Cineastisch, atmosphärisch und taktisch anspruchsvoll - Eriksholm: The Stolen Dream hat mich komplett begeistert

Special Matthias Dammes
Cineastisch, atmosphärisch und taktisch anspruchsvoll - Eriksholm: The Stolen Dream hat mich komplett begeistert
Quelle: River End Games / PC Games

Matthias konnte Eriksholm: The Stolen Dream, das Indie-Stealth-Spiel mit cineastischer Erzählung, anspielen und war sehr begeistert.

Um die Jahreswende wurde ich erstmals bewusst auf Eriksholm: The Stolen Dream aufmerksam. Während der Recherche zu unseren traditionellen Vorschauvideos zum Jahreswechsel stieß ich auf einen Trailer des Spiels, der sofort mein Interesse weckte. Und zwar nicht, weil ich besonders scharf auf Echtzeit-Stealth-Taktik bin, sondern weil das Spiel offenbar auch eine beeindruckende cineastische Erzählung bieten will.

Dabei kommt Eriksholm von einem kleinen Studio, bestehend aus 17 Leuten, im schwedischen Göteborg. Ich hatte jetzt die Gelegenheit, mir erstmals selbst ein Bild des Spiels zu machen. Dazu lauschte ich einer Präsentation von Creative Director Anders Hejdenberg und konnte selbst rund zwei Stunden mit einer Vorschaudemo verbringen. Was ich dabei gehört, gesehen und erlebt habe, gefiel mir richtig gut und hat meine Vorfreude auf das Spiel nur verstärkt.

Brudersuche und skandinavisches Flair

Eriksholm: The Stolen Dream (jetzt kaufen 35,99 € ) spielt in der gleichnamigen fiktiven Stadt, die Teil des ebenfalls fiktiven Königreichs von Rosmark ist. Bei der Ausgestaltung dieser Welt haben sich die Entwickler ganz klar von ihrer skandinavischen Heimat inspirieren lassen. Für die Stadt Eriksholm selbst hat sich das Team an nordischen Städten um das Jahr 1900 herum orientiert. Mit Zügen, Dampfmaschinen und den Anfängen der Industrie erinnert mich das ein wenig an die Stimmung, die auch Dishonored erzeugt hat - nur ohne die etwas futuristischen Ansätze des Arkane-Schleichspiels.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Hanna, die gerade erst von einer Windpocken-Erkrankung genesen ist. Sie lebt zusammen mit ihrem Bruder Herman, der zu Beginn des Spiels nicht von seiner Arbeit in einer Mine zurückkehrt. Stattdessen stehen am nächsten Morgen Polizisten vor der Tür und wollen Hanna befragen. Die hat jedoch kein sonderliches Bestreben, sich mit den Ordnungshütern auseinanderzusetzen und flieht.

Wie mir im Verlauf der Demo klar wird, scheint Hanna eine möglicherweise nicht ganz legale Vergangenheit zu haben, was ihre Abneigung der Polizei gegenüber erklären könnte. Dabei wirkt die Protagonistin auf den ersten Blick eher ruhig und unscheinbar. Sie stellt sich jedoch schnell auch als sehr widerstandsfähig und einfallsreich heraus. So begibt sie sich entschlossen auf die Suche nach ihrem Bruder und geht dem Geheimnis seines Verschwindens auf den Grund.

Schicke Cinematics

Wie schon in den Trailern hat mich auch in der Demo die Qualität der Cinematic-Zwischensequenzen begeistert, mit denen die Geschichte vorangetrieben wird. Die Entwickler setzen dazu auf die Unreal Engine 5. Alle Szenen wurden mit Performance und Facial Capture aufgenommen und auf die digitalen Figuren übertragen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Cutscenes haben mich mit schicken Animationen und gelungener Schauspieler-Performance überzeugt.

Die Story wird unter anderem in hervorragend inszenierten Zwischensequenzen erzählt. Quelle: River End Games Der Aufwand der Entwickler endete jedoch nicht nur beim Motion-Capturing. Das Team hat sogar die Kostüme der Charaktere real herstellen lassen, um diese dann einzuscannen. So wollten sie ihren Charakteren so authentische Kleidung wie nur möglich verpassen. Die Zwischensequenzen brauchen sich daher qualitativ auch absolut nicht hinter großen AAA-Produktionen zu verstecken. Da finde ich es fast schon etwas schade, dass es im Spiel laut den Entwicklern "nur" 25 Minuten davon geben soll.

Level Design und Worldbuilding

Das Storytelling und Worldbuilding findet aber nicht nur durch die schicken Cinematics statt. Einen Großteil davon soll auch die Spielwelt selbst übernehmen. So haben die Entwickler sehr viel Aufwand in die Ausarbeitung von Notizen, Postkarten und anderen Sammelgegenständen gesteckt. Mit jedem dieser Objekte lerne ich ein klein wenig mehr über die Welt und Hannas Geschichte. Zum einen durch das, was auf dem Gegenstand zu sehen und lesen ist, und zum anderen durch einen Kommentar des Spielcharakters nach dem Aufheben. So finde ich mit Hanna zum Beispiel einen Artikel über die Windpocken und sie kommentiert, dass es ein Wunder sei, dass sie die Krankheit überlebt hat.

Bildergalerie

Was ebenfalls zum Verständnis der Welt beiträgt, sind kleine Gespräche, die direkt während des Gameplays stattfinden. So unterhält sich Hanna kurz mit ihr bekannten Leuten, wenn sie diesen begegnet. Alternativ bekomme ich Dialoge zwischen anderen NPCs mit, die mir weiteren Kontext zu aktuellen Ereignissen und der Spielwelt liefern.

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