Das schönste am neuen Colin McRae ist zweifelsohne der erstmals richtig vollwertige Online-Mode.
Colin McRae: Dirt 2
Soundtechnisch hat man ebenfalls ganze Arbeit geleistet, was auf die Hintergrundbeschallung in unserem Wohnwagen ebenso zutrifft wie auf die herrlich aggressiven Motorsounds und die stimmige Umweltkulisse während der Rennen. Ein absolutes Highlight von DIRT 2 aber stellt das durchfahren einer Furt bzw. einer tiefen Wasserlache dar, was man bestenfalls direkt aus der Innenperspektive heraus erleben muss. Denn die zwei Sekunden vom ersten Schlag des Wassers gegen die Front des Wagens bis zum Einsetzen der Scheibenwischer um wieder für klare Sicht zu sorgen, sind wahrlich ein Erlebnis und wurden wahrscheinlich noch nie so naturgetreu in einem Rennspiel dargestellt.
Colin McRae: Dirt 2
Insgesamt wird uns ein Fuhrpark von 35 Fahrzeugen geboten, also deutlich weniger als in den letzten Colins, was aufgrund der herausgenommenen Klassen nicht weiter verwundert. Sehr angenehm dafür ist die neue Möglichkeit Fahrzeuge - natürlich gegen das sauer verdiente Geld - für andere Klassen umrüsten zu können. Zwar kann man nicht jedes Fahrzeug für jede Klasse fit machen, aber doch relativ viele für mehrere Klassen. Besonders witzig in dem Zusammenhang ist es, auch das Fahrzeuginnere mit verschiedenen Spielereien auszustatten, wie ein Totenkopf mit Kulleraugen fürs Armaturenbrett oder gleich den eigenen Avatar zum an den Rückspiegel hängen, selbstverständlich mit dem Kopf nach unten. Dabei können wir jedes Auto individuell ausstatten oder alle gleich. Dafür wurde in Sachen Tuning kräftig abgespeckt, es ist gerade mal noch möglich anhand weniger Schieberegler die Fahreigenschaften zu beeinflussen, aber Ersatzteile oder richtiges Tuning gibt es nicht mehr. Dafür haben diverse Hupen ins Spiel gefunden, sogar die klassisch deutsche Polizeisirene befindet sich darunter, die man sich auf Wunsch verbauen lassen kann.
Colin McRae: Dirt 2
Ein großes Lob verdient das Replay nach dem Rennen, wobei besonders die TV-Ansicht heraussticht, die so gut inszeniert wurde, dass sie tatsächlich einer Live-Übertragung entnommen sein könnte. Der Recorder erlaubt uns dabei das Spulen in beide Richtungen ebenso wie das Wechseln der Kamera oder des Fahrers. Umso schwerer wiegt es, dass man die Replays nicht abspeichern kann, es existiert nicht mal ein Foto-Feature, welches gerade in einem grafisch so ansprechendem Spiel wie DIRT 2 das iTüpfelchen gewesen wäre. So jedoch können wir uns die atemberaubenden Wiederholungen nur so lange ansehen bis wir "weiter" drücken, was wirklich schade ist.
Der Multiplayer
Boten uns die letzten Teile der Colin-Reihe keine wirklichen Online-Rennen, sondern lediglich die Möglichkeit gegen Ghosts anzutreten und die Bestzeit der anderen Fahrer zu übertreffen, gibt es diesbezüglich in DIRT 2 nichts mehr zu bemängeln. Denn erstmalig in einem Colin-Racer steht uns ein vollwertiger Online-Mode für bis zu acht Spieler gleichzeitig zur Verfügung. Dieser ist in zwei Teile aufgeteilt, nämlich dem Pro-Mode und der Jam-Session.
Colin McRae: Dirt 2
Hinter dem Pro-Mode verbergen sich die bewerteten Online-Modi. Dabei haben wir die Wahl zwischen den "Rennen gegen die Uhr" in der Rally und der Trailblazer Klasse, wobei die Kollisionen abgeschaltet sind, und dem "Scharmützel" in den Rally Cross, Raid und Landrush Klassen, diesmal mit Kollisionen. Der "Aufruhr" schließlich komplettiert den Dreiereigen der Pro-Session, mit den abgefahrenen Spielvarianten "Last Man Standing" und "Domination". All diese Varianten sind mit maximal vier Fahrern spielbar, wobei auch das Party-Feature der Xbox 360 unterstützt wird.
Colin McRae: Dirt 2
Bei der Jam-Session hingegen können wir völlig frei die Strecken und die Fahrzeugklasse bestimmen. Bis ins kleinste Detail können wir festlegen was erlaubt ist und was nicht, was so weit geht, dass wir auch "fatale" Kombinationen erlauben dürfen, beispielsweise bestimmte Fahrzeuge auf für sie absolut ungeeignetes Terrain lassen können. Aber auch die Anzahl der Runden, erlaubte oder nicht erlaubte Kollisionen bis hin zum Zwang zur Innenperspektive oder manuellen Schaltung, alles lässt sich hier bestimmen. Und weil das doch eine ganze Latte an Einstellmöglichkeiten birgt, können wir unsere Lieblings-Settings für die Jam-Sessions auch abspeichern um später schnellen Zugriff darauf zu haben. Auch erlaubt uns die Jam-Sessions bis zu acht Fahrer gleichzeitig auf der Piste, wohingegen wir in der Pro-Session auf vier begrenzt sind.
Technisch gab sich der Multiplayer-Mode während unserer Testphase keinerlei Blöße. Das beginnt bereits mit der superschnellen Vermittlung in eine aktive Online-Session. Egal welchen Modus wir wählten, immer dauerte es nur Sekunden bis man sich mit mehreren spielbereiten Zocker in einer Session wiederfand und man die Rennen starten konnte. Aber auch während dieser zeigt der Netzwerkcode wie gut er funktioniert und ärgert uns nicht mit Lags oder Verzögerungen. Selbst die Kollisionskontrolle, der Schwachpunkt mancher Online-Racer, funktioniert in DIRT 2 recht gut und gibt keinen Anlass zum meckern. Leider überhaupt nicht vorhanden ist ein Splitscreen-Mode für zwei oder vier Spieler, für den Spaß mit mehreren Zockern muss man entweder online gehen oder mehrere Konsolen lokal miteinander verlinken.
