Die Sims 2: Die besten Geschichten fingen immer mit einer Katastrophe an
Special
Es ist das pure Chaos, aber genau das macht es auch so sympathisch: Die Sims 2 lässt uns bis heute nicht mehr los. Wir blicken in unserem Retro-Special auf eines der größten Spiele-Highlights der 2000er-Jahre zurück.
Die Sims 2 ist auch nach über zwei Jahrzehnten noch ein absoluter Liebling bei den Fans. In der Life-Sim herrscht wirklich an allen Ecken und Enden das pure Chaos, während wir händeringend versuchen, unsere Sims am Leben zu halten. Vor nichts sind sie sicher: ein TV-Snack, ein Blick durch's Teleskop oder eine ganz zufällig verschwundene Poolleiter ... Es ist ein ziemlicher Akt, unseren Figuren bei all der Absurdität ein schönes Leben zu ermöglichen.
Aber wir würden das auch gar nicht anders haben wollen, schließlich macht genau das den Reiz aus und sorgt dafür, dass wir auch nach all dieser Zeit immer mal wieder einen gemütlichen Sonntag vor dem PC verbringen. Deshalb werfen wir mal einen Blick zurück und schauen uns an, was genau diesen Teil der Reihe so charmant macht.
Auf dieser Seite
- 1 Der Ursprung der Sims: Von der Katastrophe zum Erfolg
- 2 Ein Spiel, das in den 2000ern nirgendwo fehlen durfte
- 3 Sims 2 ist wie Reality-TV mit Gottkomplex
- 4 Selbsterhaltungstrieb? Nur bedingt vorhanden
- 5 Der Lebensweg ist das Ziel
- 6 Cheaten ist ausdrücklich erlaubt
- 7 Life-Sim oder doch Architektur-Simulator?
- 8 DLC-Hölle? Nein, das gab es alles zu Recht!
- 9 Eine Life-Sim mit Humor, Charme und ganz viel Herz
Der Ursprung der Sims: Von der Katastrophe zum Erfolg
So bunt, unterhaltsam und albern Die Sims 2 (jetzt kaufen 29,99 € ) auch ist, umso dramatischer ist jedoch die Geschichte hinter dem Spielkonzept. Will Wright, der kreative Kopf hinter dem Franchise, arbeitete zunächst erfolgreich an SimCity.
Schon damals träumte er davon, mehrere Spiele mit unterschiedlichen Kernmechaniken ineinander übergreifen zu lassen, sodass sie gemeinsam ein großes Ganzes ergeben würden.
Seine großen Ambitionen wurden beispielsweise auch an Spore deutlich, für das sein eigener Ehrgeiz letztendlich aber zum Verhängnis wurde. Doch bevor der spielbare Biologieunterricht überhaupt das Licht der Welt erblickte, stand Wright ganz anderen Herausforderungen gegenüber.
Bei dem verheerenden Feuersturm in Oakland, Kalifornien, verlor er 1991 sein Haus sowie sein gesamtes Hab und Gut. Im Vergleich zu den Verletzten und Todesopfern, die diese Katastrophe forderte, ist es zwar noch ein milder Ausgang. Jedoch war Wright danach gezwungen, sein Leben wieder von Neuem aufzubauen.
Und genau das inspirierte ihn zu dem Spielkonzept der Sims-Reihe. Denn solange man mit dem Leben davongekommen war, hatte man alles Wichtige und konnte sich ein neues Zuhause schaffen.
Im frühen Stadium der Entwicklung stand daher auch das Bauen und Einrichten der Häuser im Fokus, erst später folgte die Idee einer Lebenssimulation. Neun Jahre nach dem Unglück erblickte mit Die Sims der erste Teil der beliebten Reihe das Licht der Spielewelt und legte den Grundstein für ein Spiel, das wir auch nach 21 Jahren immer noch nicht satthaben.
Ein Spiel, das in den 2000ern nirgendwo fehlen durfte
Wir haben es uns damals stundenlang am heimischen PC im Wohnzimmer gemütlich gemacht und über Jahre hinweg immer wieder nach Die Sims 2 gegriffen. Der Soundtrack, der beim Erstellen der Sims oder Einrichten der Häuser im Hintergrund lief, hat sich so sehr in unser Gedächtnis gebrannt, dass er heute noch in Leerlaufsituationen in unserem Kopf zu hören ist.
Quelle: PC Games
Im Vergleich zu Die Sims 4 sind die Möglichkeiten, eure Sims bei der Erstellung zu individualisieren, noch recht gering. Trotzdem bietet der alte Editor bereits recht viel Freiraum, um unterschiedliche Figuren zu kreieren.
Wahrscheinlich ist es ganz gut, dass wir damals noch keine Aufzeichnungen der Spielzeit hatten. Denn bei dem Anblick der ziemlich hohen Zahl würden wir vermutlich vor Schreck umfallen, als hätten wir einem Sim tagelang den Schlaf entzogen.
Damals waren wir noch mit vier verschiedenen Discs bewaffnet, die nach und nach im Installationsprozess durchgewechselt werden mussten. Und dann gab es ja noch die ganzen Erweiterungen und Packs, auf die wir natürlich ebenfalls nicht verzichten wollten.
Wenn wir also mal an einen anderen PC wechseln mussten, zog das erst einmal ein ellenlanges Prozedere an Installationsbildschirmen und dem Austauschen von CDs mit sich. Doch der Aufwand lohnte sich allemal.
Zudem war die Summe, die wir für alle zusätzlichen Inhalte ausgeben mussten, noch überhaupt kein Vergleich zu dem Betrag, der heute bei Die Sims 4 fällig werden würde. Jetzt widmen wir uns aber erstmal dem alltäglichen Wahnsinn im Leben der Sims und mit welchen Hürden sie sich auseinandersetzen müssen.
Sims 2 ist wie Reality-TV mit Gottkomplex
Doch zurück zum Wesentlichen: Hatten wir diese Geduldsprobe endlich überwunden und noch keine Beschwerden bekommen, dass jemand anders den Familien-Rechner gerne nutzen würde, stand der stundenlangen Sims-Session nichts mehr im Weg.
Mit den Erweiterungen kamen nach und nach zwar neue Nachbarschaften dazu, doch die drei originalen Städte sind mit Abstand die ikonischsten: Schönsichtigen, Merkwürdighausen und Veronaville sind auch heute noch unsere erste Wahl.
Zumal die vorgefertigten Nachbarschaften nicht nur über vorausgewählte Häuser und Gemeinschaftsgrundstücke verfügten, sondern auch bereits verschiedene Haushalte mit ganz unterschiedlichen Beziehungen und Hintergrundgeschichten bereithielten, in die wir uns stürzen konnten.
Quelle: PC Games
Die vorgefertigten Familien kommen bereits mit Beziehungen und Wünschen daher. Jedoch ist es nicht immer so einfach, ihre Träume zu erfüllen, wie sich am Beispiel von Kassandra Grusel zeigt.
In Schönsichtigen erfahren wir zum Beispiel, dass Bella Grusel, die unter dem Namen Julia von Spinnweb schon im ersten Sims-Teil auftrat, plötzlich verschwunden ist. Gerüchten zufolge wurde sie von Aliens entführt und zufälligerweise gibt es in Merkwürdighausen einen NPC, der ihr verdächtig ähnlich sieht ... Doch das ist nicht die einzige spannende Angelegenheit im Hause Grusel.
Die erwachsene Tochter Kassandra hat sich Hals über Kopf in den Casanova der Stadt verliebt, doch der hält nicht so viel von Monogamie. Und Mortimer Grusel scheint seiner verschwundenen Frau auch nicht mehr hinterherzutrauen, seitdem er die beiden Caliente-Schwestern getroffen hat.
Da kommen wir nun ins Spiel: Die virtuellen Schicksalsfäden der Sims liegen in unseren Händen, wir schlüpfen sozusagen in die Rolle der Moiren aus der griechischen Mythologie. Über Lebensbeginn, -verlauf und -ende entscheiden wir, und das auf ganz unterschiedliche Weisen.
Wir könnten uns natürlich darum kümmern, dass alle Sims ihre sehnlichsten Wünsche erfüllt bekommen und ihren Lebenssinn in Reichtum, Familie oder einem guten Ruf finden, sodass sie beim Aufeinandertreffen mit dem Sensenmann zufrieden zurückblicken können.
