Eine vielleicht etwas kurze aber grandios unterhaltende Reise durch die atemberaubende Zukunftsvision von Ninja Theory.
Enslaved: Odyssey to the West
Schützenhilfe leistet sie in den diversen Shooter- und Schleichpassagen. Mit einem Licht lenkt Trip die Aufmerksamkeit der Geschütze zunächst auf sich, während ihr euch mit Monkey einen Weg durch das unwegsame Terrain bahnt. Wichtig, rechtzeitig wieder Deckung zu finden, die bisweilen aber nicht lange stand hält. Ist die Gefahr gebannt, kommt Trip hinterher und es kann weiter gehen. Abwechslung wird wahrlich groß geschrieben und mit jedem neuen Abschnitt versuchten die Entwickler immer wieder etwas frisches zu bringen. Mal spielt sich "Enslaved" wie ein "Ninja Gaiden", ein anderes Mal wandelt man auf den Pfaden von "Metal Gear Solid" und bisweilen kommt gar ein "Gears of War" durch, wenn der Stab kurzerhand als Schusswaffe herhalten muss. Diverse Denkaufgaben fordern zwischendurch auch das Hinterstübchen und so manches einfallsreiches Rätsel, ebenfalls immer gelungen ins Gesamtkonzept eingearbeitet, ist nur in Teamarbeit zu lösen! Motivierend auch das Upgrade-System. Monkey kann mit aufgesammelter Energie seine Kampftechniken, den Schild, seine persönliche Lebensausdauer und die Schussfähigkeiten seiner Waffe kontinuierlich verbessern. Das räumt euch nicht nur bessere Chancen ein, mit der Zeit wird damit auch der höchste Schwierigkeitsgrad absolut machbar!
Quelle: Namco Bandai
Enslaved: Odyssey to the West
Spielerisch bleibt "Enslaved - Odyssey to the West" aber leider ein wenig hinter den Erwartungen zurück. Klar, die Kämpfe, vor allem gegen richtig große Blechhaufen sind beeindruckend und atemberaubend inszeniert, das System aber trotz der Upgrades etwas flach. Die Klettereinlagen machen Spaß und der Kameramann präsentiert die akrobatischen Kunststücke aus gelungenen Perspektiven, wirklich Anspruchsvoll wird es nie und nur zum Schluss fordern ein paar Fallen ihren Tribut. Dazu ein zwar optisch großzügig angelegtes Szenario mit fast schon epischen Bildern, spielerisch aber völlig linearen Abläufen. Doch das alles musste derart abgestumpft werden, um das Spiel in Richtung interaktiver Film zu treiben. Letzteres ist es auch, was bis zur aller letzten Minute den Spannungsbogen aufrecht hält. Den Abspann werden eingefleischte Spieler selbst auf dem höchsten Niveau nach spätestens 10-15 Stunden zu Gesicht bekommen. Danach ist die Luft - so leid es auch tut, dies zu sagen - raus. Kaum jemand wird nochmals die Reise nach Westen antreten, es sei denn der Erfolge wegen.
