Deepak Chopra's LeeLa im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

THQ betritt völlig neuen Boden, weg vom gewöhnlichen Spiel, hin zur spirituellen Hingabe und Meditation.

Spielerisch die Chakren entdecken

Deepak Chopra's LeeLa Deepak Chopra's LeeLa Jede der sieben Chakren hält eine andere Art der Interaktion bereit. In gewisser Weise ein Minispiel, welches durch geschmeidige, aber bedächtige Bewegungen gesteuert wird. Leela wird Teile vorgeben, für jede einzelne Sequenz und mit jedem neuen Level wird der Anspruch auch erhöht, doch insgesamt will man den Spieler schon gar nicht frustrieren, sondern schlicht zur besinnlichen Bewegung motivieren. Bei Leben zum Beispiel führen wir durch leichte Drehungen zur Seite ein kleines Wesen durch eine Flüssigkeit und müssen farbige Quellen mit den Endknoten im Mittelpunkt verbinden. Das ganze muss man sich wie Snake vorstellen, indem der Schwanz dieses Wesens durch fressen von kleinen gelben Kugeln auch Plankton genannt anwächst und uns eine längere Verbindungslinie bietet. Dem nicht genug, werden Zwischenstationen angesteuert, den Weg blockierende Steine umschifft und gefräßigen Käfern ausgewichen.

Die Bewegungen der Macht liegen oberhalb des Nabels und erinnern uns eher an ein umgekehrtes Tetris. Eine Felswand rutsch langsam von oben herunter der Lava entgegen, enthält aber wichtige Mineralien. Wir bündeln daher gezielt unsere Energie in den ausgestreckten Armen, zielen und lassen einen Feuerball auf das Gestein los. Damit wird dieses Gebilde gesprengt und Kristalle frei, die wir aufladen und einsammeln. Auch hier wird es immer komplexer und zusätzliche verspielte Elemente sorgen für mehr Variantenreichtum. Keineswegs sitzt uns aber ein Zeitlimit im Nacken, denn schaffen wir es nicht sofort, dann macht man einfach beständig weiter, bis das Ziel in Sichtweite ist. Das gilt auch für die Quelle im Beckenbereich, die mit seitlichen Kippbewegungen des Körpers rotiert wird. Die Quelle ist als Planet zu verstehen, wo Samen aus dem inneren nach oben sprießen und wir Pilze durch den Mond und Bäume mit der Sonne wachsen lassen.

Deepak Chopra's LeeLa Deepak Chopra's LeeLa Das alles ist so bedächtig wie erholsam, wir haben keine tickende Uhr, keinen nervenden Counter und selbst die musikalische Begleitung regt kaum zur Hast an. Wir versinken in den kleinen Minispielen, die so unglaublich farbenfroh aber ansprechend präsentiert werden, als auch meditativ inspirierend wirken. Und so geht es weiter mit den restlichen Chakren. Bei der Liebe reiten wie mit dem Oberkörper auf den Luftströmen, indem wir die Hände zusammenführen und uns drehen. Bei den Harmonien, der Bereich im Hals, werden die Arme ausgestreckt um harmonische Kettenreaktionen auszulösen. Alles endet mit Verstand und Geist, sprich der Einheit und Intuition, die mit Neigungen des Oberkörpers zur Seite sowie der hilfreichen Unterstützung der Arme absolviert werden. Auch hier wird man in farbliche Spektren entführt, geradezu in eine verspielte und dennoch meditative Welt hineingesaugt, die aber bedächtig bedient wird.