Quelle: PC Games
Manchmal meint es das Leben nicht gut mit einem und sorgt dafür, dass eine Angst nach der anderen wahr wird. Aber keine Sorge: Sollte es euren Sims zu schlecht gehen, werden sie von einem Psychiater wieder aufgepäppelt.
Oder wir stürzen die armen virtuellen Wesen ins komplette Chaos und ziehen morbide Freude daraus, ihre Lebenszufriedenheit immer weiter in den Keller zu verfrachten, bis ein netter Sim im weißen Kittel auftaucht und sie wieder aufpäppelt. Wenn sie es denn überhaupt so weit schaffen und nicht mit oder ohne unser Zutun schon vorher den Löffel abgeben.
Selbsterhaltungstrieb? Nur bedingt vorhanden
Bevor ihr uns jetzt unterstellt, dass wir einfach so Pool-Leitern entfernen und die Sims ihrem Schicksal überlassen würden ... ja, okay, das ist vielleicht schon mal vorgekommen. Aber natürlich nur zu Recherchezwecken. Die Sims begeben sich nämlich oft genug von allein in Situationen, die bei uns nur für Kopfschütteln sorgen.
Ein zwei Tage altes Gericht verspeisen, das schon grüne Dämpfe abgibt und sich mit Fliegen dekoriert? Guten Appetit! Einen TV-Snack in den Backofen schieben und dann erst einmal unter die Dusche hüpfen? Da kann doch gar nichts schiefgehen!
Genau auf diese Weise entstehen ständig absurde Situationen, wegen derer wir das Spiel so sehr lieben. Beispielsweise hat in einer unserer Familien die Mutti direkt neben der Treppe und damit dem engsten Raum des Hauses ihr Kind auf die Welt gebracht, während die Teenager-Tochter zum ersten Mal den Herd bedient und ihn dabei kurzerhand in Brand gesteckt hat.
Quelle: PC Games
Ein Fall fürs Jugendamt? Zum Glück nicht, denn das Kleinkind hat zu Hause alles, was es braucht. Trotzdem entscheidet sich die Altersgruppe gerne mal dafür, ein Nickerchen in der Hundehütte zu machen.
Nachdem das Kleinkind der Familie irgendwann das Krabbeln für sich entdeckt hatte, hat es sich das kleine Wesen kurzerhand zum Schlafen im Garten in der Hundehütte gemütlich gemacht. Währenddessen machte der Familienvater dem Hausmädchen schöne Augen, das seiner Frau verdächtig ähnlich sah und auch noch im knappen Maid-Kostüm daherkam.
Der freie Wille der Sims lässt sich zwar in den Einstellungen deaktivieren, doch sobald sich mehr als einer im Haushalt befindet, käme das einem Todesurteil gleich. Denn selbst mit aktivierter Autonomie mussten wir ständig metaphorische Brände löschen, weil die Sims einfach nicht wissen, was gut für sie ist.
Also schlafen sie beim Essen ein und landen mit dem Gesicht im Chili, anstatt kurz aufzuessen und sich dann ins Bett zu legen. Sobald dann noch Kinder und Haustiere ins Spiel kommen, die auf euch angewiesen sind und bei Vernachlässigung vom entsprechenden Amt abgeholt werden, artet das Management gerne mal in Stress aus.
Auf dieser Seite
- 1 Der Ursprung der Sims: Von der Katastrophe zum Erfolg
- 2 Ein Spiel, das in den 2000ern nirgendwo fehlen durfte
- 3 Sims 2 ist wie Reality-TV mit Gottkomplex
- 4 Selbsterhaltungstrieb? Nur bedingt vorhanden
- 5 Der Lebensweg ist das Ziel
- 6 Cheaten ist ausdrücklich erlaubt
- 7 Life-Sim oder doch Architektur-Simulator?
- 8 DLC-Hölle? Nein, das gab es alles zu Recht!
- 9 Eine Life-Sim mit Humor, Charme und ganz viel Herz
Der Lebensweg ist das Ziel
Als wir uns für das Retro-Special mit der Legacy Collection erneut in das Sims-2-Universum begaben, kam in der Redaktion prompt die Frage eines Life-Sim-Neulings auf: Was genau ist eigentlich das Ziel in dem Spiel?
