Easy Piano im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Als Spiel ist es eine witzige Unterhaltung für zwischendurch, zur Lehre aber fast gänzlich ungeeignet.

Easy Piano Easy Piano Das grundlegende Spielprinzip orientiert sich an den zahlreichen Musikspielen. Farbige Noten, die stimmig zu ihrer Tonhöhe auch an passender Stelle des Notensystems auftauchen, scrollen von rechts nach links und müssen bei einem Zielbalken rechtzeitig gespielt werden. Mehrere richtig getroffene Töne ergeben eine Combo und wenn man ganz besonders gut spielt, blinkt der Bildschirm, welcher schicke flackernde Sterne und farbliche Effekte präsentiert! Das Publikum ist also begeistert und feiert den Künstler! Verpatzt ihr dagegen eine Darbietung und fällt die angezeigte Energieleiste gegen Null, so ist das Spiel vorzeitig aus und ihr müsst den Song wiederholen.

Easy Piano Easy Piano Nach Abschluss eines Titels wird die Pianistin mit ordentlich Beifall überschüttet und verneigt sich vor seinem imaginären Publikum, bevor eine Endwertung schwarz auf weiß darlegt, wie passabel die Performance tatsächlich war. "Easy Piano" hat aber ein paar ganz spezielle Eigenheiten, welche das Gameplay weniger bereichern, sondern störend auf den Spieler wirken. Die Noten können gefühlt Minuten vorher angespielt werden. Die Software setzt dies dennoch um und hinterlegt die kommenden farbigen Linien schon leicht gräulich. Dies führt dazu, dass bei Fehlschlägen zum Beispiel aufgrund zwei fast gleichzeitig gespielter Tasten zukünftige Noten schon als gespielt gelten und man diese quasi überspringen müsste. Mein neigt aber stets - auch beim realen Klavierspiel - dazu, falsche Töne durch das Spielen richtiger auszugleichen. Dies wirkt sich letztendlich fatal auf das Spiel aus und versaut jegliche Wertung und den Spielspaß.

Manch falsche Lehre

Easy Piano Easy Piano Darüber hinaus zeigen sich noch weitere Mankos. Wer genau hinhört, stellt relativ schnell fest, dass man selbst als Virtuose (hoher Schwierigkeitsgrad) nicht sämtliche Noten eines Musikstückes auch tatsächlich zu spielen hat. Es werden nur Grundtöne der Melodie vereinfacht auf die Klaviatur transferiert, alles andere entsteht durch die Interpretation der virtuellen Pianistin. Ebenfalls unschön ist schlicht die Tatsache, dass die Klaviatur tatsächlich nur eine Oktave zur Verfügung stellt. Zahlreiche Musikstücke können aber nicht innerhalb einer solchen auch tatsächlich gespielt werden und wandern zwischen mehreren Oktaven hin und her. Dies führt dazu, dass oftmals höhere Töne plötzlich wieder am unteren Ende der Hardware zu spielen sind, was unmusikalischen Spielern vielleicht nicht auffällt, Leuten mit entsprechendem Gehör aber ziemlich irritieren kann. Mit böser Zunge würde man gar behaupten, dass hier ein gänzlich falsches Bild vom Klavierspiel suggeriert wird.

Easy Piano Easy Piano Dies entsteht aber vielmehr durch die Tatsache, dass man die tatsächliche Fingerhaltung eines Pianisten nicht über diese schmalspurige Hardware erlernen kann. Vielmehr versucht man mit beiden Händen alle Tasten gleichzeitig abzudecken und somit möglichst jeden Ton passend zu treffen. Auf einem realen Klavier, einer realen Orgel oder dem elektronischen Keyboard geht dies nicht! Die Linke Hand gilt als Begleithand, während die rechte die Melodie vorgibt und über alle Oktaven hinweg springt. Das Spiel vermittelt schlicht ein falsches Bild, selbst die Lektionen können nicht unbedingt viel zum Klavierspiel beitragen. Aber immerhin wird das Grundverständnis der Notenschlüssel, Bezeichnungen einzelner Noten und ähnliches vermittelt.

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