Nach den Sternen greifend wirft Disney eine der zugkräftigsten Marken ihres Hauses ins Gefecht. Star Wars könnte allein aufgrund seiner jungen wie auch älter gewordenen Fans zahlreiche Kunden direkt ansprechen und zum Kauf verlocken. Vom Vorgänger waren wir hier bei Gamezone ja nicht so richtig begeistert. Reichlich Mängel, aber vor allem fehlender Spielspaß sorgten für ordentlich Unmut. Stellte sich nun natürlich die Frage, ob dieses mal die Macht mit Disney Infinity ist!
Wer bereits ein Disney Infinity kennt oder daheim hat, wird keine sonderliche Überraschung im Upgrade zu 3.0 feststellen können. Disney setzt auf das altbewährte System, welches man sich gekonnt von den Skylanders abgeschaut und mit einigen Ideen erweitert hat. Kleine Plastikfiguren werden auf ein Portal gestellt und erwachen somit auf dem TV-Bildschirm zum Leben. Das Starter-Kit liefert uns mit Anakin Skywalker und Ahsoka Tano passend zum kommenden Kinofilm zwei Star Wars Figuren sowie das Playset "Twilight of the Republic", welches uns vom Schauplatz eher in die Handlungen der ersten drei Episoden eintauchen lässt. Die Reise führt uns quer durch die Galaxis und liefert bekannte Schauplätze wie Geonosis, Coruscant, Tattoine und sogar Naboo. Alte Bekannte wie Jabba der Hutte oder Padme Amidala werden angetroffen. Jar Jar Binks ist ebenfalls mit von der Partie, zum Verdruss so mancher Star Wars Fans.
Quelle: Disney
Doch nicht nur Originalsprecher, auch inklusive der lustigen Sprachweise von Jar Jar Binks, sorgen für ein authentisches Feeling, auch die Filmmusik untermalt das Sci-Fi-Abenteuer gekonnt mit seinen Klängen. Dazu das obligatorische Pow-Pow wenn sich die Jedis ein Gefecht im All liefern und die Lasergeschosse einem nur um die Ohren fliegen. Avalance gaben sich in der exklusiven Star Wars Episode wirklich viel Mühe, das epische Weltraumabenteuer auf den Bildschirm zu zaubern.
Das ist ihnen auch wirklich gelungen, auch wenn sich die Optik eher an dem Clone Wars Zeichentrick orientiert. Im Gegensatz zu den Marvel Playsets aus dem Vorgänger sieht diese Episode auch optisch ganz gut aus, trotzt mit Details und vermag auch immer wieder mit geradezu epischen Szenen zu überraschen.
Spielerisch bleibt Disney der Linie treu. Auch Twilight of the Republic ist eher ein Action-Abenteuer, in dem aber die Lichtschwerter eine tragende Rolle haben. Somit ist vor allem der Nahkampf gegen die Klonekrieger stark im Vordergrund. Die Figuren gewinnen wieder an Erfahrung und über den Fähigkeitenbaum werden Ausdauer, Leben und Kampfkunst erweitert. Neu für die Sternkrieger ist die Macht, welche eingesetzt werden kann. Anakin kann damit Feinde und Objekte zu sich heranziehen, während Ahsoka die Kräfte in entgegen gesetzter Richtung einsetzen wird. Auch diese Kräfte können nun erweitert werden. Die Kämpfe sind aber nach wie vor eher stupide, auch wenn das System neue Techniken offenbart und somit mehr Varianz bietet. Auch die kleineren Rätsel und Denkaufgaben sind eher als kleiner Happen für zwischendurch geeignet, um das Gameplay ein wenig aufzulockern.