Quelle: PC Games
Hochzeit? Karriere? Hauptsache Spaß im Leben? Jeder Sim wünscht sich etwas anderes. Welche Freuden ihnen vergönnt sind, entscheiden sie allerdings nicht selbst. Stattdessen liegt ihr Schicksal in euren Händen.
Das Tolle daran ist, dass es keins gibt. Oder anders gesagt: Das Ziel kann alles sein, was ihr wollt. Denn als Schicksalsgöttin seid ihr ja nicht nur für das Über- oder Ableben eurer Sims verantwortlich, sondern auch für alles dazwischen.
Das geht noch deutlich über die reine Bedürfniserfüllung hinaus. Klar, manche Bestreben hängen direkt mit dem Lebenstraum zusammen: Ein Familienmensch möchte möglichst viele Kinder, während ein Karrieretyp irgendwann auf dem Chefsessel sitzen will.
Aber wie genau das umgesetzt wird, liegt ganz bei euch. Ihr könnt euch zum Beispiel auf einen Sim im Haushalt beschränken und ihm eure volle Aufmerksamkeit schenken. Der führt dann einen geregelten Tagesablauf und wechselt entspannte Treffen mit Freunden mit Weiterbildungen ab, um die Karriereleiter möglichst effizient zu erklimmen. Sobald er einen hohen Posten innehat, macht er sich dann Gedanken übers Heiraten und Kinderkriegen und lässt sich nieder.
Dann könnt ihr später mit dem flügge gewordenen Nachwuchs ausziehen und ein neues Leben beginnen, während ihr das Erbe eurer vorherigen Sims fortführt und einen Stammbaum über mehrere Generationen hinweg erschafft. Jetzt schauen wir uns mal an, welche Rolle Cheats in Die Sims 2 spielen und wie ihr die Spielwelt selbst gestalten könnt.
Cheaten ist ausdrücklich erlaubt
Oder ihr werft sämtlichen Anstand über Bord, drückt schamlos auf die Tasten Steuerung, Shift und C und haut dem Spiel Cheatcodes um die Ohren. Es werfe den ersten Stein, wer nicht schon einmal direkt nach dem Einzug ein, zwei oder zehnmal motherlode eingegeben und seinen Sims dadurch ein sorgloses Leben ermöglicht hat.
Für so ziemlich jedes Anliegen gibt es den passenden Cheat. Im Gegensatz zu beispielsweise Multiplayer-Games, bei denen sie zu Recht in Verruf geraten sind, gehören sie in der Sims-Reihe fest zur Spielerfahrung dazu.
Wenn ihr euch also beispielsweise lieber eigene Geschichten ausdenken und sie eure Charaktere nachspielen lassen wollt, ohne euch über die Erfüllung von Bedürfnissen Gedanken zu machen, könnt ihr das tun.
Quelle: PC Games
Manche Sims freuen sich über Nachwuchs, andere wollen lieber Karriere machen. Und dann gibt es noch diejenigen, die von einem UFO entführt wurden und kurz darauf, mehr oder weniger freiwillig, einen Alien auf die Welt bringen.
Sogar wenn ihr für euren Sim vorgesehen habt, dass er von eurem Raumschiff entführt wird und einige Zeit später ein Alien-Baby auf die Welt bringt, egal ob er männlich oder weiblich ist ... naja, da braucht ihr nicht mal einen Cheat für. Das haben wir zumindest gehört.
Und was wäre das virtuelle Leben schon ohne pures Chaos, für das wir uns manchmal nur ganz kurz geschämt haben, wenn einer der Kollegen im Vorbeigehen einen Blick auf die armen Sims und ihre Schicksale erhascht hat.
Life-Sim oder doch Architektur-Simulator?
Doch bevor wir überhaupt daran denken können, welche Segen und Schicksalsschläge unsere Sims erleiden sollen, brauchen sie - ganz im Sinne von Schöpfer Will Wright - erst einmal ein Dach über dem Kopf.
Egal, ob ihr euch für eine der vorgefertigten Nachbarschaften entscheidet oder eure eigene aufbaut, habt ihr die Wahl zwischen Fertighäusern aus dem Katalog und leeren Grundstücken, auf denen ihr euch nach Herzenslust austoben könnt.
