Ein grausiges Biest, dieses Dark Souls, welches nur schwer zähmbar ist, aber unglaublich motivierend und intensiv daher kommt!
Gier nach Seelen
Dark Souls
Die vielen Stufen in der Stadt, der Pfad am Abgrund eines Berges entlang und die Wanderungen durch die Tiefen der Unterwelt treiben den Schweiß auf die Stirn, sofern die Angst nicht schon vorrangig damit beschäftigt war, doch auch auch das Training ist hart. Wackere Schergen wollen erst einmal mühevoll besiegt sein, bevor wichtige Seelen kassiert werden. Diese gelten als allgemeine Währung in der weiten Welt von Lordran. Gut verborgene und zumeist versteckte Händler und feilschende Dealer machen sich im Königreiches regelrecht rar, langen daher auch ordentlich zu, nur damit der Vorrat an Pfeilen und Bolzen sowie Brandbomben aufgefrischt wurde und der Held mit neuster Kleidung und Accessoires eingedeckt ist. Es fehlt übrigens weiterhin ein optimaler Vergleich zwischen der feilgebotenen Händlerware und derzeit ausgerüsteten Dinge und der Weg über das eigene Inventar ist doch arg mühselig gestaltet. Denn auch hier muss man sich die Zahlen und Werte merken, bevor man dem Händler über den Weg traut und seine Moneten ausgibt! Ein Kritikpunkt, welcher bei den seltenen Gelegenheiten nicht allzu häufig zum Tragen kommt.
Quelle: Bandai Namco Games
Dark Souls
Wirklich gute Waffen und Rüstungen müssen in Dark Souls aber verdient werden, entweder durch langatmiges abgrasen der riesigen Welt nach gut versteckten Truhen und Schlüssel, welche Eintritt in fremde Häuser und Kerker gewähren, oder aber durch den Sieg gegen besonders starke Widersacher. Das Drachenschwert, eine wahrlich segensreiche Waffen, erhaltet ihr, wenn der mächtige Drache auf dem Zugang zur Festung geärgert wird - sicherlich ein recht abenteuerliches Unterfangen, denn sein Atem ist in nur wenigen Sekunden tödlich. Dark Souls gehört zu der Klasse an Rollenspielen, die nicht sonderlich mit Items um sich werfen und daher sollten diese Schätze wohl gehütet und gepflegt, sprich immer wieder repariert werden. Mit wenig Gutem wird hier aber viel erreicht und es erfüllt einen jeden Krieger mit stolz, mit mächtigen Keulen, Schwertern und Äxten zu Werke zu gehen. Dennoch füllt sich der Rucksack auch mit sinnlosem Plunder, der später vertickt, bisweilen aber in einer Truhe verstaut werden kann und wer handwerklich ein wenig begabt ist, schmiedet selber mit Scherben neue Dinge, die magische Veränderungen mit sich bringen und wesentlich effektiver im Kampf sind. Weniger begnadete Naturen können aber weiterhin den Schmid für derlei Drecksarbeit aufsuchen.
Quelle: Namco Bandai
Dark Souls
Auch das Training verlangt mühselig angesammelte Seelen, welche in den unterschiedlichsten Attributen investiert werden. Pro investiertem Levelaufstieg darf ein Punkt verteilt werden. Der Held gewinnt dadurch an Erfahrung und schlägt sich wesentlich besser, was vielleicht nicht nach wenigen Minuten, aber nach Stunden durchaus spürbar wird. Auch können vermeintliche Schwächen einer Klasse geschickt ausgeglichen werden, um wie beschrieben aus einem Magier den begnadeten Schwertkämpfer zu machen. Doch auch wenn der Aufstieg seinen ordentlichen und sich stetig steigenden Preis hat, so kann das begierige Sammeln von Seelen gewaltig in die Hose gehen.
Ein Ort der Ruhe und Besinnung
Dark Souls
Denn Dark Souls gleicht in einem Punkt seinem Vorgänger Demon's Souls gewaltig: Jeder einzelne Schritt in der Welt von Lordran ist gewagt und solltet ihr nicht bedacht und jederzeit mit Vorsicht unterwegs sein, kann und wird der Held nicht selten ins Gras beißen und nimmt sämtliche gesammelte Seelen mit in sein Grab! Wahrlich ärgerlich, doch fatale Folgen hat aber erst ein weiterer direkt darauffolgender Tod. Denn Seelen wie auch Scherben der Menschlichkeit können am Unglücksort wieder aufgelesen werden, sofern man dem Sensenmann nicht vorher schon wieder begegnet. Nur fraglich, ob dies gelingt! Wer schon einmal am Ort des Geschehens den Weg ins Jenseits antrat, wird sich sicherlich schwer tun, ein weiteres Mal derart weit vorzudringen!
Dark Souls
Ausgangspunkt ist das letzte Leuchtfeuer, eine Art Rastplatz mit einem schummrigen Feuer und der Möglichkeit, den Recken zu trainieren, Waffen zu reparieren oder bei Bedarf seltene Edelmetalle in die Habseligkeiten dank Schmiedekunst einzuarbeiten. Von dort begibt man sich nach der Genesung wieder auf die gefährliche Reise. Die Folgen des Todes wurden aber nicht nur aufgrund der gut verteilten Lagerfeuer gelindert, vor allem bleibt die Lebensleiste vollständig erhalten und wird komplett aufgefüllt. Es findet für menschliche Helden nur der Übergang ins Reich der Untoten statt. Als solcher ist man stets bemüht, seltene menschliche Scherben zu ergattern, welche uns wieder in das Reich der Lebenden zurück hohlen. Dies mag auf dem ersten Blick keinen Sinn machen, denn der nächste Besuch des Gevatter Tod steht sicherlich bald ins Haus, doch schon bald wird man die Vorteile des menschlichen Daseins zu schätzen wissen. Nur als Mensch ist man in der Lage, Leuchtfeuer zu entfachen. Dadurch bekommt man am Rastplatz satte zehn Heilmittel anstatt einer deutlich geringeren Anzahl aufgefrischt, die einen unermesslichen Dienst im Kampf gegen die Dämonen leisten.
Quelle: Namco Bandai
Dark Souls
Als wandelndes Gammelfleisch nagen aber nicht nur die Maden am Speck, sondern auch die Gewissheit, dass man sich alleine in der unbarmherzigen Welt befindet. Dubiose Händler und gierige Tauschpartner mögen ein paar abfällige Bemerkungen in englischer Sprache und gut übersetzten deutschen Untertiteln parat haben und hin und wieder trifft man auf einen weiteren Recken, der sich irgendwo Abseits der Hölle zur Ruhe gesetzt hat oder eingebuchtet wurde. Das kooperative Spiel mit Kriegern aus aller Welt über das Internet bleibt euch aber solange verwehrt, bis euer Recke wieder in menschlicher Gestalt wandelt. Nur lebendige Augen machen die verräterischen Beschwörungsformeln am Boden aus, mit denen Phantome in das eigene Spiel gezogen werden. Dies können unter anderem von der CPU gesteuerte Recken sein, deren Zuneigung wir im Verlaufe des Spiels gewonnen haben, oder eben Onlinespieler, die sich derzeit auf gleicher Augenhöhe befinden. Der taktische Mehrwert solcher Partner sollte keinesfalls unterschätzt werden, denn so mancher Endgegner, so unbezwingbar dieser auch bis dato erscheinen mag, kann gemeinsam im Team gemeistert werden. Aber waltet Vorsicht: Manch einer ist euch gar feindlich gesinnt und geht auf Heldenjagd!