Die Jedi-Ritter und Anwärter sind aber nicht nur zu Fuß unterwegs, auch am Steuer eines Sar-Fighters ackert sich die Helden durch die Galaxie. Dabei offenbaren sich wahre Sterngefechte von epischen Ausmaß. Riesige Kreuzer, Herrscherren an Feinde und ein packender Kampf der sich zwischen den unterschiedlichen Fronten auftut. In tausende Teile zerschellen die Gegner dank der Lasergeschosse. Wirklich viel entgegen zu setzen haben sie ja nicht. Eine Herausforderung stellen die Reisen daher nur kaum dar, doch Spaß macht dieser Teil des Spiels dennoch. Kaum sind die Aufgaben auf den anderen Planeten erledigt, die Welt gerettet, flimmert auch der Abspann über den Bildschirm. Eigentlich viel zu früh. Denn nach nur ca. sechs Stunden ist das Abenteuer beendet.Nachschub gibt es in Form weiterer Playsets, die aber wiederum ca. 30 Euro kosten. Wie haben uns zusätzlich die Welt von "Alles steht Kopf", dem kommenden Pixar Anamationsfilm gegönnt. Freude, Wut, Kummer, Ekel und Angst! Das sind die neuen Helden aus dem Film, die wie nicht anders zu erwarten die Gemütszustände widerspiegeln. Wenn Wut zum Beispiel sich in der Welt materialisiert, lässt er erst mal richtig verbal Dampf ab. Er wirft uns einiges um die Ohren, ist aber doch ein liebenswürdiges Wesen. Während die Star Wars Episode eher staubig trocken oder dunkel wie das All daher kommt, wirkt das Playset zu dem Pixar-Film kunterbunt. In völlig abgedrehten Welten hüpft man über Plattformen hinweg, versucht durch Geschicklichkeitspassagen zu kommen, den Feinen aus dem Weg zu gehen und dabei genügend Ballons einzusammeln. Spaß machen die Herausforderungen, die durchaus abwechslungsreich ausfallen, durchaus. Aber vor allem jüngeren Spieler haben ihre Freude mit diesem Playset. Insgesamt erreicht "Alles steht Kopf" aber nicht ganz die Qualität des Starter-Kits.
Quelle: Disney
Während die Playsets ein recht kurzes Vergnügen darstellen, kommen Freunde der offenen Spielwelt von Disney Infinity voll auf ihre Kosten. In der Toy Box können alle bisherige Figuren genutzt werden um zahlreiche kleinere Aufgaben zu erfüllen, Rennen zu fahren oder in der Arcade-Halle gegen Spieler aus aller Welt anzutreten. Der Toy Box Hub ist einerseits viel hübscher und moderner aufgemacht, andererseits auch deutlich logischer aufgebaut. Zahlreiche Tutorials helfen, sich in dieser freien Welt zurecht zu finden. Kernstück ist dabei der umfangreiche Editor, mit dem Spieler ihre eigene Welten und Games kreieren können. Dieser ist nach wie vor sehr aufwendig und erfordert reichlich Einarbeitung, um wirklich ansehnliche Ergebnisse zu schaffen. Auch kann die spielerische wie auch optische Qualität nicht im Geringsten mit den Playsets "Twilight of the Republic" oder "Alles steht Kopf" mithalten.
Quelle: Disney
Disney bittet uns aber nicht nur mit den zahlreichen Figuren zur Kasse. Neu sind hierbei vor allem Star War Charaktere, aber auch zahlreiche weitere Disney Helden wie Olaf aus dem Film "Die Eisprinzessin". Es gibt auch wieder zahlreiche neue kleine Spielsets und neuerdings so genannte Toy-Box Erweiterungsspiele. Diese schlagen mit knapp 15 Euro ein weiteres Loch in die Haushaltskasse, liefern aber weiteren Spielspaß. Das Erweiterungsset "Toy Box Speedway" konnten wir bisher leider nicht ausprobieren. Doch immerhin haben wir in das durchaus gelungene und sehr unterhaltsamen "Toy Box Takeover" einen Blick geworfen. Mit sämtlichen Figuren aus bisher allen Disney Infinity Spielen kann man sich hier in der Fluch der Karibik Umgebung austoben, muss freche Piraten verprügeln und Schiffe entern. Das ganze ist wie bereist die Star Wars Epiode recht gut aufgemacht und macht, vor allem mit Freunden Spaß. Denn ein zweiter Spieler kann, übrigens jederzeit und schmerzlos, in das Abenteuer einsteigen, egal welchen Bereich wir derzeit erkunden.
