The Lost Chapters lassen einen glauben mit dem original Fable für die Xbox nur das halbe Spiel bekommen zu haben.
Zugegeben, etwas mehr hätten wir uns schon erwartet von Fable, als es damals für die Xbox erschien und uns zwar ein wunderbares aber leider auch recht kurzes Vergnügen kredenzte. Auch hatte man nach dem plötzlichen Ende etwas den Eindruck nur die halbe Geschichte erlebt zu haben. Wie wir heute wissen, war dem auch so, denn mit den nun erschienenen "Lost Chapters" wird Fable erst zu dem Spiel das es ursprünglich sein sollte.
Alles neu und doch so vertraut
Hühnerschreck
Die nackten Fakten, was denn nun die "Lost Chapters" vom original Fable unterscheidet, lesen sich recht trocken. Neben ganzen neun neuen Regionen im Spiel gibt es 16 weitere Heldenaufgaben sowie eine Menge neuer Waffen und Kleidungsstücke. Auch einige neue Ausdrucksformen sind hinzugekommen die unseren Helden nun noch Ausdrucksstärker erscheinen lassen. Die erzählte Geschichte jedoch sowie der Haupt-Handlungsstrang ist gleich geblieben, bietet uns neuerdings aber ein viel dichteres Spielerlebnis. Denn bereits in den ersten Kapiteln entdeckt man viel Neues, lernt neue Menschen kennen die es in der ursprünglichen Fassung noch nicht gab und erledigt ebenfalls so manchen neuen Sidequest. Generell erscheint einem ganz Albion viel dichter bevölkert und mit wesentlich mehr Aufgaben bestückt als noch im original Fable. Trotzdem erlebt man in den Lost Chapters keine neue Geschichte, denn der Haupt-Handlungsstrang ist derselbe geblieben, lediglich das Rundherum wurde etwas aufgeblasen.
Vom Interface und dem Inventory
Blick auf Bowerstone
Wer Fable auf der Xbox bereits gespielt hat, der wird auf der Stelle auch mit den Lost Chapters zurecht kommen, denn die Bedienung ist absolut gleich geblieben. Was hätte es auch für einen Grund gegeben sie zu ändern? Nach wie vor können wir mit dem Steuerkreuz auf drei vorausgewählte Funktionen zugreifen oder das Inventar öffnen. Nach dem gleichen System lassen sich auch die verschiedenen Zauber auslösen, wofür man die rechte Schulter gedrückt halten muss und entsprechende Taste drückt. So kämpft man auf der Konsole nach wie vor mit dem Problem, dass das Pad eigentlich viel zu wenig Tasten besitzt. So kommt es, dass wir im Kampf nicht nur die vier Aktionstasten und das Steuerkreuz, sondern auch noch die beiden Schultertasten gezielt einsetzen müssen um den gewünschten Zauber auszulösen. Mit etwas Übung aber geht das ganz gut von der Hand.
Das Speichersystem von Fable hat sich ebenfalls nicht geändert. Speichern ist zwar grundsätzlich überall möglich, allerdings wird während eines aktiven Quests nur ein sogenannter Hero-Save vorgenommen, nur zwischen den Quests wird die gesamte Welt gespeichert. Das bedeutet, dass wir einen abgebrochenen Quest zwar wieder von Vorne beginnen müssen, unser Held aber all seine erarbeiteten Werte behält und nicht durch den Neustart des Quests verliert.
Gleiches Spiel neu austariert
Beam me up, Scotty!
Auch wenn einem viele Begegnungen in den Lost Chapters bereits bekannt vorkommen, merkt man doch deutlich das an dem Spiel noch herumgeschraubt wurde. Viele Quests haben sich im Detail geändert und wirken nun glaubwürdiger und besser inszeniert als noch so manch holprige Vorstellung im original Fable. Dazu gesellen sich die vielen neuen Charaktere die Albion noch dichter bevölkert erscheinen lassen. Doch selbst bekannte Charaktere und Personen überraschen uns nun mit neuen Gesprächen und Begebenheiten. So kommt es, dass man sich als geübter Spieler recht sicher ist mit dem original Fable nur ein halbfertiges Spiel erhalten zu haben. Umso positiver das es die Lost Chapters gleich zum Budgetpreis zu kaufen gibt.
Nochmal spielen?
Sei gut, lass sie frei
Die Frage die sich Xbox-Spielern von Fable natürlich aufdrängt, ist die nach dem Wiederspielwert. Lohnt es sich noch einmal nach Albion zu gehen? Ich denke die Frage lässt sich einfach beantworten: Wenn einem Fable Freude bereitet hat, dann wird man mit den Lost Chaptern, auch wenn man im Grunde dieselbe Geschichte noch einmal erlebt, sicher ebenfalls seinen Spaß haben. Denn die neuen Charaktere und Sidequests lassen erkennen, dass wir mit Fable für die Xbox tatsächlich ein noch nicht fertiggestelltes Spiel erhalten haben. So erscheinen einem die verlorenen Kapitel als der Kitt der das Spiel endlich zu einem großen Ganzen vereint, das nun endlich das geworden ist was es schon immer sein sollte: Ein zwar immer noch relativ kurzes aber umso ausgereifteres RPG für jeden Videospieler, auch solche die ansonsten einen großen Bogen um RPGs machen.
