Im Mehrspieler-Modus wandelt man fast schon durch die Hölle, der Solist aber erlebt ein fantastisches Abenteuer.
Die Spielzeit mag dennoch nicht sonderlich episch klingen und vor allem alte Hasen enttäuschen, die weitaus mehr gewohnt sind, dafür wird man aber über das komplette Spiel hinweg mit einer gut inszenierten Story und viel Abwechslung köstlich unterhalten. Wer zudem die Erfolge absahnen möchte, beißt sich am höchsten Schwierigkeitsgrad die Zähne aus und darf sowieso mindestens vier Mal das Abenteuer antreten - sprich mit jeder Figur die persönliche Geschichte erleben und den Abspann genießen. Schon erreichen wir eine Spielzeit die weit mehr als 50 Stunden wenn nicht sogar 100 zu fesseln weiß!
Vier ... verliert ...
Eines sollte der Käufer aber im Hinterkopf haben: Wirklich überzeugend ist nur der Solomodus - dank der hervorragenden KI des Partners - nicht aber der wohl eher gefragte Mehrspielermodus. Dabei hätte der Kampf gegen die klappernden und fauligen Magermodels, für manche auch aus den Gräbern auferstandene Skelette, bzw. die Schergen der Lescanzi gerade gemeinsam mit Freunden so richtig viel Spaß machen können.
Dungeon Siege 3
Hätte, wären nicht die wenigen aber sichtlich sinnlosen Designentscheidungen, welche das grandiose Potential von Dungeon Siege III geradezu mit nur einem Wimpernschlag zunichte machen, als ob unser Blutjunge Lucas mit tosender Energie sein Schwert in die Wampe eines zu hoch gehandelten Modus rammen und die wohlgenährte Substanzen entweichen lassen würde. Jederzeit ist der Einstieg in ein laufendes Abenteuer, sowohl offline als auch online möglich, daher wohl der Import des eigenen Charakters unterbunden. Die weiteren Teilnehmer übernehmen die Rollen der restlichen Legionskämpfer und ergattern außer dem Spielspaß und zusätzlicher Achievements keinerlei Extras. Größtes Manko ist aber die starre Kamera, nur noch aus der Vogelperspektive zu genießen, damit alle Helden auf einen Bildschirm passen. Was zugegeben offline noch ein wenig Sinn macht, obwohl Spiele wie zum Beispiel LEGO Indiana Jones 2 uns mit einem dynamischen Splittscreen eines besseren belehrten, wird online mit dann immerhin schon vier möglichen Teilnehmern komplett zur Farce. Man wird wie in einem Käfig oder Becher Ölsardinen gehalten, verliert sich im Chaos und stellt sich dem Sensenmann öfters, als eigentlich nötig. Wo bitte liegt das Problem vor allem bei Onlinespielern, die starre Ketten zu lösen und die Spieler zumindest einigermaßen frei und nicht derart gedrängt agieren zu lassen? Wir wissen es nicht und müssen diesen Umstand gewaltig anprangern!
Ein Blick in das Startmenü, vor allem online, beweist, dass die Ansätze ziemlich gut waren. Möchte ein Spieler seine Ausrüstung wechseln oder einfach nur nochmals die Informationen der Quest nachlesen, so wird der Kampf nicht für andere unterbrochen - die CPU übernimmt kurzzeitig die Figur, wenn auch nicht derart intelligent wie im Solomodus. Der pausierende Spieler wird hinterher einzig allein ein wenig verwirrt die Kamera schwenken und einen Blick auf die Karte werfen, um seine Orientierung zu finden. Derartige Dinge zeigen, dass Obsidian mit Dungeon Siege III durchaus hoch hinaus wollte, vielleicht aber letztendlich die Zeit fehlte, um die anderen Mankos auszuräumen und somit den kooperativen Modus perfekt zu machen. Sehr schade, denn dieser Titel hätte wirklich viel Spaß gemacht, vor allem online ...
