Im Angesicht des Todes! Wer sich hier durchbeißt ohne aufzugeben, wächst aus sich heraus und mutiert zum Helden!
Nichts ist umsonst ...
Quelle: Sony/ From Software
Demon's Souls
... und schon gar nicht der sagenumwobene Tod, denn dieser kostet in diesem Spiel bitter nötige, aber nur mühsam erarbeitete Seelen! Scheitert ihr im erneuten Versuch abermals, ohne jedoch die Leiche vorher zu erreichen, ist jeglicher Fortschritt auf diesem speziellen Konto verloren (nicht aber die Ausrüstung oder ähnliches). Andernfalls wandern die Seelen wieder zurück in den Beutel. Jeder Schurke, jeder Ritter und auch jedes grässlich verunstaltete Vieh hinterlässt nach dem Ableben die begehrten Objekte, welche als Währung in der so genannten Nexus gehandelt werden. Dafür gibt es nicht nur neue und bessere Rüstungsobjekte, sowie fette Zauber & Wunder, sondern auch der Charakteraufbau will damit beglichen sein. Dabei kosten nur wenige zusätzliche Punkte in altbekannten Bereichen wie Magie, Vitalität und zig weiteren nach nur wenigen Runden ein Vermögen und zwingen euch, den Titel gar mehrfach durchzuspielen bzw. spezielle Gebiete immer und immer wieder aufzusuchen.
Quelle: Namco
Demon's Souls
Bei all dem Schweiß will der Aufbau wohl durchdacht sein, wobei schon zu Spielstart ein wesentlicher Grundstein zu legen ist. Neben der Erstellung eines virtuellen Egos per Editor inklusive Körperbau, Aussehen und Haarpracht, nimmt die Klassenwahl einen wesentlichen Einfluss auf den kommenden Spielablauf. Kleiner Tipp: Wer sich das Leben in gewisser Weise einfacher gestalten möchte, entscheidet sich unter den zehn Ausgangsklassen für den Adeligen. Dieser verfügt über gute vitale Werte und kann als einer der wenigen von Anfang dank des Zaubers "Seelenpfeil" aus der Ferne Angriffe starten. Wer im Nahkampf vor den ersten stärkeren Türstehern scheitert, lernt den Fernkampf unweigerlich zu schätzen und nutzt diesen Vorteil in vielen Situation für sich! Aber auch als Soldat, Ritter, Jäger, Priester oder Vagabund kann man gewisse Vorteile genießen, welche sich unter Umständen erst im Laufe des Abenteuers offenbaren, hat es letztendlich aber aufgrund mancher Charaktereigenschaften wesentlich schwerer. Der Magier z. B. Ist fast in jeglicher Hinsicht ein Schwächling, der jedem Anfänger den letzten Mut ausräuchert. Schluckt man den Frust aber hinunter, kämpft sich mühsam stundenlang durch die ersten Ebenen und widmet sich dem Aufbau aller relevanter Charakterwerte, so wandelt sich der Verlierer zum Zauberkünstler, der mit allerlei magischem Repertoire verzückt. Leider mangelte es den Entwicklern ein wenig an Kreativität, so dass auch die Helden aus "Demon's Souls" mit eher üblichen Argumenten wie giftigen Wolken, Feuerbällen oder Verzauberungen der eigenen Objekte von sich hören lassen.
Quelle: Namco
Demon's Souls
Zurück in der Nexus, einer Art Zwischenwelt für die Lebenden und Toten, offenbaren sich neben den bereits erwähnten technischen Mängeln auch die ersten handfesten Schwächen im System, über die wir bisher nahezu unbewusst hinweggesehen haben. Unter anderem kann die Story nicht sonderlich überzeugen und rückt nicht nur aufgrund des herausfordernden Gameplays und Schwierigkeitsgrades in den Hintergrund, sondern lässt auch einen gewissen Spannungsbogen fast gänzlich missen. Als letzte Hoffnung macht ihr euch auf den Weg, das "Uralte" zu verbannen und den verbliebenen Rest der menschlichen Zivilisation zu retten. Ein typischer, schnell durchschauter Kampf zwischen Gut und Böse, welcher zu Beginn zwar sehr euphorisch präsentiert wird, alsdann aber an Fahrt verliert und fast nur noch in den Erzählungen der Leute weiterlebt. Ein weiteres Kriterium ist die bisweilen völlig steinzeitliche Handhabe des Inventars. Vor allem das Shoppingcenter lassen gänzlich jeden Komfort missen. Um den aktuellen Warenbestand auf Tauglichkeit zu prüfen, müsst ihr das Regal verlassen, den eigenen Kleiderschrank ausmisten und die Gegenstände von Hand vergleichen. Darüber hinaus kann Überflüssiges zwar in ein Lager gebracht werden, doch als nützlich erweisen sich abgenutzte Klingen und veraltete Rüstungen nicht wirklich. Dieser Schrott lässt sich nicht einmal zu "Geld" verarbeiten, was aufgrund des immer akuten Seelenmangels doch recht ärgerlich ist. Eine entsprechende Aufbereitung beim Fachmann kann die Waffen und ähnliches aber durchaus veredeln und mit etwas Glück aus einem mäßigen Schwert ein todbringendes Kampfgerät machen - aber auch dieser Service ist nicht umsonst und wird mit einem Seelenobolus abgedeckt!
