EyePet im Gamezone-Test

Test Jonas Küßner

Als Schritt in Richtung Augmented Reality ist EyePet wegweisend, gerade auch, weil es vor Natal da ist. Aber wie siehts inhaltlich aus?

U can't touch this

So sieht die Zeichnung unserer Rakete aus... So sieht die Zeichnung unserer Rakete aus... Das wohl erstaunlichste Feature von EyePet, das eingangs sicherlich skeptisch betrachtet wurde, ist zweifelsohne die Steuerung. So kommt man weitestgehend - die Steuerung von Menüs und Fahrzeugen ausgenommen - ohne einen Controller aus, agiert dahingegen mit den eigenen Gesten, die von der Eye-Kamera aufgenommen und verarbeitet werden. Der Trick dabei ist, dass man sich und einen Teil des Zimmers stets selbst auf dem Bildschirm zu sehen bekommt, das Haustier und das restliche Drumherum werden lediglich hineinprojiziert. Das führt dazu, dass Außenstehende sich über seltsame Bewegungen freuen dürfen, beobachtet man das Geschehen aber auf der Mattscheibe, wundert man sich nicht nur einmal über das ziemlich genaue Handling. Egal wie schnell man irgendein Gliedmaßen in Richtung des EyePets bewegt, es kann stets ausweichen, sei es durch einen Sprung oder geschicktes Umlaufen. Hinzu kommt die Magische Karte, die von der Kamera als besonderes Hilfsmittel erkannt wird und einen besonderen Stellenwert im Spiel einnimmt. Sie dient etwa als Platzhalter für ein virtuelles Objekt, zum Beispiel eine Art Startrampe, um sein EyePet als Bowlingkugel zu nutzen, wandelt sich zu einem Nahrungsspender oder lässt den Spieler die Gesundheit seines Tieres durchscannen.

... und so die Rakete selbst. Sehr gelungen! ... und so die Rakete selbst. Sehr gelungen! Die bewegungssensitive Steuerung hat aber auch ihre Nachteile. Vor allem muss man für eine entsprechende Helligkeit im Raum sorgen, da selbst das Betätigen des Lichtschalters manches Mal nicht ausreicht, sodass viele Befehle nicht erkannt werden; besonders an grauen Wintertagen könnte das zum Problem werden. Unmöglich war des Weiteren, trotz unzähliger Versuche, eine Aufgabe, bei der man sein Gesicht grinsend neben das EyePet halten sollte, um ein Foto als beste Freunde zu schießen. Das und ähnliche Probleme führen im weiteren Sinne zu einer allgemeinen Kritik, bei denen man den Entwicklern jedoch an sich kaum Vorwürfe machen kann: Dadurch, dass man mit den Händen stets in der Luft herumwedelt und oft nichts wirklich greifbares zu fassen kriegt, etwa beim Streicheln des Tieres, geht ein wenig das Flair verloren. Bei Fehlversuchen weiß man schlicht nicht sofort, was man genau falsch macht. Auch die Tatsache, dass man beim Spielen kaum gemütlich auf der Couch sitzen kann, wird einigen sicherlich störend vorkommen.

Niedlich, niedlich...

EyePet EyePet Grafisch ist EyePet durchaus gelungen, vor allem die Darstellung des haarigen Hauptdarstellers und dessen Animationen wissen stets zu gefallen. Bei letzteren erkennt man zwar immer wieder die gleichen Bewegungsmuster, jedoch sind diese zum Teil wirklich nah an der Realität, dass man sich beim Zusehen manchmal schon am Kopf kratzen mag. Zudem überzeugt die Übertragung der eigenen Zeichnungen vom Papier ins Spiel und auch die eingeblendeten Effekte sind gelungen, von der hervorragenden Menüführung ganz zu schweigen. Wegen der geringen Auflösung der Playstation Eye-Kamera kommt die Umgebung bei entsprechend großen HD-Fernsehern zudem nicht allzu scharf daher, jedoch ist die Bildqualität des Gerätes noch zufrieden stellend. Im Sound-Bereich hingegen darf man nicht allzu viel erwarten, die eingespielten Samples reißen nicht vom Hocker - besser hält es sich mit der Synchronstimme des Professors und dem Piepsen des EyePets.

Aus seinem EyePet kann man einen Löwen machen... oder halt ein Blümchen. Aus seinem EyePet kann man einen Löwen machen... oder halt ein Blümchen. Etwas schade ist, dass man die Online-Funktion der Playstation 3 fast gar nicht ausnutzt. Bis auf einen internen Shop für EyePet-Zubehör sucht man vergeblich nach irgendwelchen Möglichkeiten, etwa um mit anderen Spielern zu kommunizieren. Zwar kann man während des Spieles fleißig Fotos und Videos anfertigen, doch auch diese müssen erst auf der Festplatte separat gespeichert werden ehe man sie an Bekannte schicken kann, Videos können nicht einmal im Spiel selbst angeschaut werden. Schade, vor allem wenn man im Hinterkopf hat, dass selbst ein Noby Noby Boy eine integrierte Youtube-Funktion aufweist.

Meinung

Wertung zu EyePet (PS3)

Wertung:

7.9 /10
Pro & Contra
Süßes Tiertolle Animationendie Steuerung ist innovativ und sorgt selten für größere Problemeleichter Einstieg (u.a. dank gutem Tutorial)viele MinispieleZeichnen-Funktion ragt hervoreine Vielzahl an Zubehör für das Tierfür Kinder und Nicht-Spieler sehr geeignetFahrzeugsteuerung per Controller funktioniert einwandfrei
Doch nicht immer funktioniert die Steuerung reibungslos – fehlendes Feedback bei evtl.en Eingabefehlernsehr lichtempfindlichkaum Spieltiefekeine Online-FunktionenVideos können nicht im Spiel abgespielt werdenes fehlt an Gefühl beim in-der-Luft-steuernmanche Aufgaben scheinen unlösbar (?)beim EyePet vermisst man sowohl Alterung als auch Änderung des Körpergewichts
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