FromSoftware: Elden-Ring-Studio steckt in Kadokawa-Investorenstreit

News David Fabricius
FromSoftware: Elden-Ring-Studio steckt in Kadokawa-Investorenstreit
Quelle: Namco Bandai

FromSoftware gerät in einen heiklen Investorenstreit. Der Erfolg von Elden Ring macht das Studio plötzlich zu einem begehrten Machtfaktor.

FromSoftware ist für Spiele bekannt, die Reibung erzeugen. Dark Souls, Bloodborne oder Elden Ring funktionieren, weil sie nicht alles erklären oder vereinfachen. Das Studio hinter Elden Ring sieht sich jetzt mit einem Streit konfrontiert. Es geht um ein Thema, das bei vielen Leuten nicht gerade ein positives Kribbeln erzeugen dürfte, nämlich Monetarisierung.

Oasis sieht FromSoftware als Kadokawas wichtigsten Vermögenswert

FromSoftware gehört zu 70 Prozent der Kadokawa Corporation. Darum ist der Erfolg von Elden Ring (jetzt kaufen 79,99 € / 53,99 € ) für Kadokawa nicht nur ein Prestigegewinn, sondern auch ein wirtschaftlicher Hebel. Oasis Management hält laut eigenen Angaben inzwischen einen großen Anteil an Kadokawa und fordert die Aktionäre dazu auf, auf der Hauptversammlung gegen CEO Takeshi Natsuno zu stimmen. In einer FAQ verlangt Oasis zwei Schritte: gegen Natsunos Wiederwahl stimmen und für den Antrag stimmen, ihn als Director abzusetzen.

Im Grunde wirft Oasis Kadokawa vor, das eigene Portfolio nicht konsequent genug auszuschöpfen. FromSoftware wird dabei als wichtiger Vermögenswert betrachtet. Der Investor argumentiert, dass Kadokawa seine Publishing-Struktur verbessern, internationaler denken und stärker in Inhalte mit skalierbarem Potenzial investieren sollte. Das klingt alarmierend, weil die Kreativität darunter leiden kann.

Oasis Management ist in der Spielewelt nicht völlig unbekannt. Das Unternehmen wurde bereits 2014 mit einem berüchtigten Vorschlag rund um Nintendo in Verbindung gebracht. Damals wurde sinngemäß das Beispiel genannt, man könne sich vorstellen, 99 Cent zu zahlen, damit Mario höher springt. Das war eher als Illustration neuer Monetarisierungsmodelle gedacht, blieb aber hängen, weil es ziemlich genau das ausdrückt, wovor viele Spieler Angst haben: dass Spielmechaniken irgendwann nicht mehr nur Spielmechaniken sind, sondern mögliche Preisschilder.

Elden Ring und die kreative Freiheit

Das Unternehmen Kadokawa bestätigte laut Automaton, dass es von Japans Fair Trade Commission wegen möglicher Verstöße gegen das Freelance Protection Act untersucht wird. Dabei geht es um fehlende schriftliche Vertragsbedingungen und verzögerte Zahlungen an Freelancer. Oasis nutzte diese Lage als weiteres Argument gegen Kadokawas aktuelle Führung.

Für FromSoftware selbst ist vor allem interessant, wie frei das Studio künftig arbeiten kann. Hidetaka Miyazaki, Präsident von FromSoftware und Director von Elden Ring, äußerte sich gegenüber Den Fami Nico Gamer zwar nicht im Detail zum Investorenstreit, sprach aber allgemein über das Arbeitsumfeld des Studios. Er betonte sinngemäß, dass FromSoftware bisher in der Lage sei, die Spiele zu erschaffen, die man machen wolle, ohne übermäßige Einmischung.

FromSoftware wurde nicht groß, weil es jedem Trend hinterherlief. Elden Ring wurde riesig, obwohl es viele typische Komfortformeln moderner Open-World-Spiele nicht einfach kopierte. Es erklärte weniger, ließ Spieler stolpern, überraschte mit gefährlichen Ruinen hinter unscheinbaren Wegen und vertraute darauf, dass Menschen Lust haben, eine Welt selbst zu lesen. Noch ist nichts entschieden. Kadokawas Hauptversammlung ist für den 24. Juni angesetzt, und Oasis fordert die Aktionäre offen dazu auf, gegen Natsuno zu stimmen. Zugleich betont Kadokawa laut früheren Berichten, dass seine Unternehmenspolitik nicht von einzelnen Aktionären bestimmt werde.

Sollte FromSoftware zum Spielball großer Interessen werden, könnte das Studio mit derselben Kreativität in den nächsten Jahren nicht mehr in dieser Form existieren. Man kann nur hoffen, dass es sich nicht in diese Richtung der Gier entwickelt. Denkt ihr, dass FromSoftware irgendwann nicht mehr dasselbe Studio sein wird? Ist es nur eine Frage der Zeit, weil großer Erfolg irgendwann ein unschönes Loch öffnet?

Quelle: Polygon

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk