Der Titel hat sich deutlich Richtung superblutigem Hack´n Slay entwickelt bei reduziertem RPG-Anteil.
Zwiespalt
Dragon Age 2
Die mit Abstand größten Änderungen, vergleichen wir Teil Eins und Zwei miteinander, haben die Grafik als auch das Gameplay erfahren. Vor allem in den Kämpfen merkten wir schnell, dass es deutlich Action-lastiger und schneller zu geht. Die Zeiten sind de Facto vorbei, als wir eine Aktion auswählte und unser Charakter erst mal zum Ort des Geschehens trottete, bevor er diese dann final ausführte. Bei Dragon Age 2 wirkt es, das heben wir gern positiv hervor, viel flüssiger und es macht fürs Auge auch einiges mehr her! Unser Held springt und stürmt auf die Gegner ein, wie man es sonst eigentlich eher aus einem Hack'n Slay Spiel kennt. Dadurch wird das Spielgeschehen aber nicht nur schneller, sondern es kann unter Umständen auch hektischer wirken. So wurde zumindest beim PC-Ableger die Leertaste unser bester Freund, denn damit konnten wir das Geschehen kurz pausieren, um so unseren Begleitern neue Befehle zu erteilen sowie die Taktik ggf. anders festzulegen.
An dieser Stelle kommen wir wohl zum eklatantesten Unterschied zwischen der Konsolen- und der PC-Variante: Der Schwierigkeitsgrad. Dieser ist auf dem PC spürbar höher ausgefallen! Nach unserem Ermessen ist die Einstellung 'normal' auf dem PC der Einstellung 'schwer' auf Konsole gleichzustellen. Betrachten wir es positiv, haben damit aber viele Spieler, vor allem die eher ungeübteren Naturen, auf der Konsole jedenfalls keine größeren Schwierigkeiten das Ende sicher zu erleben.
Dragon Age 2
Ähnlich dem RPG-Gehalt des Spiels ist auch das Crafting System in Dragon Age 2 ausgefallen und fühlt sich in der Kategorie 'Light' zuhause. Wie in unserem Preview schon angesprochen, müssen wir nach Erhalt eines Rezeptes nur einmal alle Items finden. Danach benötigen wir nur noch Geld, um das gewünschte Item herzustellen. Damit ein weiterer Aspekt der belegt, dass Dragon Age 2 in vielen Belangen stark vereinfacht wurde, vor allem bezogen auf den Rollenspiel-Anteil. Wir können zwar nach wie vor auch mit unseren Begleitern sprechen, aber nur bei bestimmten Begebenheiten. Ein ständiges Ansprechen, um mehr über eine bestimmte Figur zu erfahren, wie es im ersten Teil noch Gang und Gäbe war, gibt es nun leider nicht mehr. Bezogen auf die Party-Mitglieder in Dragon Age 2 lassen sich erneute Parallelen zum Spielprinzip in Mass Effect 2 ziehen. So haben alle unsere Recken einen bestimmten Aufenthaltspunkt in Kirkwall. Wenn wir uns dort mit ihnen unterhalten, bekommen wir einen speziellen Auftrag erteilt, bzw. einen Gefallen, um den wir gebeten werden. Diesen haben wir natürlich ausgeführt, denn so haben wir die Sympathie zwischen dem Begleiter und uns gesteigert. Das führt am Ende auch dazu, dass wir keine Angst haben müssten, dass uns unser Begleiter z.B. in einer brenzligen Situation in den Rücken fällt. Nichts desto weniger wirken gesamt gesehen alle Charaktere irgendwie oberflächlicher als im Vorgänger. Vieles bleibt nach Abschluss des Spiels einfach ungeklärt - was nicht nur mit der Story an sich zu tun hat, sondern auch mit dem Umstand, dass bestimmte Gepflogenheiten, wie z.B. Dialoge, usw., wie man sie aus dem ersten Teil kennt, nicht mehr mit von der Partie sind. Auch das eingegrenzte Vorgehen im gesamten Spiel sorgt ein Stück weit dafür, dass die Charakter, die eigentlich einen sonst durchaus positiven Eindruck machen, reserviert, unterkühlt als auch unnahbar wirken.
Dragon Age 2
Rein auf die Optik bezogen, wird Dragon Age 2 sicherlich keine Preise gewinnen. Es liegen zwar grundlegend Welten zwischen Origins und dem jetzigen Teil Zwei, aber dennoch wirkt alles sehr steril und gesamt wenig abwechslungsreich - was nicht zuletzt auch wieder an den angesprochenen, oft recycelten Arealen liegt. Dazu kommen hier und da matschige Texturen, ein paar kleinere Clipping-Fehler und leider glänzen auch Ruckler nicht mit Abwesenheit. Trotz der Brutalität der Kämpfe oder vermutlich genau aus diesem Grund, wurde die gesamte grafische Darbietung eher im Comic-Look gehalten. Diese wirkt an sich weniger realistisch, dafür gesamt und im Vergleich mit Teil Eins bedeutend besser. Das macht sich auch in den zahlreichen Zwischensequenzen als auch Unterhaltungs-Skits bemerkbar. Diese erscheinen nun nicht mehr ganz so altbacken und bieder wie noch in Origins. Auffällig ist vor allem auch, dass Bioware deutlich an den Lippenbewegungen bzw. dessen Synchronität gearbeitet hat und diese, zumindest bei der von uns bevorzugten englischen Sprachausgabe, sehr positiv aufgefallen ist. Im Übrigen können wir den Orignalton nur wärmsten empfehlen - nicht nur, da die Sprecher mit Liebe ans Werk gegangen sind, es verleiht dem Geschehen ein deutlich authentischeres Bild. Zudem ist das akustisch präsentierte Englisch einfach und mit u.a. gängigen, auch etwas verschüttetem Schulenglisch trotzdem gut verständlich. Und wer dennoch auf Nummer sicher gehen will, lässt die Akteure Englisch reden und liest deutsche Untertitel mit; Sozusagen spielerisch Englisch lernen. Wo Licht ist, fällt auch Schatten und so müssen wir noch die anderen vorhandenen Zwischensequenzen erwähnen, die in einer Art "animiertes Artwork" gezeigt werden und definitiv keinen Blickfang darstellen. Wohl mehr ein etwas überzeichneter Ladebildschirm - der allerdings auch keinen Preis gewinnen würde, schickte man diese Zeichnungen in einen entsprechenden Wettbewerb.
