Ein grausiges Biest, dieses Dark Souls, welches nur schwer zähmbar ist, aber unglaublich motivierend und intensiv daher kommt!
Ein strukturiertes Reich
Dark Souls
Während die Geschichte, vor allem zu Beginn noch recht epochal mit langatmigen Videos präsentiert, allerhöchstens die dritte oder vierte Geige spielt und nach nur wenigen Stunden dem fesselnden Gameplay unhaltbar weichen muss, begeistert vor allem die gigantische Welt mit all seiner imaginären Pracht und seinem ausgeklügelten System an Labyrinthen. Geradezu pompös erdrückend wirken die gigantischen Bauten der Antike, getüncht in den düsteren Farbtönen einer dem Untergang geweihten Welt, beengend und angsteinflößend die dreckige Kanalisation bzw. unheimlich gruselig die Unterwelt mit den dunkel-schwarzen Seen und Nebelschwaden. Alles, als habe der Entwickler das Königreich aus einem Guss gefertigt. Kein Stein oder Grashalm gleicht dem anderen. Das architektonische Ergebnis ist schlichtweg beeindruckend und erzeugt eine unheimlich dichte Atmosphäre. Nicht aber die Optik an sich, welche angestaubt und bieder sowie relativ unscharf daher kommt und keinesfalls mit der Elite auf der Xbox 360 oder Playstation 3 mithalten kann. Auch physikalische Fehler wie fliegende Holzbretter gehören zum Alltag, ebenso wie erledigte Feinde, die wie wie Stoffpuppen herum gekickt werden.
Quelle: Bandai Namco Games
Dark Souls
Ein Manko, welches aufgrund der genialen Architektur recht schnell in Vergessenheit gerät. Das große Feuer zu Fuße einer kleinen Ruine, eingebettet in einer Bucht eines emporragenden Berges, dient nach dem Prolog nur als Ausgangspunkt für alle weiteren Abenteuer und offenbart alsbald eine vogelfrei Spielwiese. Ohne Wegweiser wird ein jeder Spieler andere Pfade erkunden und dadurch ein völlig anderes Erlebnis genießen, denn es ist völlig einerlei, ob zuerst die Glocke der Kathedrale hoch oben in den Bergen oder die Unterwelt angepeilt wird. Spätestens übermächtige Feinde belehren den Grünschnabel eines besseren und zwingen ihn zum Rückzug. Im Austausch mit Gleichgesinnten kommt oft erstaunliches zu Tage, was man selber erlebt oder eben bisher verpasst hat. Schon erkundete Gegenden bergen zudem immer und immer wieder Neues zu entdecken, dank gefundener Schlüssel oder betätigter Schalter, welche bisher unerkannte Passagen freilegen.
Quelle: Namco Bandai
Dark Souls
Dark Souls ist aber definitiv nicht mit offenen Spielen wie dem kommenden Skyrim oder Two Worlds 2 vergleichbar. Der wackere Recke schlängelt sich ausgetretene Pfade entlang und ackert sich Schritt um Schritt durch eher schlauchartige Abschnitte. Zahlreiche Abzweigungen führen in die Irre oder enden in Sackgassen, während andere wiederum Abkürzungen zu Feuerstellen oder Händler offenbaren und im späteren Verlauf einen mühseligen Umweg durch feindliche Gebiete unnötig macht - es sei denn Seelen gehören zur aktuellen persönlichen Zielvorgabe! Dadurch werden aber alle Abschnitte früher, meist eher später miteinander verknüpft und ergeben eine Gesamtwelt, die in sich stimmig ist und ewig lange Laufwege meidet! Keinesfalls wirkt sich das negativ auf die Spielzeit aus, welche je nach Ausdauer gern in den dreistelligen Bereich an Stunden fallen kann!
