C&C ohne Tiberium? Ohne Basisbau und dafür mit ganz anderen Spielelementen? Bei uns lest ihr, wie es geworden ist!
Command & Conquer 4: Tiberian Twilight
Ebenso unspektakulär ist das Ende einer großen Serie. Zwar werden einige Frage geklärt, doch für einen Fan, der weit über ein Jahrzehnt mitgefiebert hat, ist die Auflösung mehr als unbefriedigend, zumal die Videosequenzen im vierten Teil viel von ihrer Faszination und dem Trash-Faktor verloren haben und längst nicht mehr den Charme früherer Teile versprühen. Zwar ist Kane wieder an Bord, auf die typischen C&C-Babes und einigermaßen bekannte Schauspieler muss allerdings verzichtet werden. Insgesamt wirken die Filmsequenzen wie ein billiger Abklatsch der früheren C&C-Trashfilmchen, und die waren bekanntlich nie qualitativ besonders anspruchsvoll. Hier kann behauptet werden, dass man für das Finale durchaus mehr erwarten kann. Und aus den alten Fehlern haben die Entwickler übrigens auch nicht gelernt. OK, die Selbstmordsammler entfallen diesmal, doch dafür ist die Wegfindung der Armee eine halbe Katastrophe. So reagieren die Einheiten teilweise überhaupt nicht oder machen sich gleich selbstständig. Die KI der Gegner rangiert hingegen auf dem gewohnt niedrigen Niveau. Während die Kamera viel zu nah über dem Geschehen schwebt und dadurch viel Übersicht verloren geht, ist die Bedienung grundsätzlich sehr ordentlich ausgefallen. Die Hotkeys erleichtern die Navigation, während das Bedienfeld sehr übersichtlich (aber zu groß) ausgefallen ist. Hierbei macht sich die Jahrzehnte lange Erfahrung natürlich deutlich bemerkbar.
Online-Modus
Command & Conquer 4: Tiberian Twilight
Die Singleplayer-Kampagne, auch wenn sie nicht so richtig darauf ausgelegt ist, lässt sich zusätzlich kooperativ mit einem anderen Spieler angehen, doch die Online-Matches sind da noch interessanter, da hier die drei verschiedenen Klassen endlich einen Sinn ergeben. Neben 1 vs. 1 Partien können auch 5 vs. 5 Schlachten abgehalten werden. Obwohl die Karten abwechslungsreich und fair gestaltet wurden, ist mit Domination nur ein Modus verfügbar. Dabei muss man fünf auf der Karte verteilte Knoten erobern und anschließend verteidigen. Je mehr Knoten im Besitz einer Fraktion sind, desto schneller wächst das Punktekonto an. Wenn man sich gut koordiniert, bewacht mindestens ein Spieler im defensiv Modus die strategischen Punkte, während die offensiven Kollegen von der Unterstützungsklasse begleitet werden, das macht richtig viel Spaß, zumindest so lange, wie nicht alle Spieler ohne Absprache durcheinander kämpfen. Und da man ohnehin dem Online-Zwang unterworfen ist, verläuft der Übergang zwischen Single- und Multiplayer-Modus nahezu fließend. Wer will, darf auch in der Skirmish-Modus einsteigen und mit sowie gegen die KI antreten, was jedoch aufgrund der mangelnden Intelligenz des Computers eher suboptimal verläuft. Immerhin lassen sich dabei Erfahrungspunkte für die Online-Gefechte sammeln. Da sich vor allem im Multiplayer die solide Einheiten-Balance zeigt, sind durchaus spannende Begegnungen zu erwarten.
Optisch die übliche Kost
Command & Conquer 4: Tiberian Twilight
Technisch unterscheidet sich Command & Conquer 4: Tiberian Twilight nicht von seinem direkten Vorgänger, da immer noch die identische SAGE-Engine verwendet wird. Dies bedeutet jedoch, dass man eine sehr augenfreundliche, hardwareschonende und fehlerfreie Optik spendiert bekommt, obwohl die Clipping-Fehler teilweise ein wenig ärgerlich ausfallen. Dennoch, wer einen etwa zwei bis drei Jahre alten Rechner unter dem Schreibtisch stehen hat, wird mit C&C4 wunderbar zurechtkommen. Trotzdem bekommt man ein weiteres Mal hübsche Landschaften, recht detaillierte Einheiten und tolle Explosionen zu Gesicht. Der Soundtrack ist auf gewohnt hohem Niveau und begleitet GDI und NOD nahezu perfekt. Die deutsche Sprachausgabe lässt sich in den Zwischensequenzen sowie den Ingame-Konversationen gut hören. Da gibt es kaum etwas zu meckern.
