Die neue Referenz in Punkto Soundkulisse und auch sonst ein regelrechtes Muss für Fans. Für Kinder gilt aber: Finger weg!
Eingeschränkte Sicht und dennoch perfekt inszeniert
Dead Space
Unseren Kampf-Mechaniker Isaac sehen wir die ganze Zeit über aus einer 3rd-Person Sicht leicht schräg von hinten, wodurch wir natürlich auch einen perfekten Blick auf Lebens- und Staseanzeige haben. Die Waffe wird durch Knopfdruck zugeschaltet und kann erst im Zielmodus abgefeuert werden, in dem Isaac jedoch sehr langsam läuft. Es steht also jedem selbst frei, wie er sich durch die Gänge der Ishimura bewegen möchte, wobei gesagt sei, dass man sich mit gezogener Waffe, die auch einen kleinen Lichtkegel vorausschickt, um einiges sicherer fühlt, als ohne. Auf ein HUD oder sonstige Anzeigen auf dem Schirm direkt verzichtet Dead Space komplett und blendet Informationen, wenn nötig, als Hologramm aus unserem RIG ein. Wie viel Munition unsere Wumme noch hat, wird ebenso als Hologram direkt an der Waffe dargestellt und ist perfekt integriert, sodass der Spielfluss und die Atmosphäre durch keinerlei störende Elemente unterbrochen wird.
Dead Space
Gut gelungen und herrlich integriert ist auch das Inventar unseres Protagonisten Clarke. Auf Knopfdruck öffnet sich dieses als Hologramm aus unserem RIG, wobei das Spiel jedoch nicht unterbrochen wird. Dies wurde selbstredend auch ganz gewollt so inszeniert, sodass man seine Welt um einiges aufmerksamer im Auge behält und, wie im wahren Leben, nicht einfach die Zeit anhalten kann, um in den Taschen zu kramen. Hotkeys gibt es in dem Sinne nur für Medikits, in dringenden Fällen braucht man sich so nicht durch das komplette Inventar suchen. Ansonsten sind die Plätze in unseren Taschen arg begrenzt, was dazu führt, dass man nur eine bestimmte Anzahl an Munitionspacks mit sich führen kann und auch mit Medi-Kits sparsam sein sollte. Ebenfalls im RIG integriert und zusammen mit dem Inventar aufrufbar bietet uns unser Anzug eine detaillierte Karte der Umgebung in 3D, die man drehen kann, um auch das letzte Versteck an Bord zu finden. In einer Datenbank werden alle Log-Dateien gespeichert, die Isaac auf dem Weg durch das Schiff findet. Diese Audio-, Video- oder Schriftstücke liegen überall verteilt und erzählen die Geschichte der Crew wundervoll vertont und inszeniert noch genauer. Es lohnt sich von daher auch wirklich, sich alle herumliegenden Gegenstände anzuschauen und vor allem bei den Logs zuzuhören, da man so manchmal daraus auch interessante Informationen abgeleitet werden können.
Technisch einwandfrei
Grafikvergleich am PC: Hohe Einstellungen, Schatten und 1280x1024 vs. Niedrige Einstellungen, keine Schatten und 640x480
Während die Story, die vor allem zum Ende hin tragische Wendungen nimmt und wirklich spielenswert ist, obwohl Teile oft ausgelutscht und wohlbekannt vorkommen, schon brilliert, zeichnet sich Dead Space auch durch eine hervorragende Technik aus - entsprechende PC-Ausrüstung vorausgesetzt. Grafisch präsentiert sich uns ein einzigartiges Erlebnis, dass durch Licht- und Schatteneffekte, gestochen scharfe Texturen und ein wundervolles Gamedesingn besticht, dass es mit den Vertretern des Genres locker aufnehmen kann. Vor allem Schatten werden hierbei oft auch als Stilmittel der Horroratmosphäre benutzt, um in schlecht ausgeleuchteten Räumen für besonderen Nervenkitzel zu sorgen, indem ein Schatten uns anzeigt, dass gerade ein Monster hinter uns durch den Lichtschein gehuscht ist. Da diese Option aber auch besonders viel Ressourcen zu kosten scheint, ist sie optional abschaltbar, der Unterschied ist auf dem Vergleich-Screenshot gut erkennbar. Wenn man sich schließlich umdreht um nachzusehen und sich beizeiten von dem Vieh zu "verabschieden", ist da selbstredend nichts. Szenen wie diese, in denen das Monster schlussendlich doch wieder hinter uns auftaucht und seine Fangarme nach uns räkelt, sind für Dead Space fast typisch, ebenso die Momente, in denen man, als Horror-Veteran, weiß das gleich etwas passieren muss (!)... Doch es geschieht einfach nichts und man entspannt schon wieder, woraufhin urplötzlich ein Necromorph aus der Deckenverkleidung bricht und auf uns loshechtet. Generell wirkt Dead Space auch mit niedrigen Einstellungen noch und weiß eine Atmosphäre rüberzubringen, die vielen Treppchen, runterskalierten Grafiken und vor allem die fehlenden Schatteneffekte trüben aber den Spaß.
