der Welt fest, sogar an Lasern, die eigentlich tödlich hätten sein sollen.

Wertung zu Code Violet (PS5)

Wertung:

4.0 /10
Fazit

Code Violet reiht sich in die lange Reihe der schlechten Dino-Crisis-Klone ein und enttäuscht auf ganzer Linie.

Meinung

Unfertig und schlecht kopiert

Insgesamt erwartete uns in Code Violet eine zwar absurde, aber schlecht geschriebene Geschichte, die sich selbst viel zu ernst nimmt, eine unkreativ gestaltete Welt mit leblosen Charakteren, veralteter Grafik, schlechtem Sound und jeder Menge Bugs. Es war deutlich zu merken, dass an vielen Stellen abgespeckt und eingespart wurde, sodass das Spiel im Gesamteindruck schlicht unfertig und schlecht verarbeitet wirkt.

Die Inspirationen, die sich die Entwickler bekanntermaßen bei Resident Evil und Dead Space geholt haben, sind deutlich zu erkennen, wie etwa die Gesundheitsanzeige an Violets Arm oder der Safe-Room zum Speichern, allerdings nicht einmal gut übernommen, sondern eher schlecht kopiert.

Wer sich an der unfreiwilligen Komik amüsieren möchte oder Spaß daran hat, die Protagonistin in völlig unpassende Kleidchen zu pressen, die weder zu ihr noch in die Welt passen, findet wahrscheinlich an der etwa acht Stunden langen Kampagne seinen Gefallen. Doch jeder, der zumindest auf solides Gameplay Wert legt, sollte diesen Titel besser auslassen.

  1. Seite 1 Code Violet im Test: Absurde Story
  2. Seite 2 Code Violet im Test: Spielwelt & Gegnerdesign, Gameplay
  3. Seite 3 Code Violet im Test: Grafik, Sound, Fazit
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