Der Sinn steckt in der Bewegung

Ganz klar, all diese Bewegungen und Sequenzen können mit dem Begriff einer Minispielsammlung abgewatscht und abgetan werden, doch das will Leela nicht sein und wer sich tatsächlich auch mit Körper und Geist darauf einlässt, wird viel mehr erfahren als nur den spielerischen Erfolg. Leider gilt dies nur für Kinect-Spieler auf der Xbox 360, denn hier konnte Deepak Chopra mittels körperlicher Bewegungen, wie bisher einzeln beschrieben, den Chakren auf die Sprünge helfen, quasi die Energie im Körper heraus kitzeln und somit tatsächlich ein wenig Einfluss auf unser Wohlbefinden nehmen. Die Wii-Spieler haben leider nur die Wii-Remote in der Hand und sorgen mit den Sensoren für die jeweiligen Bewegungen der einzelnen Sequenzen. Das funktioniert, wesentlich genauer und präziser sogar, keine Frage, wirkt nun aber wie ein billiges und langweiliges Spiel und hat keinerlei Wirkung auf den Körper, außer vielleicht den Händen, welche sich immer gleich hin- und her bewegen. Einzig allein die meditative Hintergrundmusik, die beständig wechselnd aber beruhigend auf uns einwirkt, kann auf der Nintendo-Konsole zumindest den Geist berühren. Leider muss man daher auch sagen, dass jeglicher Sinn dieser Software mit der Wii-Fernbedienung verloren geht und diejenigen, die sich für Leela interessieren, definitiv zur Kinect Variante greifen sollten.

Meditieren und Reflektieren

Deepak Chopra's LeeLa Deepak Chopra's LeeLa So unglaublich das alles sich nun angehört hat, so ernüchternd ist letztendlich der tatsächliche Umfang dieser Minispiele. Jedes einzelne Chakra wird mit nur sieben Sequenzen abgespeist und ist an nur wenigen Abenden abgearbeitet. Immerhin können in zusätzlichen Sequenzen mehrere Elemente und Chakren vereint und somit gezielt mehrere Bereiche trainiert werden. Klar, wird derjenige, der meditativ immer wieder abtauchen will, auch ohne neue Zielvorgaben immer wieder vorbei schauen. Hierzu eignet sich aber der zweite Bereich von Leela, das Reflektieren. Damit ist nicht nur gemeint, dass man in sich kehren und die Ereignisse des Tages abschütteln soll, Deepak Chopra möchte uns hier zur inneren Ruhe führen, indem wir erholsame Atemtechniken lernen und uns in der Stille auf meditative Musik einlassen. Mit den Atemübungen erlangt man unter Anleitung das Wissen zur ruhigen, tiefen Atemtechnik und kann sich so gezielt auf körperliche Entspannung vorberieten. Das geht auf dem Stuhl sitzend, aber auch im Schneidersitz auf dem Boden und vor allem Kinect erstaunt, weil Leela tatsächlich realisiert, ob wir Luft eingesaugt aber angehalten haben, bzw. beständig tief ein und ausatmen. So etwas traut man dem Sensor eigentlich gar nicht zu und Wii-Spieler müssen auf ähnliche Interaktion komplett verzichten, denn hier wird keinerlei Veränderung erfasst. Bewertet wird es leider in beiden Versionen nicht! Nach dem Training geht es in die geführte Meditation, in der Deepak Chopra uns langsam in die Traumwelt entführt. Darüber hinaus können wir uns einfach auch so einige Minuten der Ruhe gönnen.

Diverse Klangwelten angelehnt an die Erdelemente Feuer, Wasser, Luft sowie Geist, Einheit und Schwingung entführen recht schnell in magische Ebenen, vor allem wenn man die farbige Welt verlässt und den Tonfolgen mit geschlossenen Augen folgt und die Melodie auf sich einwirken lässt. Jeder Bereich hat seinen eigenen Fluss, eine klangliche Basis, deren Schwingungen tatsächlich zum Meditieren einladen. Mal ruhig besinnlich, mal intensiv und aufwallend, mal beruhigend und angenehm, reiten wir auf der Welle mit und lassen uns und unseren Körper gekonnt entspannen. Natürlich sollte man vorher erlernte Techniken sauber anwenden. Das betrifft sowohl die Sitzhaltung, die bequem sein muss und einen stabilen Rücken voraussetzt, als auch das Ein- bzw. Ausatmen in den Bauch, den mittleren Bereich und der Brust.

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