Isaacs Wegmarkierungen
Der Atmosphäre zuträglich ist auch das Leveldesign samt der taktischen Verteilung der Gegner. Obwohl man bestimmte Punkte des Spieles öfters zu Gesicht bekommt und immer wieder zurück laufen muss, um einen Teilauftrag zu erfüllen, wird es dennoch nicht langweilig auf der Ishimura. Dafür sorgt unter anderem auch die "farbliche Umgestaltung" eines Raumes während unserer Abwesenheit, sodass es durchaus vorkommt, dass man ein steril-sauberes Kontrollzimmer verlässt und nach zehn Minuten mit dem Schlüssel zur Tür zurückkehrt in einen Kontrollraum, der blutverschmiert und voller ekeliger Monster ist. Für Abwechslung wird jedenfalls gesorgt. Dennoch stören manchmal die langen Laufwege auf einer Ebene, bei denen man immer wieder an einem zentralen Punkt zurückkommt, um von dort die nächste Tür öffnen zu können. Allein dadurch erhält man oft ein Gefühl von Schlauchleveln, die mehr als nur unerwünscht sind. Trotz alledem lässt der Titel einem oft auch die Wahl, welcher Gang nun zuerst absolviert wird oder welches Ziel man vorrangig verfolgt. Hilfsmittel, um sich trotz alledem auf dem Schiff nicht zu verlaufen ist nicht nur die voll rotierbare 3D-Holo-Karte, sondern auch ein, leicht unrealistisches aber trotzdem praktisches Feature, dass einem immer den Weg zum nächsten Ziel anzeigt. Per Knopfdruck bleibt Isaac so stehen und eine blau auf den Boden projezierte Linie zeigt einem an, wo es lang geht. Um den Nervenkitzel aufrecht zu erhalten, kann Clarke in diesem Zustand aber weder laufen, noch feuern und sollte daher mit Bedacht und nur an sicheren Stellen die Funktion zuschalten.
Quelle: Electronic Arts
Dead Space
Geradezu brilliant ist Dead Space in Sachen Tontechnik. Zusammen mit der düsteren Optik und den Schatteneffekten weiß die Tonarchitektur zu überzeugen und lässt es einem mehr als nur einmal eiskalt den Rücken herunterfahren. Vor allem Geräusche, die scheinbar keine bestimmbare Herkunft haben, komplettieren hier die Tonkulisse, die wirklich einzigartig ist. Egal ob es das Brummen von fernen Maschinen ist, das Kratzen und Scharren von irgendwelchen Fieslingen, die hinter der nächsten Tür nur darauf warten, uns den Kopf abzureißen oder die Schreie ferner Crewmitglieder, die wohl einen sehr schmerzhaften Tod durchleben müssen. Auch die Musik passt sich hervorragend dem Spiel an und ist nicht zu aufdringlich. Effekte wie der eigene Pulsschlag in besonders "grusligen" Situationen, runden hier die Vielfalt weiter ab und generieren eine wahre Achterbahn der Gefühle. Im Vakuum hingegen hört man alles nur dumpf und weit entfernt, Subwoofer werden sich freuen. Generell besticht der Sound durch Qualität, die förmlich nach 5.1-Surroundsystemen schreit und auf solchen auch besonders imposant daherkommt.
Dead Space
Auch die deutsche Portierung besticht durch größte Genauigkeit und weiß mehr als nur zu überzeugen. Fast jede Stelle im Spiel wurde übersetzt und eingedeutscht, wer genug Zeit und Lust hat, wird sich in Dead Space dumm und dämlich lesen können. So sind nicht nur die Audio- und Videologs komplett übersetzt und perfekt vertont worden, sondern auch alle Tür-Aufschriften und deren Beschreibungen. Einzig unangetastet blieben Wandschmierereien und sonstige Atmosphäre-Träger, was jedoch keinen Abbruch des Horrors-Szenarios zur Folge hat. Auf Multiplayerfeatures verzichtet Dead Space ganz bewusst, so gibt es weder reinrassige Mehrspieler-Modi, noch eine Möglichkeit das Spiel im Co-Op durchzuspielen. Dies empfanden wir jedoch nicht als störend, wäre doch das Setting zu zweit regelrecht dahin.
