Dark Fantasy Frostpunk: Im vertikalen Aufbauspiel DarkSwitch kämpft ihr gegen den Wahnsinn und ums Überleben
Special
Frostpunk hat es perfekt vorgemacht, DarkSwitch will noch dieses Jahr nachziehen und wirft euch in einen düsteren Überlebenskampf, bei dem es keine perfekten Entscheidungen gibt.
Ein Aufbauspiel kombiniert mit hartem Überlebenskampf, bei dem jede Entscheidung als Spieler wehtut, aber nötig ist, um irgendwie durchzuhalten - das ist die Erfolgsformel, mit der es Frostpunk zu einem der besten Aufbauspiele geschafft hat. Eben dieser Formel bedienen sich nun auch die Entwickler von DarkSwitch. Dabei tauschen sie eisige Kälte gegen einen verrückt machenden Nebel und statt um einen riesigen Generator herum zu bauen, errichten wir hier unsere Gebäude im Kreis an einem gigantischen Baum.
Die Ähnlichkeiten zu Frostpunk sind frappierend und auch kein Zufall, da sich die Entwickler bewusst daran orientiert haben. Doch die entscheidende Frage ist: Erwartet uns mit DarkSwitch eine starke Alternative zum Vorbild oder nur ein aufgewärmter Abklatsch? Wir haben das Aufbauspiel mit Folk-Horror-Setting etwa eine Stunde auf der Gamescom ausprobiert und finden: Potenzial ist schonmal vorhanden.
Nebel, der Verrückte macht
In DarkSwitch übernehmen wir die Führung eines einzigartigen Forschungsaußenpostens an einem seltsamen Baum. In ihm schlummert eine besondere Kraft, die wir uns im fertigen Spiel später zunutze machen müssen, um per Tower Defense heranstürmende Gegner abzuwehren. Diesen Aspekt konnten wir während unserer Spielzeit allerdings nicht ausprobieren.
Stattdessen mussten wir dafür sorgen, dass unsere Bürger nicht verhungern, dem Wahnsinn anheimfallen oder noch Schlimmeres. Wir senden also Späher ins Umland des Baums, um Rohstoffvorkommen aufzustöbern, um dort etwa Sägewerke oder Fischer zu bauen. Abseits des schützenden Baums zu bauen, ist in DarkSwitch aber immer mit einem Risiko verbunden.
Denn jede Nacht - und später sogar am Tag - zieht ein unheimlicher Nebel über das Land, der unsere Bewohner mit der Zeit psychisch krank macht und sogar Gebäude korrumpiert, wenn sie zu lange im Nebel sind. Dann sinkt die Produktivität und es kann sogar zu Arbeitsunfällen kommen.
Ein Licht in der Dunkelheit
Damit das nicht überhandnimmt, müssen wir Flammenwachten aufstellen, um den Nebel mit Licht zu vertreiben. Doch das muss man erstmal wie vieles Andere in einem der vier Forschungsbäume freischalten. Um nicht alles mit Lichtern vollkleistern zu müssen, bauen wir den Kern unserer Stadt mit Wohnhäusern, Krankenzimmern, Ingenieursgilde und mehr im Kreis direkt am Baum. Je weiter oben wir das machen, desto sicherer sind unsere Leute. Oder zumindest sind sie es erstmal.
Denn was in Frostpunk die Kälte ist, ist in DarkSwitch der Nebel. Anfangs bedeckt er nur den Boden doch mit zunehmender Spielzeit steigt er immer höher und bedroht irgendwann auch den Baum. Um die Gefahr besser einschätzen zu können, errichten wir daher schon früh ein Ätherobservatorium. Dadurch bekommen wir eine Art Wettervorhersage, wie hoch der Nebel in den kommenden Tagen und Nächten steigen wird.
Quelle: PC Games
Um den Nebel zurückzuhalten bauen wir Flammenwachten.
Das Observatorium ist einer von vielen möglichen Anbauten, mit denen wir bestehende Gebäude erweitern. Wenn man seine Stadt erweitert, muss man daher immer abwägen, wie man den begrenzten Platz nutzt. Staffeln wir die Wohnhäuser eng aneinander, bedeutet das kürzere Laufwege für die Arbeiter. Doch dann ist kein Platz, um später Upgrades anzubringen.
Schichtsystem und Entscheidungen
Unsere Bewohner teilen wir in Schichten den Gebäuden zu und das idealweise abhängig von ihren Stärken. Ranger sind in Wachgebäuden besonders effizient, Handwerker arbeiten am liebsten in fortgeschrittenen Gebäuden und Arbeiter kümmern sich vor allem um simple Tätigkeiten. Jeder Bewohner wird im Spiel simuliert und kann jederzeit verfolgt werden. Relevante Detailinformationen kriegen wir dadurch aber nicht.
Wer sich nicht mit Mikromanagement rumschlagen will, kann bei der Zuweisung der Schichten einfach auf den Maximum-Button klicken und das Spiel wählt automatisch die besten Leute für den Arbeitsplatz aus. Falls wir genug freie Leute haben - die kriegen wir nämlich nur, wenn wir Flüchtlinge aufnehmen und durch andere Events.
Solche Ereignisse hängen teilweise direkt mit der Story zusammen, tauchen teilweise aber auch zufällig auf. Und meistens haben sie einen Haken. Neue Leute aufzunehmen, bedeutet etwa mehr dringend nötige Arbeitskräfte. Doch die sind entweder ausgehungert oder kommen krank zu uns, was wir erstmal lösen müssen.
Bildergalerie
DarkSwitch versucht, uns wie in Frostpunk vor schwierige Entscheidungen zu stellen, bei denen man die Konsequenzen nicht vorher abwägen kann. Im gespielten Prolog war das aber alles sehr zaghaft und hat uns nie vor echte Herausforderungen gestellt. Das sieht im weiteren Spielverlauf hoffentlich anders aus, sonst würde das die Langzeitmotivation sabotieren.
Story und Lokalisierung
Interessant fanden wir eine längere Story-Interaktion mit den Luminarchen, einer fanatischen Glaubensgruppierung. Die sind plötzlich mit einem Luftschiff an unserer Stadt gelandet und haben ihre Nase in unsere Angelegenheiten gesteckt. Da wir ihnen nicht verraten wollten, dass der Baum ein Geheimnis hütet, haben sie tagelang unsere Bewohner verschleppt, um sie in ihrem Luftschifft zu foltern und zu befragen. Dadurch mussten unsere Krankenstationen auf Hochtouren arbeiten, um die Leute wieder aufzupäppeln. Von solchen Interaktionen hat DarkSwitch hoffentlich noch mehr zu bieten.
Die zahlreichen Dialoge und Ereignisse werden übrigens nicht vertont sein, dafür aber komplett ins Deutsche übersetzt. Nur in seltenen Zwischensequenzen setzen die Entwickler auf einen englischen Sprecher. Geschrieben wurden die Handlung und die Lore vom gleichen Autor, der auch schon bei Frostpunk tätig war. Und für extra Atmosphäre soll der Soundtrack vom Silent-Hill-Komponisten sorgen.
Meinung
Ob uns hier eine gute Frostpunk-Alternative erwartet, werden wir wahrscheinlich im Oktober sehen. Dafür planen die Entwickler aktuell den Release von DarkSwitch, ein konkretes Datum gibt's aber noch nicht. Wenn ihr euch bis dahin selbst einen Eindruck vom Spiel verschaffen möchtet, könnt ihr die etwa ein bis zwei Stunden lange Demo auf Steam ausprobieren.
