Dungeons 4 im Test: Im Kerker nix Neues - und trotzdem gut?

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Dungeons 4 im Test: Im Kerker nix Neues - und trotzdem gut?
Quelle: Kalypso Media

Gleiches Konzept, gleicher Stil, gleiche Gags - macht Dungeons 4 überhaupt irgendwas neu? Die Verbesserungen finden sich nur im Detail, doch es gibt sie. Wo genau sich das Spiel gesteigert hat, was es anders macht als der Vorgänger und ob das alles überhaupt noch Spaß macht, klären wir im Test.

Auch das Lektorium aus Dungeons 3 hat man gestrichen, Forschungen benötigen dadurch keine Zeit mehr und sind sofort verfügbar. Auch im Forschungsmenü selbst wurde kräftig ausgemistet. Alle Upgrades unterteilen sich jetzt sauber auf vier Kategorien. Die erste erhöht zum Beispiel Thaylas maximale Stufe und verpasst euch mehr Schnodderlinge, darunter schaltet ihr dann die wichtigsten Basisgebäude frei. Die drei anderen Kategorien sind Horde, Untoten und Dämonen zugeordnet, wo ihr dann auch Magie, Trainingsgeräte, Eisgräber und so weiter freischaltet - eben je nachdem, was ihr gerade braucht. Besonders wichtig: Erst wenn ihr Punkte in die Monster-Kategorien investiert, erhört ihr damit euer Truppenlimit und hebt nebenbei auch noch die Levelgrenze für eure Einheiten an.

Die Endlos-Forschungen aus Dungeons 3, mit denen man seine Truppen beliebig oft verbessern konnte, gibt es allerdings nicht mehr. Dafür erhaltet ihr jetzt spät im Spiel das Gewölbe der Macht - ein spezieller Raum, durch den ihr eure Truppen über das Levelcap hinaus aufstufen könnt.

Böse, böser, wir!

Auch das kennen wir schon aus dem Vorgänger: Um die ganzen Forschungen und Upgrades zu finanzieren, braucht ihr dringend wertvolle Bösartigkeit. Die bekommt ihr vor allem an der Oberfläche, die ihr möglichst bald mit euren Truppen erkunden solltet.

Wenn ihr ein feindliches Lager zerstört, wird die Welt in einem schicken Effekt 'bösifiziert'. Quelle: Kalypso Media Wenn ihr ein feindliches Lager zerstört, wird die Welt in einem schicken Effekt "bösifiziert". Sobald ihr kleinere Dörfer und Lager erobert habt, wird die Landschaft drumherum in einem schicken Effekt "bösifiziert" und ihr erhaltet dazu einen dicken Batzen Bösartigkeit. Allerdings sprudelt die kostbare Ressource diesmal nicht automatisch nach! Darum müsst ihr euch schnell nach neuen Quellen umsehen.

Zum Beispiel fahren regelmäßig Konvois auf bestimmten Routen über die Map, die ihr tunlichst abfangen solltet, um viel Bösartigkeit zu ernten. Außerdem es jetzt ein paar Minibosse auf vielen Maps, die ihr nur mit einer größeren Armee besiegen könnt und die besonders viel Ressourcen abwerfen. Diese Riesenviecher respawnen auch nach einer Weile, damit ist also für Nachschub gesorgt - auch wenn es heißt, dass ihr die Bosse immer und immer wieder plätten müsst.

Aber auch die Helden haben dazugelernt. Sie schicken nun öfter mal Bautrupps los, um zerstörte Dörfer und Lager wiederherzustellen. Wenn ihnen das gelingt, müsst ihr euch wieder auf mehr Heldenangriffe einstellen. Allerdings könnt ihr die Ortschaft so einfach ein weiteres Mal abfackeln, wenn ihr noch mehr Bösartigkeit einsacken wollt.

Unverändert: Echtzeit-Strategie ohne Tiefgang

Leider ist das aber auch schon alles, was sich an der Oberwelt getan hat, der Echtzeit-Strategiepart spielt sich darum leider so seicht wie im Vorgänger. Meistens genügt da ein Attack Move ins Feindlager, um viel mehr braucht man sich da eigentlich nicht kümmern.

Die Schwierigkeit besteht oft eher darin, gleichzeitig oben zu kämpfen, während unten im Dungeon vielleicht gerade ein Spinnennest angegraben wird oder wieder mal ein Zwergentrupp vor der Tür steht. Ihr werdet also häufiger zwischen den Ebenen hin- und herwechseln müssen als im Vorgänger.

Doch eigene Bauwerke an der Oberfläche errichten? Oder zumindest irgendwo nach oben graben? Das darf man leider immer noch nicht. Es gibt kaum taktische Entscheidungen, keine Lufteinheiten, Tower-Defense-Einlagen, befreundete NPCs oder Rollenspielelemente oder so was - ihr macht einfach alles platt und das war's es auch schon.

Da hat sich seit Dungeons 2 erstaunlich wenig getan. Natürlich liegt der Fokus der Dungeons-Reihe immer noch auf dem gemütlichen Kerkerbauen, und genau hier macht auch Teil 4 wieder richtig Spaß. Doch mittlerweile hätten wir von der Oberwelt-Ebene einfach deutlich mehr Spieltiefe erwartet. Ach ja: Die Tag- und Nacht-Wechsel aus Dungeons 3 gibt es auch nicht mehr.

