F1 2012 im Gamezone Test - Nicht alle Kritikpunkte wurden beseitigt, aber es hat sich viel getan

Test Peter Grubmair

Natürlich bekommen wir in F1 2012 alle Strecken, Fahrer und Teams der aktuellen Saison geboten, also 20 lizenzierte Pisten, darunter der Neuzugang in Austin, sowie den Ex-Weltmeister Kimi Raikkönen und so bekannte Piloten wie Schumacher, Vettel, Alonso und Hamilton, um nur einige zu nennen. Doch F1 2012 ist mehr als nur ein Saison-Update, auch Gameplay-technisch hat sich einiges getan und auch die Präsentation hat sich stark geändert.

Schon beim ersten Start bemerkt man unmittelbar, das man es mit einem neuen Spiel zu tun hat. Das bekannte Motorhome, vorher Dreh- und Angelpunkt unserer Karriere, wich klar strukturierten Menüs, welche einen mit wenigen Klicks genau dorthin bringen wo wir wollen. Dabei werden uns nun ganz anders aufgebaute Herausforderungen geboten, als noch im Vorgänger. Zwar gibt es nach wie vor einen richtigen Karriere-Modus, welcher sich über mehrere Jahre hinzieht, den bestreiten wir aber nicht mehr in der Rolle eines der bekannten Piloten, sondern unter eigenem Namen. Dabei entscheidet der gewählte Schwierigkeitsgrad in welchem Team wir unsere Karriere beginnen können. Dieser wirkt sich nicht nur auf die Stärke der gegnerischen Fahrer aus, sondern auch auf die Voreinstellungen bezüglich der Fahrhilfen. Doch muss man diese nicht direkt übernehmen, wer will, kann später trotzdem zwischen manueller oder automatischer Schaltung wählen, die Ideallinie einblenden oder die Traktionskontrolle einstellen. Ebenso lassen sich die Rennen oder das Qualifying verkürzen, wobei das speziell bei Zweitem nicht zu empfehlen ist, denn um sich einen guten Startplatz zu sichern, braucht man wirklich jede Minute. Das liegt an der ganz schön herausfordernd ausgefallenen Gegner-KI, die wirklich jede Gelegenheit nutzt uns unter Druck zu setzen und keine auslässt um KERS oder DRS einzusetzen. Im Vergleich mit dem Vorgänger erscheint sie aber bei weitem nicht mehr so aggressiv, sondern schlicht deutlich intelligenter. Unfälle werden vermieden wo es nur geht, allerdings scheuen die KI-Fahrer nicht davor zurück Reifen an Reifen an uns vorbei zu ziehen oder auch mal außen zu überholen. Umgekehrt versuchen einem überrundete Fahrer nicht im Weg zu stehen und fahren brav zur Seite.

F1 2012 (23) Quelle: Codemasters F1 2012 (23) Die wahre Herausforderung aber ist es, die KI-Fahrer erst einmal einzuholen. Ohne den optimalen Einsatz von KERS und DRS, der idealen Bereifung und einer Vernünftigen Taktik hat man keine Chance, nicht mal im leichtesten Schwierigkeitsgrad. Zudem muss man sich wirklich in die Simulation einarbeiten und ein Gefühl für sie entwickeln, denn F1 2012 fühlt sich deutlich anders an als noch der Vorgänger. Die Boliden scheinen nun deutlich härter und die Lenkung ist super sensibel und sehr direkt ausgefallen, weshalb man am besten ein Lenkrad benutzt, statt des normalen Controllers, mit dem man nur schwer sauber durch die engeren oder längeren Kurven kommt. Auch die Unterschiede an der Bereifung sind nun deutlicher zu spüren, hat man Dreck aufgesammelt bemerkt man wirklich den Kontaktverlust und die Reifen vermitteln einem den Verschleiß nun deutlicher. Sehr gelungen ist diesbezüglich auch das Wettersystem und die Auswirkungen des Feuchtigkeit auf der Strecke. So ist es nun möglich, dass während eines Rennens ein Unwetter aufzieht, welches damit beginnt, das nur bestimmte Teile der Strecke nass werden. Stellt man sich darauf nicht sofort ein, sind Abflüge vorprogrammiert. Spätestens dann kann F1 2012 auch ganz schön frustrierend werden, denn wenn wir – je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad – das geforderte Ziel nicht erreichen, können wir die komplette Session noch einmal spielen. Das ist auch einer der Gründe, weswegen man gerne das Rückspul-Feature benützt, welches ich in anderen Rennspielen eigentlich meide. Aber wenn einem schon eine einzige Zuckung im Finger die komplette Session versauen kann, ist man da echt dankbar dafür. Gemein natürlich, dass dies im höchsten Schwierigkeitsgrad nicht mehr verfügbar ist, weshalb der Modus wirklich nur für die ganz hartgesottenen geeignet ist.

