Fallout: New Vegas im Gamezone-Test

Test Andreas Peter

Die spannenden Abenteuer eines postnuklearen Postboten - ein tolles Spin-Off der altehrwürdigen RPG-Serie!

Fallout: New Vegas Fallout: New Vegas Man beginnt das Spiel mit dem Erschaffen eines neuen Charakters, ein Import von Spielständen aus Fallout 3 ist nicht vorgesehen. Das Markenzeichen der Serie, das SPECIAL-Rollenspielsystem, erlaubt wie gehabt ein schnelles Starten mit einer mit wenigen Handgriffen zusammengeschraubten Figur ebenso wie das kreieren komplexer Rollenspielcharaktere. Das Spiel bietet Quests und Möglichkeiten für die unterschiedlichsten Spielerfiguren, egal ob smart, sprachbegabt und dabei konzentrierter Scharfschütze, oder eher grobschlächtig, mit einer Keule bewaffnet, dabei dumm wie Bohnenstroh und eben darum glücklich. Fallout: Vegas stellt sich auf die Kreativität des Spielers bei der Charaktererschaffung sehr gut ein. Es gibt wieder (neue) Perks, mit denen man seinen Charakter abseits der Zahlenwerte weiter ausbauen kann, z.B. zum männerverführenden und gelegentlich -mordenden Vamp, oder zur Intelligenzbestie, die bei jedem Stufenaufstieg mehr Erfahrung erhält, aber bei den Damen in der Spielwelt durch seine extreme Nerdigkeit nicht ganz so gut ankommt. Kurz: Man kann genau den Charakter basteln, den man in der Endzeitwüste spielen möchte - heute keine Selbstverständlichkeit mehr in modernen Rollenspielen, wie Games wie Fable 3 beweisen.

Willkommen in der offenen Welt

Fallout: New Vegas Quelle: Obsidian/ Bethesda Fallout: New Vegas Wie alle Bethesda-RPGs ist auch Fallout: New Vegas wieder ein Open-World-Spiel. Der Spieler wird in die riesig, weite Mojave geworfen, die im atomaren Holocaust etwas besser weggekommen ist als das unjüngst in Fallout 3 besuchte Umland von Washington D.C. Auf seinem Weg Richtung New Vegas, wo der Drahtzieher des Mordkomplotts vermutet wird, zieht der Spieler über zerstörte Highways und rostige Eisenbahnschienen durch eine weite Wüstenlandschaft, vollgepackt mit kleinen Siedlungen, stillgelegten Tankstellen, Militärstützpunkten, Räuberlagern, Fabrikruinen. Die mittlerweile gute fünf Jahre alte Engine des seligen Elder Scrolls 4 - Oblivion taktet immer noch hinter der Kulisse und hat seit Fallout 3 keine nennenswerten grafischen Verbesserungen erfahren. Inklusive den hölzernen Animationen. Auch viele alte Grafikteile des Vorgängers wurden wiederverwendet (neben einer kleineren Anzahl neuer Assets), so dass das Spiel wirklich nicht mehr ganz taufrisch aussieht. Sobald man in die Spielwelt eingetaucht ist, stört es aber nicht weiter - trotz häufiger Ladeschirme und gelegentlichem Ruckeln wird wieder eine glaubhafte, frei begehbare Rollenspielwelt auf den Bildschirm gezeichnet, die es in dieser spielerischen Freiheit und Detailstufe woanders nicht zu bewundern gibt. Der größte "Aha!"-Moment zu Anfang des Spiels widerfährt einem, wenn man nachts zum ersten Mal hinter der nächsten Hügelkette den Lichtglanz der Metropole New Vegas den Nachthimmel erhellen sieht und beim näherkommen langsam die Silhouette der imposanten Gebäude ausmachen kann. Insgesamt wirkt die Welt viel detaillierter und liebevoller erbaut, sagen wir "handgemachter", als die teilweise generisch wirkende Umgebung im Vorgänger. Leider gibt es auch immer wieder Glitches, wenn Monstervieh durch unsichtbare Spalten im Boden der Spielwelt fällt und sich dort verklemmt, sowie Clippingfehler. Das hätte nicht sein müssen. Auf die Ohren gibt es die bekannt guten Soundeffekte, atmosphärische Hintergrundmusik sowie mehrere Radiosender, die Oldie-Radioshows ausstrahlen. Sehr passend zur 50er-Jahre-Welt des Fallout Universums.

Fallout: New Vegas Quelle: Bethesda Fallout: New Vegas Damit sich der geneigte Gamer nicht gleich in der gigantisch großen Welt verläuft, bildet die Hauptquest einen stetig sichtbaren roten Faden, der durch das gesamte Werk führt. Dazu kommen eine riesige Menge Nebenquests, die man erfüllen darf - alle dank dem eingebauten Quest-Navigationssystem ohne große Verwirrungen zu finden und zu erfüllen. Qualität und Grusel- bzw. Humorfaktor von Hauptgeschichte und Nebensträngen sind von sehr hohem Niveau und machen großen Spaß, und müssen sich nicht hinter den schon großartigen Serienvorgängern verstecken. Die Mainstory bietet dabei mindestens zwanzig Stunden Unterhaltung, wer den gesamten Content sehen will, kommt auf mindestens 65 Stunden.

Fallout: New Vegas Quelle: Obsidian/ Bethesda Fallout: New Vegas Ein Beispiel für den Abwechslungsreichtum der Aufgaben gefällig? Auf der Suche nach unseren Attentätern erreichen wir eine kleine Ortschaft, die um ein Hotel mit einer im Krieg heil gebliebenen, übergroßen Dinosaurierstatue gebaut wurde. Im Maul des Dinosauriers sitzt ein Scharfschütze auf der Lauer, dessen Frau vor einer Weile verschwunden ist. Angeblich wurde sie von Sklavenhändlern entführt. In einem kleinen "Wer ist der Täter?"-Spiel verhört ihr die Bewohner des Örtchens und liefert mit einem kleinen Einbruch den Beweis, wer für das heimtückisch eingefädelte Kidnapping verantwortlich ist, und liefert den Täter an den Ehemann aus.

Lebendige Welt, dafür aber viele Klone

Fallout: New Vegas Fallout: New Vegas Wer in New Vegas durch die Straßen schlendert (Die MP dabei am besten im Anschlag, empfehlen die einschlägigen Reiseführer), wird von Marktschreiern über die neuesten Shopangebote informiert, sieht Gangs von hungrigen Straßenkindern zu, wie sie hinter Maulwurfsratten her jagen, und programmiert schon mal einen Sex-Roboter, um bei einem Zuhälter für besonders exotische Liebeswünsche ein kleines Zubrot zu verdienen. Wer sich auf die Suche nach einem Strahlenleck macht, das die Wasserversorgung der Felder um New Vegas verseucht, landet in einer alten Vault (Atomschutzbunker), die von ihren zu Zombies mutierten Bewohnern bewacht wird. Der Grad der Verstrahlung ist sehr hoch, so dass man unter Zeitdruck und ständigen Feuergefechten seinen Weg durch das halb verschüttete Labyrinth finden muss, bevor man selbst ernsthaft anfault und unfreiwillig der Zombie-Truppe beitritt.

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