Deliver At All Costs im Test: Chaos und Zerstörung habe ich erwartet - aber nicht diese mysteriöse Story
Test
Spaßiges Chaos-Gameplay trifft in Deliver at all Costs auf eine erstaunlich mysteriöse Geschichte. Matthias hat sich das Actionspiel im Test angeschaut.
Deliver at all Costs, also "Zustellung um jeden Preis", ist definitiv nicht das Motto eines deutschen Paketdienstes, sondern der Name des spaßigen Debütspiels eines kleinen schwedischen Teams. Die Arbeit am Titel begann als Schulprojekt einer Gruppe von Studenten, die daraus nun, auch mit Hilfe von Publisher Konami, ihr Traumspiel gemacht haben.
Das herausstechende Merkmal des Spiels, das auch bei mir seit dem ersten Trailer ein gesteigertes Interesse erzeugt hat, ist das Chaos, das man während seiner Lieferfahrten in der Spielwelt anrichten kann. Der Titel "Deliver at all Costs" wird hier nämlich wörtlich genommen. Wie ich im Test allerdings festgestellt habe, steckt in der Zerstörungsorgie mehr als nur ein chaotisches Actionspiel rund um einen Kurierfahrer.
Eine erstaunlich mysteriöse Geschichte
In Deliver at all Costs übernehme ich die Rolle von Winston Green, der sich auf der Ferieninsel St. Monique in ein heruntergekommenes Motel-Zimmer einquartiert hat. Die Miete hat er aber offensichtlich schon seit längerer Zeit nicht bezahlt. Entsprechend macht ihm der Vermieter Feuer unter dem Hintern. Es muss also ein Job her. Da kommt das Stellengesuch des örtlichen Lieferdienstes We Deliver aus dem Radio gerade recht.
Ich mache mich also auf zur Firmenzentrale und werde beim Patriarchen des Unternehmens, Harald, vorstellig. Winston versteht sich auf Anhieb mit dem Chef und bekommt eine Stelle als Kurierfahrer, obwohl die Firma entgegen der Radiomeldung eigentlich gar nicht nach neuen Mitarbeitern sucht. Hier beginnen sich die ersten Anzeichen zu zeigen, dass hier irgendwas nicht ganz so ist, wie es den Anschein macht. Mehr und mehr wird mir klar, dass Winston offenbar eine mysteriöse Vergangenheit hat.
Ich hatte von Deliver at all Cost ein spaßiges und unbeschwertes Actionspielchen erwartet, in dem die Erzählung weniger im Fokus stehen würde. Doch das ist überhaupt nicht so. Ich habe eine Geschichte mit Intrigen, mysteriösen Ereignissen, zwielichtigen Charakteren und sogar einer Prise Übernatürlichem erlebt. Das hat mich wirklich überrascht - im positiven Sinne. So war es die Handlung, die mich noch mehr als das spaßige Gameplay bei der Stange gehalten hat, weil ich unbedingt herausfinden wollte, was es den nun mit Winston Green auf sich hat.
Chaotisches Gameplay
So ernst und düster die Story bisweilen ist, so angedreht und spaßig ist das Gameplay. Ich steuere Winston und seinen treuen Lieferwagen aus einer isometrischen Perspektive, die leichte Erinnerungen an die ersten beiden Teile von GTA aufkommen lässt. Dabei stehen mir zwei Steuerungsvarianten zur Verfügung.
Mit der Standardeinstellung lenkt das Auto mit Bewegungseingaben nach links oder rechts in die jeweilige Richtung. Da die Kamera aber in einem starren Winkel auf das Geschehen blickt, kann das schnell verwirrend werden, wenn mein Auto zum Beispiel von oben nach unten fährt. Besser klargekommen bin ich daher mit der alternativen Steuerungsmethode. Bei dieser bewegt sich das Fahrzeug immer in die Richtung, in die ich meinen Analogstick ausrichte.
Quelle: Konami
Dass die Steuerung nicht so präzise und leicht zu handhaben ist, wie man es vielleicht von anderen Spielen gewohnt ist, gehört hier aber auch ein wenig zum Spieldesign. Denn Chaos im Straßenverkehr anzurichten gehört zu den großen Spaßfaktoren des Spiels. Allein schon, um sich an der voll zerstörbaren Umgebung zu erfreuen.
Nahezu alles, was ich in der Spielwelt sehe, kann von mir und meinem Auto in einen Schrotthaufen verwandelt werden. Wenn ich mit Schwung durch ein Haus brettere, stürzt dieses formschön ein, wenn keine tragenden Wände mehr vorhanden sind. Zäune, Hecken und andere Vorgartenobjekte halten mich nicht auf, auf dem Weg zur nächsten Lieferung eine neue Abkürzung zu erschließen.
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Erkunden und Upgraden
Nicht nur den Straßen zu folgen lohnt sich auch dahingehend, dass überall Kisten mit Geld versteckt sind. Wenn ich diese ebenfalls zerschmettere, bekomme ich einen Bonus auf mein Konto. Die Mittel kann ich dann in einem Shop für Baumaterialien und eine Karte, die alle Geheimnisse aufdeckt, ausgeben. Leider wurde aus dem Vorhandensein einer Währung und diverser Shops viel zu wenig gemacht. Bis auf die bereits angesprochene Karte und ein oder zwei Questgegenstände gibt es nicht wirklich einen Grund, die Moneten auszugeben. Entsprechend habe ich auch recht schnell aufgehört, jeder Geldkiste nachzujagen.
Die Baumaterialien, die es bei den Händlern zu kaufen gibt, finde ich alternativ auch in zahlreichen in der Spielwelt versteckten Schatzkisten. Diese zu finden, ist spätestens nach dem Kauf der Geheimniskarte ein Kinderspiel. Die einzige Herausforderung ist dann oft nur noch, den richtigen Weg zu finden, der aufgrund der isometrischen Perspektive nicht immer sofort ersichtlich ist.
