Colin McRae Rally: DIRT 2 ist ein rundherum gelungenes Rallyespektakel, auch wenn die Colin-Veteranen so manches vermissen werden. Derweil war es schon am ersten DIRT zu erkennen in welche Richtung sich die Colin-Spiele entwickeln würden, weg von der möglichst realitätsgetreuen Simulation hin zu mehr Zugänglichkeit und Massenkompatibilität. Das beginnt schon mit dem neuen Look in dem das Spiel erstrahlt, welcher direkt aus einem NFS oder DTM stammen könnte, geht über die in der Masse recht kurzen Rennen selbst und endet noch nicht bei dem ebenfalls relativ Arcade-lastigem Gameplay. Viele Spieler werden sich darüber sicher freuen, denn DIRT 2 benötigt praktisch keine Einarbeitungszeit mehr, man kann sofort und völlig ohne Frustmomente loslegen, so mancher Colin-Veteran aber wird sich zurecht fragen wo das „richtige“ Rallye-Erlebnis hin ist? Wozu noch auf sein Fahrzeug aufpassen, wenn man es eh nicht mehr reparieren muss und man doch sowieso per Rückspulfunktion jeden Fehler ungeschehen machen kann? Und weshalb sollte man noch die einzelnen Strecken studieren, wo es doch sowieso keine langen Pisten mit Checkpoints mehr gibt, man keinen Shakedown-Tag mehr braucht da man am Fahrzeug eh fast nichts mehr einstellen bzw. verbessern kann? Damit soll DIRT 2 nicht schlechtgeredet werden, ganz im Gegenteil ist es, wie schon geschrieben, ein wirklich gelungenes Rallye-Spiel, es ist nur nicht mehr das was man früher unter dem Label Colin McRae zu kaufen bekam, dessen muss man sich bewusst sein. Hat einem die viele Einstellerei sowieso immer nur genervt, hatte man sowieso nie den Nerv mit einem schwer beschädigtem Fahrzeug noch ins Ziel zu kriechen und wollte stattdessen mehr Action und Abwechslung geboten bekommen, dann liegt man bei DIRT 2 genau richtig. Zudem dürfte es auch das bestaussehendste aller bisher veröffentlichten Colin-Racer sein, welches nicht zuletzt auch erstmals einen wirklich vollwertigen Online-Mode bietet, den man natürlich nicht unter den Tisch fallen lassen darf.