Wir würden Elden Ring: Nightreign so gerne noch mehr lieben, aber es hasst uns einfach zu sehr - XXL-Test!

Test Stefan Wilhelm
Wir würden Elden Ring: Nightreign so gerne noch mehr lieben, aber es hasst uns einfach zu sehr - XXL-Test!
Quelle: From Software

Alles gleich, alles anders: Statt eines Open-World-Rollenspiels ist das neue Elden Ring ein Koop-Roguelite mit Battle-Royale-Elementen - und obwohl das Spielprinzip klasse funktioniert, hat es aktuell mit gravierenden Problemen zu kämpfen.

Mit Elden Ring: Nightreign startet From Software seine unerwartete Multiplayer-Offensive. Das Spin-off schnappt sich etliche Teile aus dem Hauptspiel, mixt seine eigenen Elemente dazu und heraus kommt ein völlig neues, und doch total vertrautes Erlebnis.

Bei Nightreign spielt ihr Elden Ring im Highspeed-Modus und bestenfalls mit zwei Freunden, denn From Softwares wildes Experiment ist voll auf Drei-Spieler-Koop ausgelegt. Im Test erfahrt ihr, warum das Konzept eigentlich aufgeht - aber auch, warum sich unsere Begeisterung aktuell noch in Grenzen hält.

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Das Konzept: Was ist Nightreign überhaupt?

Wer mit Elden Ring vor allem gigantische Spielwelten, langwierige Charakterprogression und ein auf Singleplayer ausgelegtes Erlebnis verbindet, der wird sich bei Nightreign ordentlich umstellen müssen.

From Softwares neues Werk ist nämlich ein Koop-Roguelite geworden, das in Runden von etwa 45 Minuten verläuft. Dementsprechend geht hier alles deutlich schneller als im Hauptspiel, aber ihr fangt auch in jeder Partie wieder bei null an. Außerdem baut ihr keinen ganz eigenen Helden mehr zusammen, sondern schlüpft in die Stiefel von acht verschiedenen Figuren mit jeweils eigenem Spielstil.

Das Movement, die Erkundung, das Hochleveln - alles wurde stark beschleunigt und mit einem außerordentlich strengen Zeitlimit versehen, um euch permanent zum Voranstürmen zu zwingen.

Ziel jedes Runs ist es, einen Nachtfürsten zu erschlagen, der das kleine Land Limveld im dunklen Feuerregen versinken lässt. Davon gibt es acht Stück, und sie alle sind neu für das Spiel designte Bosse, von denen ihr einen als finale Begegnung eures Runs festlegt.

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Dem Kampf am Ende gehen zwei Ingame-Tage voraus, in denen ihr die kleine, offene Map erkundet, auflevelt und Loot einsammelt, um mit den stärker werdenden Feinden mithalten zu können. Am Ende jedes Tages muss außerdem ein Zwischenboss plattgemacht werden, der zufällig aus einer Auswahl gezogen wird, offenbar je nach dem gewählten Nachtfürsten.

In diesen Kämpfen tretet ihr in 9 von 10 Fällen gegen reguläre Elden-Ring-Bosse an, etwa Drachen, Sternenfallbestien oder auch mal einen Godrick-Verschnitt. Ab und zu müsst ihr es aber auch mit früheren Monstern aus der Souls-Reihe aufnehmen: Aus Dark Souls 1 kehren etwa der Tausendfußdämon und der Klaffdrache zurück, aus Dark Souls 2 der Schmelzerdämon und Riesenspinne Freja.

In die Pflicht-Bosskämpfe werdet ihr durch einen Feuerring gescheucht, der sich im Verlauf jedes Spieltages zweimal zuzieht und dann große Teile der Map mit einem Feuer überzieht, das euch permanent Lebenspunkte kostet, solange ihr drinsteht.

Zwischensequenz in der Tafelrundfeste Quelle: From Software Ihr müsst also eine optimale Route durch die mit zufällig ausgewählten Orten gespickte Karte planen, wo ihr Ausrüstung findet, eure Heiltränke upgradet und vor allem pausenlos Gegner tötet, um Runen zum Aufleveln zu sammeln. Das Leveln geschieht mit nur einem Knopfdruck an Orten der Gnade, die ihr auch immer wieder in eure Routenplanung einkalkulieren müsst.

Macht ihr tagsüber zu wenig Fortschritt, weil ihr euch eure Zeit nicht gut einteilt, wischen schon die Pflichtbosse am Ende jedes Tages den Boden mit euch auf. Vor allem am zweiten Tag rennt ihr hier gegen riesige Lebenspunktemauern, die einen unterlevelten Charakter problemlos mit einem Schlag töten können.

Der ultimative Test wartet aber direkt nach dem zweiten Pflichtboss: Dann tretet ihr nämlich eurem gewählten Nachtfürsten gegenüber. Jeder der acht Gegner ist für drei Spieler designt und sie alle lassen einen Schwall an Projektilen, Flächenschaden und Mechaniken auf euch herabregnen, wodurch sich kein Teammitglied jemals sicher fühlen kann.

Zudem sind sie alle sehr mobil, wechseln gerne mittendrin ihre Ziele und wurden teils noch mit Angriffen ausgestattet, die euer komplettes Team auslöschen können, wenn ihr euch nicht sofort darum kümmert.

Die Einsiedlerin schaut in die düstere Landschaft. Quelle: From Software

Die Charaktere: Für jeden was dabei

Schafft ihr es entgegen allen Erwartungen, einen solchen Kampf zu überstehen, werden beim ersten Mal oft neue Spielmechaniken und besondere Relikte freigeschaltet, mit denen ihr eure Figuren bestückt. Ein verlorener Run spendiert auch Relikte, aber meistens deutlich schlechtere.

Jeder Charakter kann bis zu drei dieser Relikte ausrüsten, sofern er die richtigen Farbslots zur Verfügung hat. Ein Relikt hat bis zu drei Effekte, überwiegend handelt es sich dabei um generische Verbesserungen für Attribute oder kleine Boosts für bestimmte Waffen und Zauberschulen. Hier und da finden sich aber auch Effekte, die die Fähigkeiten eines Charakters verstärken oder beispielsweise eure Teammates mitheilen, wenn ihr einen Trank trinkt.

Die vorgefertigten Figuren sind eines der Highlights von Nightreign: From Software hat es geschafft, so ziemlich jeden groben Spielstil aus Elden Ring in einen eigenen Charakter zu gießen. Sie alle sind primär zum Töten von Gegnern gebaut, weil jeder sämtliches Equipment benutzen kann, aber es ergeben sich durchaus taktische Nuancen durch ihre Fähigkeiten.

Außerdem steckt der Großteil der Story von Nightreign in diesen Charakteren: Jeder hat seine eigene, kleine Questline, die allen Lore-Freunden etwas mehr über die Beschaffenheit dieser schrägen Welt verrät und vor allem erklärt, wie die Helden dort gelandet sind. Außerdem spendieren die Quests gerne mal Relikte, die auf die jeweilige Figur zugeschnitten sind - im Detail spielen die sich nämlich sehr unterschiedlich.

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