Quelle: PC Games
Es ist zwar nicht Die Sims: Mittelalter, aber mit einer Menge Fantasie könnt ihr trotzdem ein eigenes, kleines Schloss bauen. Viele Gegenstände lassen sich kreativ miteinander kombinieren, auch wenn die Auswahl nicht so groß ist.
Sowohl das Bearbeiten der Landschaft als auch das Bauen der Gebäude geht natürlich etwas sperriger vonstatten, als es in den neueren Teilen der Fall ist. Trotzdem war im Jahr 2004 schon überraschend viel möglich.
Mit genug Kreativität und noch mehr Vorstellungsvermögen lassen sich von Bruchbuden über klassische Einfamilienhäuser bis hin zu Mini-Schlössern die unterschiedlichsten Behausungen errichten.
Noch mehr austoben könnt ihr euch dann bei der Inneneinrichtung, die auch einer der Hauptgründe ist, wieso wir auf die Erweiterungen und Accessoire-Packs nicht verzichten wollen.
Es mag zunächst wie eine Kleinigkeit wirken, aber der rebellischen Teenager-Tochter ein düsteres Zimmer im Gothic-Stil einzurichten, auf das wir selbst ein kleines bisschen neidisch sind, kann einen großen Teil zur Immersion beitragen.
Quelle: PC Games
Nicht jeder braucht alle Erweiterungen und Accessoire-Packs, doch viele runden den Gesamteindruck ab. Einer unserer Favoriten ist Teen Style Accessoires, besonders die damit einhergehende Gothic-Einrichtung.
Je mehr Gegenstände ihr durch die zusätzlichen Inhalte zur Wahl habt, desto kreativer lassen sie sich auch zweckentfremden. Viele Objekte gibt es zwar nur in einer begrenzten Farbauswahl, aber schon mit einer Handvoll Kombinationen lässt sich dennoch erstaunlich viel machen.
Greift ihr beispielsweise auf die Gothic-Ausstattung für Teenies, die Mittelalter-Fantasy-Einrichtung für Kinder und ein paar antike Möbel zurück, kommt ihr dem Traum von einer eigenen Burg schon ein großes Stück näher. Nun kommen wir aber endlich zu den Erweiterungen für das Spiel und wie ihr es mit der Legacy Collection auch heute noch spielen könnt.
DLC-Hölle? Nein, das gab es alles zu Recht!
Wo wir schon bei dem Thema sind: Die Sims-Reihe wurde von Anfang an nicht von zusätzlichem Inhalt verschont. Schon beim ersten Spiel gab es eine Handvoll Erweiterungen, mit Die Sims 2 nahmen sie dann allerdings richtig Fahrt auf.
Im Gegensatz zur Pack-Struktur beim vierten Teil, die ihr nach Belieben kaufen und hinzufügen könnt, brauchtet ihr damals immer die CD von der aktuellen Erweiterung, die ihr installiert hattet, zum Spielen. Sich Packs von Freunden auszuleihen, hat also so lange funktioniert, bis ihr etwas Neueres aufgespielt habt, als ihr eigentlich besitzt.
Doch der größte Unterschied besteht in der Art und Weise, wie die Erweiterungen das Gameplay beeinflusst haben. Die Accessoire-Packs brachten nur neue Kleidung, Möbel und andere Gegenstände und waren daher nur für diejenigen relevant, die an den spezifischen Themen interessiert waren.
Quelle: PC Games
Ein kleiner Trost für alle Allergiker, die im echten Leben kein Haustier halten können: Zumindest die Sims können sich mit der passenden Erweiterungen um Hunde, Katzen und Kleintiere kümmern.
Die großen Erweiterungen brachten im Gegensatz dazu ganz neue Gameplay-Aspekte mit sich. Wilde Campus-Jahre fügte beispielsweise mit den jungen Erwachsenen eine zusätzliche Altersstufe ein und Haustiere ergänzten nicht nur die Haushalte mit flauschigen Bewohnern, sondern machten das Ganze so auch noch realistischer.
Auch die verschiedenen Jahreszeiten sind für uns längst nicht mehr wegzudenken. Selbst in vermeintlich unscheinbaren Erweiterungen wird die Liebe fürs Detail immer wieder an Kleinigkeiten deutlich.
Baut ihr zum Beispiel im Winter einen Schneemann, kommt gelegentlich ein Pinguin vorbei und unterhält sich mit ihm über Gott und die Welt. Und das Beste daran ist, dass ihr ihn sogar streicheln könnt!
Quelle: PC Games
Sul, Sul! Genau an solchen Details wie den Pinguinen, die im Winter gerne mit den Schneemännern plaudern, wird deutlich, wie viel Liebe damals noch in die Erweiterungen geflossen ist.
Klar, auch für Die Sims 4 gibt es mittlerweile viele große Erweiterungen, die neue Gameplay-Ebenen hinzufügen und teilweise auch sehr kreativ sind. Doch allein die Tatsache, dass in einem vorherigen Teil ergänzte Features wie zum Beispiel die Haustiere nicht direkt integriert, sondern nur später gegen Geld angeboten werden, fühlt sich wie ein großer Schritt zurück an.
Im Gegensatz dazu haben wir beim zweiten Teil auch rückblickend noch den Eindruck, dass in erster Linie sinnvolle Ergänzungen im Fokus standen und nicht, so viele kostenpflichtige Sets wie möglich auf den Markt zu bringen. Doch die weitere Entwicklung der Sims-Reihe, auch mit den kuriosen Konsolenablegern, ist noch einmal eine ganz eigene Geschichte.
Auf dieser Seite
- 1 Der Ursprung der Sims: Von der Katastrophe zum Erfolg
- 2 Ein Spiel, das in den 2000ern nirgendwo fehlen durfte
- 3 Sims 2 ist wie Reality-TV mit Gottkomplex
- 4 Selbsterhaltungstrieb? Nur bedingt vorhanden
- 5 Der Lebensweg ist das Ziel
- 6 Cheaten ist ausdrücklich erlaubt
- 7 Life-Sim oder doch Architektur-Simulator?
- 8 DLC-Hölle? Nein, das gab es alles zu Recht!
- 9 Eine Life-Sim mit Humor, Charme und ganz viel Herz
Eine Life-Sim mit Humor, Charme und ganz viel Herz
So langsam kommt das Genre der Lebenssimulationen ins Rollen, oder anders gesagt: EA sieht sich zunehmend potenzieller Konkurrenz gegenüber. InZOI befindet sich zwar noch im Early Access, lockte aber dennoch viele Spieler an. Und auch Paralives könnte das Potenzial haben, eine Sims-Alternative zu werden.
Quelle: PC Games
Am Ende des virtuellen Lebens taucht der Sensenmann auf. Manchmal habt ihr die Chance, einen Sim um das Überleben der Person betteln zu lassen, aber der Todesbote ist schließlich nicht für Empathie bekannt.
Dennoch sticht Die Sims 2 auch nach über 20 Jahren noch heraus und hat sich einen besonderen Platz in unserem Herzen verdient. Wenn euch das Nostalgiefieber gepackt hat, aber ihr die alten Versionen nicht mehr zum Laufen bekommt, gibt es seit Anfang 2025 eine Alternative: die Legacy Collection.
Die umfasst fast alle Erweiterungen und Accessoire-Packs des Originals und wurde für Windows 10/11 angepasst. Zu Beginn hatte die Version mit technischen Problemen bis hin zu Abstürzen zu kämpfen, mittlerweile läuft sie aber deutlich stabiler.
Auch während unserer erneuten Retro-Reise hatten wir keinerlei Schwierigkeiten damit, uns in der Welt von Die Sims 2 auszutoben. Wenn ihr also einfach mal wieder Lust auf einen Nostalgietrip nach Schönsichtigen und Co. habt, können wir euch die Version mittlerweile empfehlen.
Ein paar Nebenwirkungen hatte der erneute Ausflug dann allerdings doch: Vor lauter Lachen, welchen Unsinn unsere Sims (und wir) wieder getrieben haben, hatten wir schon fast ein wenig Muskelkater. Außerdem kommen solche nostalgischen Kindheitserinnerungen dann doch mit einer Prise Melancholie daher. Wir würden nur zu gerne noch einmal in der Zeit zurückreisen und die alberne, aber sehr charmante Welt sowie ihre Eigenheiten erneut zum ersten Mal entdecken.