Was aber zumindest ein dickes Lob verdient, ist die neue Fähigkeitenleiste am linken Bildschirmrand. Dort werden Thalyas Talente, Tränke und vor allem Zauber jetzt übersichtlich aufgereiht, ihr müsst also nicht wieder ein riesiges Menü wie im Vorgängerspiel aufklappen. Dadurch könnt ihr eure Feuerstürme, Buffs und so weiter deutlich flotter und öfter einsetzen, was gerade in den hektischeren Missionen ein echter Gewinn ist.

Ihr befehligt nun deutlich mehr Kampfeinheiten. Darunter leidet allerdings auch die Performance. Quelle: Kalypso Media Ihr befehligt nun deutlich mehr Kampfeinheiten. Darunter leidet allerdings auch die Performance. Was uns dagegen gar nicht gefallen hat, ist eine Änderung, die Thalya selbst betrifft: Sobald die Heldin den Löffel abgibt, dürft ihr sie nämlich nicht mehr gegen Gold wiederbeleben. Stattdessen kommen alle eure Schnodderlinge angerannt, um sie mit Gebeten zurückzuholen, was ganz schön lang dauern kann.

In dieser Zeit kommt euer Dungeon praktisch zum Erliegen und dagegen kann man auch nicht viel ausrichten. Doch selbst wenn Thalya mal ins Gras beißt, bleibt sie immer nützlich, denn wenn ihr bestimmte Missionsziele erfüllt, schaltet ihr dafür passive Boni frei, die ihr dann vor jedem Level auf drei Slots verteilen dürft.

Die Vorteile sind sehr nützlich und fühlen sich teilweise fast schon wie Cheats an. Zum Beispiel, wenn eure Truppen plötzlich nicht mehr mit Gold, sondern mit Gurus bezahlt werden, die kostenlos nachschlüpfen. Alles, was ihr dann noch braucht, sind ein paar extra große Farmen und eure Geldsorgen sind gegessen.

Schwache Performance in Dungeons 4 auf PC:

Mit größeren Maps, mehr Truppen und einer verbesserten Grafik war natürlich zu erwarten, dass auch die Systemanforderungen steigen. Trotzdem hat uns die Performance im Test enttäuscht. Spätestens wenn wir große Untotenarmeen mit vielen Pets befehligt haben, ging die Framerate immer wieder bedenklich runter, teilweise unter 30 Fps, wo bei vielen die Schmerzgrenze liegen dürfte.

Lag's an unserer Testversion? Eher nicht, wie auch ein Blick auf die offiziellen Systemvoraussetzungen zeigen, die übrigens erst einen Tag vor Release veröffentlicht wurden: Ein AMD Ryzen 5 2600 oder Intel Core i5-8400, 16 GB RAM und eine GTX 960 wird bereits als Mindestanforderung angegeben - ein himmelweiter Unterschied zu Dungeons 3, das sich zum Beispiel noch mit 4 GB RAM zufriedengab.

Noch stattlicher sieht es bei der empfohlenen Hardware aus: Hier raten die Entwickler zu einem Core i7-10700 mit einer Geforce RTX 2070 oder vergleichbarer Hardware. Und das soll ausdrücklich nur für HD-Auflösung bei hohen Settings und eine "durchschnittliche Leistung" genügen (steht wirklich so auf der Steam-Seite!).

Trotzdem hatten wir unterm Strich wieder viel Spaß mit Dungeons 4. Auch wenn die Oberwelt immer noch zu kurz kommt und die neuen Zwerge leider keine ernst zu nehmenden Gegner sind, geht der Kerkerbau gut von der Hand und es macht einfach Laune, seine unterirdische Festung nach und nach wachsen zu sehen.

Die liebevollen Animationen, die hübsche Musikuntermalung und sogar die ermüdenden Gags sorgen für eine einladende Stimmung. Wer also lieber baut, anstatt sich in taktisch anspruchsvolle Gefechte zu stürzen, kann sich auf 20 umfangreiche Missionen freuen.

Wie im Vorgänger dürft ihr die komplette Kampagne übrigens auch wieder im Koop-Modus spielen, ein Feature, das wir leider vor Release noch nicht ausprobieren konnten, genauso wenig wie die Konsolenversionen. Eine Spielersuche haben wir diesmal aber nicht entdeckt, was schon mal enttäuschend ist - die gab's im Vorgänger nämlich noch.

Wertung zu Dungeons 4 (PC)

Wertung:

7.0 /10
Fazit

Alte Stärken, wenig Neues: Wenn ihr schon die Stimmung in Dungeons 3 mochtet und keine riesigen Fortschritte erwartet, könnt ihr auch beim Nachfolger zuschlagen. Der Kerkerbau geht gut von der Hand und die meisten Detailverbesserungen sind gelungen. An der Oberwelt hat sich aber einfach nicht genug getan und auch die Performance fällt diesmal enttäuschend aus.

Auch beim Skirmish läuft Dungeons 4 etwas auf Sparflamme, gerade mal fünf Modi mit jeweils einer Karte sind im Angebot. Das ist im Vergleich zum dritten Teil ganz schön wenig. Der wurde allerdings auch jahrelang mit DLCs ausgebaut und wenn Teil 4 ähnlich erfolgreich wird, können wir da bestimmt noch mit ein paar Erweiterungen rechnen. Die PC-Version soll außerdem mit einem Level-Editor ausgeliefert werden, der uns zum Test aber noch nicht vorlag.

Dungeons 4 ist seit dem 9. November 2023 für PC, PS5 und Xbox Series S/X erhältlich, der Preis liegt bei 50 Euro. Das Spiel ist ab Launch auch im Game Pass verfügbar. Eine Umsetzung für Nintendo Switch soll im nächsten Jahr erscheinen. Transparenzhinweis: Die Version des Spiels wurde vom Publisher zur Verfügung gestellt.

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