Divinity wird ein rundenbasiertes Rollenspiel und spielt 100 Jahre nach Original Sin 2
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Nach der Ankündigung von Divinity, dem neuen Projekt von Larian Studios, sind spannende Infos über die Art des Spiels, die Timeline und den Release aufgetaucht.
Eine der größten und beeindruckendsten Ankündigungen auf den Game Awards 2025 war ohne Zweifel Divinity. Das neue Rollenspiel von Larian Studios, den Machern von Baldur's Gate 3. So packend und zugleich düster der Ankündigungstrailer aber auch war, wirklich viel über das Spiel hat er uns nicht verraten. Die gleichzeitig gestartete offizielle Webseite zum Spiel spricht lediglich davon, dass die Entwickler mit diesem Projekt ihren Ambitionen freien Lauf lassen und ein Rollenspiel entwerfen, das mehr Breite und Tiefe als jemals zuvor bieten soll.
Was es aber für ein Spiel sein wird und wo es sich innerhalb des Divinity-Universums einordnet, blieb zunächst unklar. Nun sind jedoch eine Reihe von Interviews mit Larian-Chef Swen Vincke veröffentlicht worden, die offenbar im Rahmen der Game Awards geführt wurden. Daraus können wir schon ein paar zusätzliche Informationen ziehen.
Was ist Divinity für ein Spiel und wo liegt es in der Timeline?
Die letzten drei Spiele von Larian waren allesamt rundenbasierte Rollenspiele. Aber mit der Divinity-Reihe hatten sich die Belgier in der Vergangenheit auch schon in andere Genres gewagt. Divinity 2 war ein Third-Person-Rollenspiel und Dragon Commander sogar ein Strategiespiel. Wie jetzt bekannt wurde, bleibt das Team aber bei dem, was es am besten kann. Divinity wird also auch wieder ein Rollenspiel mit rundenbasierten Kämpfen. Anders als bei Baldur's Gate 3 müssen die Entwickler bei Divinity aber nicht darauf achten, die Regeln von Dungeons & Dragons einzuhalten.
Quelle: Larian Studios
Die Fantasywelt Rivellon ist der Schauplatz des Divinity-Universums
"Baldur's Gate 3 war ein gutes Spiel und ich bin stolz darauf, aber ich denke, das hier [Divinity] wird viel besser. Hier machen wir ein System, das für ein Videospiel ausgelegt ist. Das macht es wesentlich einfacher zu verstehen", erklärt Swen Vincke im Gespräch mit Bloomberg-Reporter Jason Schreier.
Weiterhin haben sich Fans natürlich auch gefragt, wann das neue Divinity (jetzt kaufen 59,95 € ) spielt. Die reichhaltige Lore des Universums deckt nach inzwischen sechs Spielen mehrere Jahrhunderte ab. Gegenüber dem französischen Magazin Jeuxvideo bestätigte Vincke nun, dass Divinity rund 100 Jahre nach den Ereignissen von Original Sin 2 angesiedelt ist. Damit wird das neue Spiel zum am weitesten auf der Timeline fortgeschrittenen Titel. Diese Rolle nahm bisher Divinity 2: Ego Draconis ein. Aber seit dessen Ereignissen werden im neuen Divinity auch bereits rund 40 Jahre vergangen sein.
Die zeitliche Einordnung von Larians neuem Rollenspiel befeuert die Spekulationen, worum es im Spiel eigentlich gehen wird. Rückblickend auf die Story von Divinity 2: Ego Draconis liegt die Vermutung nahe, dass der Chaos-Gott eventuell eine gewisse Rolle im neuen Spiel einnehmen wird. Aber da müssen wir noch mehr Details abwarten.
Wann erscheint Divinity?
Die nächste wichtige Frage dürfte dann sein, wann das ambitionierte Rollenspiel eigentlich erscheinen soll. Wenig verwunderlich hat der Larian-Chef darauf zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wirklich eine Antwort. Das Studio habe sich allerdings zum Ziel gesetzt, nicht wieder so lange zu brauchen, wie bei Baldur's Gate 3. "Ich denke, drei oder vier Jahre sind wesentlich gesünder als sechs Jahre", erklärt Swen Vincke mit Blick auf die lange Entwicklungszeit von BG3.
Quelle: Larian Studios
In Rivellon leben verschiedene Rassen wie Menschen, Elfen, Zwerge und Echsen.
Zur Reduzierung der Entwicklungszeit soll unter anderem beitragen, dass verschiedene Storylines parallel und nicht wie bisher nacheinander entwickelt werden. Damit das möglich ist, wurde die finanzielle Freiheit, die der Erfolg von Baldur's Gate 3 mit sich gebracht hat, genutzt, um weiter zu wachsen. Inzwischen arbeiten 530 Angestellte verteilt auf sieben Standorte auf der ganzen Welt.
Sobald das Spiel in einem fortgeschrittenen Stadium ist, planen die Entwickler erneut mit einer Early-Access-Phase. Finanziell hätten sie das zwar vermutlich nicht mehr nötig, aber Baldur's Gate 3 wurde unter anderem durch das viele Feedback der Fans zu dem herausragenden Erlebnis, das es am Ende war. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Larian erneut diesen Community-nahen Weg einschlägt.
KI-Kontroverse rund um Divinity?
Im Bloomberg-Artikel von Jason Schreier wird zudem die Thematik generativer KI angesprochen, was sich inzwischen zu einer halb-ausgewachsenen Kontroverse entwickelt hat. Dabei wird Swen Vincke im Artikel zitiert, dass man keinerlei KI-generierten Inhalt in Divinity finden wird. Alles wird von Menschen geschrieben und geschauspielert. Der Studio-Chef sprach lediglich davon, dass man KI-Tools gelegentlich einsetzt, um Dinge auszuprobieren, PowerPoint-Präsentationen auszuarbeiten oder Platzhalter-Texte zu erstellen.
Doch das reichte bereits aus, um die Fackeln anzuzünden und die Mistgabeln zu schärfen. So sah sich Swen Vincke genötigt, in einem ausführlichen Post auf seinem X-Kanal noch einmal zum Thema Stellung zu beziehen. Darin schreibt er, dass bei Larian weder hart auf die Nutzung von KI gedrängt wird, noch irgendwelche Künstler ersetzt werden sollen. Demnach arbeiten derzeit 72 Künstler, davon 23 Konzeptzeichner, bei Larian und es werden regelmäßig noch weitere eingestellt.
"Ich wurde explizit nach Konzeptkunst und wie wir GenAI nutzen gefragt. Ich habe gesagt, dass wir es nutzen, um Sachen auszuprobieren. Ich habe nicht gesagt, dass wir es für die Entwicklung von Konzeptkunst nutzen. Das machen die Künstler. Und die sind echt Weltklasse. [...] Wir haben kreative Leute wegen ihres Talents eingestellt, nicht wegen ihrer Fähigkeit, das zu tun, was eine Maschine vorschlägt, aber sie können mit diesen Tools experimentieren, um sich das Leben zu erleichtern", stellt der Larian-Chef klar.