Neben der umfangreichen Karriere hat Codemasters auch noch leichter zugängliche Spielvarianten eingebaut, wie die Season Challenge. Dabei handelt es sich um eine gekürzte und vereinfachte Saison, was aber nicht bedeutet, dass es uns dort viel leichter gemacht wird. Sehr schön dabei ist aber, dass wir auch in diesem Modus mit Abzeichen und Medaillen belohnt werden, welche wiederum neue Events für die Karriere freischalten. Da man sich bei Codemasters offensichtlich des hohen Schwierigkeitsgrades bewusst ist, wurde eine komplette Schulung eingebaut, Young Drivers Test genannt. Diese führt uns Schritt für Schritt in die Simulation ein. Auch wenn erfahreneren Spielern die Funktionsweise der F1-Boliden durchaus bekannt sein sollte, lohnt sich die Teilnahme trotzdem, um ein Gefühl für die neue Physik zu bekommen und die für einen selbst idealen Einstellungen zu finden, woraufhin man besser entscheiden kann, welcher Schwierigkeitsgrad für einen geeignet ist.

Klar, dass man auch auf die Zeitrennen nicht verzichtet hat, welche es sogar in zwei Varianten gibt, sowie zusätzlich den Champoins Modus. Dabei handelt es sich um speziell gestaltete Herausforderungen die geschafft werden müssen, um die jeweils nächste freizuschalten. Da gilt es beispielsweise den Teamkollegen in den letzten fünf Runden zu schlagen oder es mit dem Weltmeister aufzunehmen. Zum Schluss schließlich folgt sogar ein Rennen, bei dem wir in einem Feld mit den sechs aktuell besten Fahrern der Formel Eins bestehen müssen. Diese Herausforderungen sind wirklich spannend ausgefallen und reizen immer wieder in Angriff genommen zu werden.

Was sich hingegen im direkten Vergleich mit dem Vorgänger überhaupt nicht geändert hat, ist die Boxengasse bzw. die eigene Garage. Dort hat man nach wie vor Zugriff auf die Reifenwahl, den Renningenieur und die den Computer, der uns besonders während des Qualifyings über die Zeiten der Konkurrenz auf dem Laufenden hält. Das ganze lässt sich auch genau so intuitiv bedienen und die Veteranen werden sich auf der Stelle zuhause fühlen. Allerdings gibt es ein paar neue Animationen, beispielsweise wenn wir vom Team begrüßt werden oder wenn uns der Teamleiter nach Verfehlung des gesteckten Ziels zusammenstaucht. Das kann man mögen oder einfach wegklicken. Was wirklich toll gewesen wäre, wenn es endlich eine realistische Startautomatik gegeben hätte, damit kann F1 2012 noch immer nicht aufwarten, und das Schadenssystem leidet immer noch an diversen Ungenauigkeiten.

  1. Seite 1 Die umfangreiche SP-Karriere
  2. Seite 2 Grafik, Sound, Multiplayer & Fazit
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk