Steht Fallout vor dem Comeback? Neues RPG der Reihe angeblich bei Obsidian in Arbeit

News Felix Schütz
Steht Fallout vor dem Comeback? Neues RPG der Reihe angeblich bei Obsidian in Arbeit
Quelle: PC Games, Xbox Game Studios

Wie Bloomberg berichtet, soll ein brandneues Fallout in Entwicklung sein. Laut den Gerüchten wird das RPG von Josh Sawyer geleitet. Bahnt sich hier tatsächlich Fallout: New Vegas 2 an?

Während Microsoft den radikalen Personalabbau in seiner Xbox-Sparte vorantreibt, sickern immer mehr Informationen zu neuen, noch unangekündigten Projekten durch. Eines davon sorgt nun für Aufregung: Es handelt sich angeblich um ein brandneues Fallout.

Der Bericht geht auf Bloombergs Jason Schreier zurück, gestützt durch Quellen von Windows Central. Laut ihren Meldungen soll Obsidian Entertainment damit beauftragt worden sein, den nächsten Ableger der Fallout-Reihe zu entwickeln. Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit Bethesda Game Studios entstehen, die derzeit primär an The Elder Scrolls 6 arbeiten und über die Fallout-Marke wachen.

Laut den Berichten verantwortet kein Geringerer als Josh Sawyer das neue Fallout-Projekt. Sawyer war bereits der Game Director von Fallout: New Vegas, das bei vielen Fans als bester Teil der Reihe gilt. Laut den Gerüchten hatte Saywer zuletzt an einem anderen Projekt gearbeitet, das zwar Ähnlichkeiten mit Fallout besaß, aber nicht direkt mit dem Franchise verbunden war.

So cool war Fallout: New Vegas

Warum entwickelt nicht Bethesda das nächste Fallout?

Wie alle Studios unter der Decke von Xbox muss auch Bethesda mehrere Stellen streichen und soll sich nun wieder stärker auf Erfolg versprechende Marken konzentrieren. Seit Starfield ist Bethesda Game Studios voll und ganz mit der Entwicklung von The Elder Scrolls 6 beschäftigt, nebenbei kümmern sich andere Teams - unter Bethesdas Leitung - darum, Fallout 76 mit neuen Inhalten auszubauen und den Live-Betrieb am Laufen zu halten. Es erscheint darum mehr als unwahrscheinlich, dass Bethesda nebenher noch die Arbeiten an Fallout 5 beginnen könnte. Auch deshalb ist eine weitere Zusammenarbeit mit Obsidian Entertainment sehr naheliegend - bei Fallout: New Vegas hat es schließlich auch schon geklappt.

Es gibt allerdings immer noch das hartnäckige Gerücht, dass Bethesda derzeit auch ein Fallout 3 Remake entwickeln lässt, ähnlich der Neuauflage Oblivion Remastered. Ob dieses Projekt im Zuge von Microsofts Kündigungswelle eingestellt wurde, ist derzeit nicht bekannt.

Neues Fallout trotz Xbox-Kahlschlag

Ein neues Fallout wäre eigentlich eine tolle Nachricht, doch sie kommt zu einem bitteren Zeitpunkt. Durch die Neuausrichtung von Microsoft wurden massive Einschnitte bei zahlreichen Studios vorgenommen, neben Bethesda und id Software ist auch Obsidian Entertainment stark betroffen.

Im Zuge dessen wurden auch mehrere Projekte eingestellt. Eines davon soll Avowed 2 gewesen sein, das bei Obsidian angeblich bereits auf einem guten Weg gewesen war. Wie Schreier berichtet, sollen einige Angestellte weiter an dem Projekt arbeiten, in der Hoffnung, es eines Tages wiederbeleben zu können.

Ob das allerdings jemals passieren wird, erscheint derzeit fragwürdig. Das erste Avowed (hier im Test) ist im Februar 2025 erschienen und konnte weder die Verkaufserwartungen erfüllen, noch übermäßig gute Bewertungen einfahren. Nach Avowed hatte Obsidian noch The Outer Worlds 2 und Grounded 2 (via Early Access) veröffentlicht. The Outer Worlds 2 wurde positiv von Fans und Fachpresse aufgenommen, verkaufte sich aber ebenfalls unter den Erwartungen.

Auch bei den Fallout-Machern: Xbox streicht 3.200 Arbeitsplätze

Microsoft hatte erst vor ein paar Tagen einen beispiellosen Kurswechsel angekündigt. Rund 4.800 Stellen sollen gestrichen werden, davon alleine 3.200 nur in der Xbox-Games-Sparte. Die Hälfte der Leute muss sofort gehen, während die nächsten 1.600 Entlassungen im Laufe der kommenden 12 Monate vollzogen werden. Alleine bei id Software sollen knapp 100 Arbeitsplätze wegfallen, darunter auch zahlreiche Coder.

Die Einschnitte betreffen sämtliche Studios, darunter auch traditionsreiche Teams wie Blizzard und Bethesda bis hin zu id Software. Kleinere Studios wie Double Fine oder Compulsion Games werden zwar nicht geschlossen, aber abgestoßen. Sie arbeiten nun wieder unabhängig und ohne Unterstützung von Xbox, dürfen aber sämtliche ihrer Eigenmarken behalten. Ninja Theory, die derzeit am Hellblade-Nachfolger "Senua" arbeiten, sollen einen neuen Besitzer finden. Einen ähnlichen Weg soll angeblich auch Undead Labs (State of Decay 3) einschlagen. Sie alle sind nicht mehr Teil von Xbox.

Über die Zukunft der französischen Arkane Lyone (Deathloop, Marvel's Blade) gibt es derzeit noch keine gesicherten Informationen, angeblich soll Microsoft aber ebenfalls planen, das Team zu veräußern. Die US-Niederlassung Arkane Austin wurde bereits im Mai 2024 von Zenimax geschlossen. Das Team hatte zuletzt am gescheiterten Redfall gearbeitet.

Asha Sharma hatte Ende Februar die Nachfolge von Phil Spencer als CEO von Xbox angetreten. In einer offenen Mitteilung an ihre Mitarbeiter hat sie am Montag, dem 6. Juli 2026, die radikalen Umstrukturierungspläne in der Xbox-Sparte verkündet. Die Strategie der letzten Jahre sei gescheitert, das Geschäft defizitär. Multiplattform-Releases, aggressive Zukäufe von Studios und Marken sowie der Fokus auf den Game Pass hätten nicht die gewünschten Umsätze gebracht, auch das Konsolengeschäft sei schwieriger denn je.

Die Entwicklerteams sollen sich in Zukunft noch stärker auf ihre Kernmarken konzentrieren und in kürzerer Zeit Spiele produzieren, die den größten Erfolg versprechen - darunter Spiele wie The Elder Scrolls, Doom, Quake, Wolfenstein oder eben Fallout, das nach wie vor eine riesige Fangemeinde hat. Ausgewählte Spiele wie Gears of War: E-Day sollen künftig außerdem wieder exklusiv für Xbox-Konsolen und PC erscheinen.

Quellen: Bloomberg, Windows Central

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